Wenn zwei das Gleiche tun…

Heute ist Vatertag und an dieser Stelle einen Glückwunsch an alle Väter! Viele von Euch sind einfach großartig und Ihr macht einen wunderbaren Job!

Ich finde, das mußte auch mal gesagt werden, nach all den Allgemeinplätzen zum Muttertag, an dem immer gesagt wird, dass alle Mütter wunderbare Wesen sind und mit ihrer Aufgabe tadellos zurecht kommen. Das ist zwar so falsch wie heuchlerisch, aber das ist egal, weil es am Montag eh wieder vergessen ist.

Genau deswegen habe ich seit langem mal wieder an einer Aktion mitgemacht namens #Muttertagswunsch und #Vatertagswunsch. Die Hintergründe sind bei Frau Mutterseelesonig nachzulesen.

Mein Wunsch ist, dass endlich nicht mehr mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es  um die Kinder geht.Es ist unfassbar, wie unterschiedlich in diesem Jahrtausend noch auf ein und dieselbe Sache reagiert wird, nur weil es das jeweils andere Geschlecht tut.

Es regt mich beispielsweise seit Kindergartenzeiten auf es total normal ist, dass Mütter die Brut jeden Morgen stoisch in die Kinderverwahranstalt bringen kurz zugenickt bekommen und dann wieder raus sind. Ein Vater, der das tut, vor dem wird vor Bewunderung fast auf die Knie gegangen. Wenn auch nicht jedes Mal, aber früher oder später kommt im Gespräch fast immer „Der Vater von der Helena-Magdalena, der kommt *jeden* Morgen und bringt die Kleine zur Kita. Toll!“ Hingegen habe ich noch nie gehört, dass jemand gesagt hat „Die Mutter von Paul-Oskar ist jeden Nachmittag pünktlich da, um ihn abzuholen. Wahnsinn!“

In die gleiche Kategorie fällt mein Lieblingsbeispiel, als der Autor fast in den Heiligenstatus gehoben wurde, weil ich mir meinen Muttergenesungsurlaub genommen habe, als Kind Nummer Zwei 10 Monate war und eine Woche eine Freundin in fernen Landen besucht habe. Als er hingegen ein paar Wochen später eine Woche weg war, um seinerseits mal rauszukommen, hielt sich die Bewunderung für mich in sehr eng umrissenen Grenzen.

Doch das Ganze ist keine Einbahnstrasse. Denn es schwingt auch immer Mißtrauen gegenüber den Vätern mit. Wenn das Kind krank ist, dann ist total normal, dass die Mutter daheim bleibt. Nun war das aufgrund der Selbstständigkeit bei uns tatsächlich so, dass das hier meist der Fall war. Die zwei, drei Mal, die der Autor daheim war, weil ich einen Termin hatte, kam immer dieser besorgte Blick „Ja, meinst Du denn, dass er das kann, was wenn es dem Kind schlechter geht?“ Dann tut er dasselbe, was ich tun würde – mit dem Kinde zum Arzt gehen.

Wenn ein Vater im Falle einer Trennung die Kinder bei sich haben will, dann hat das auch gerne immer mal den Nimbus von „Es geht ihm ja gar nicht um die Kinder, er will damit nur seine Macht demonstrieren.“ Bei einer Mutter wäre das absolut selbstverständlich.

Vater und Mutter sind für die Entwicklung der Kinder beide immens wichtig und so wünsche ich mir, dass gesellschaftlich anerkannt wird, dass hier im besten Falle zwei Leute an einem Strang ziehen, um die Brut gescheit groß zu bekommen. Beide machen mal einen guten, mal einen nicht so guten Job. Mein Wunsch ist es, dass wir mit dieser zweierlei Bewertung endlich aufhören und beide als eine Einheit begreifen. Dann würde sich mehr ändern, als wir uns vorstellen können.

Published in: on 5. Mai 2016 at 07:31  Schreibe einen Kommentar  

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