Von Büchern und Bomben

Ich muss doch noch mal vom Dorf in die Welt gehen. Es geht, wie sollte es anders sein, um den Einsatz der Bundeswehr gegen den IS.

Dass das Problem IS hausgemacht ist – geschenkt. Ich glaube, jeder Mensch, der in den letzten 40 Jahren mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, sollte das mittlerweile gemerkt haben. Nur haben wir jetzt den Status Quo. Die Augen verschließen geht leider nicht. Also wollen die einen Panzer und bewaffnete Flugzeuge schicken, die anderen Bücher und Lehrer.

Letzteres hört sich natürlich wesentlich humaner an und es stimmt ja auch, freier Zugang zu Bildung ist der Schlüssel zu einer funktionierenden und gesunden Gesellschaft. Nur ist aber leider der IS nicht dafür bekannt, seinen Kindern Bildung zu ermöglichen. Den Mädchen schon mal gar nicht, die kommen erst gar nicht eine Schule. Kleine Jungs hingegen werden als Kindersoldaten ausgebildet mit der Idee, dass das Bildung genug ist und mehr nur schadet. Lehrer werden auf dem Weg in die Schule systematisch umgebracht. Da hilft es wenig, Stifte, Bücher und Lehrer zu schicken ohne sicher zu stellen, dass sie auch ankommen.

Ich kenne mich ja mit dem Islamischen Staat nun nicht so 100%ig aus, aber ich ahne, dass man in diesem (und allen anderen) Punkten eher nicht verhandeln kann mit seinen politischen Führern.

Das es aber auch nicht hilft, ein Land in Grund und Boden zu bomben, siegreich abzuziehen und es dann seinem Schicksal zu überlassen – dass das nicht klappt, das erfahren wir ja nun gerade ziemlich eindrucksvoll.

Da ich weder die Weisheit mit Löffeln gefressen habe noch weiß, was die Zukunft bringen wird, habe ich auch keinen sicheren Plan in der Tasche. Aber eins weiß ich sicher – weder schwarz noch weiß funktioniert hier. Was wir brauchen, ist ein Mehr-Stufen-Plan und wir brauchen ihn *bevor* wir in wilden Aktionismus ausbrechen. Allerdings würde das auch bedeutet, dass man diskutiert, ohne eine Schere im Kopf zu haben. National wie International. Ohne irgendwelche Parolen zu brüllen, die auf einer Demo in den 80ern und 90ern noch ihre Berechtigung hatten, heute aber eben leider nicht mehr (weil man damals ja nicht auf uns gehört hat. Nu ist es zu spät).

Ab und an mal das Hirn einschalten und die Dinge versuchen von allen Seiten zu betrachten hilft ganz ungemein. Wobei – vielleicht auch nicht. Es verkompliziert die Sache nur und einfache Lösungen fliegen damit auch aus dem Fenster.

Verdammt.

Published in: on 5. Dezember 2015 at 15:47  Schreibe einen Kommentar  

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