Kurzes Rechenbeispiel am Morgen

In der Schule war Mathe ja nie mein starkes Fach, seltsamerweise im Studium schon eher. So oder so wußte ich aber schon sehr früh, dass 22 Mrd Euro weniger sind als 259 Mrd Euro.

Ich komm drauf, weil mir ja immer vorgeworfen wird – gerne auch hier im Blog – ich sei ja so ein schrecklicher Gutmensch, der verkennt, wie teuer uns die Flüchtlingskrise kommt und wir alle an den Kosten zugrunde gehen werden. Nun also die Zahl 22 Mrd Euro, die uns die Flüchtlinge kosten. Das ist verdammt viel Geld, das für Leute ausgegeben wird, die vor Krieg und anderen Katastrophen fliehen und bei uns Schutz suchen. Das Geld muss man, das gebe ich gerne zu, erstmal haben.

Aber wir haben es ganz offensichtlich. Denn bis heute hat uns die Bankenkrise 259 Mrd. Euro gekostet. Das sind knapp 12 Mal soviel. Das ist Geld, das wir ausgeben um Banken zu retten, deren Manager es durch eigene Schuld geschafft habe, sich selbst und damit auch uns an den Rand des Abgrundes zu treiben. Mit diesen 259 Mrd ist nicht ein einziges Menschenleben gerettet worden, dafür aber mehrere Ablösen oder gar Boni irgendwelcher Manager, die Scheiße gebaut haben und, schlimmer, es auch weiterhin tun.

In einer perfekten Welt würden jetzt die Manager geprügelt werden. Werden sie aber nicht. Statt dessen wird sich Sorgen gemacht, dass uns Flüchtlinge mit einen Zwölftel der Summe ruinieren, wir alle in die Steinzeit zurückfallen und das Geld jetzt deutschen Obdachlosen und anderen Bedürftigen fehlt.

Dass der gemeine Wutbürger eher schlecht im Bereich des Mitgefühls und der Empathie ist war mir bekannt. Die Unfähigkeit zu Mathe auf Grundschulniveau hingegen ist mir neu. Vielleicht wäre es daher an der Zeit, dass die Banken unserer Gesellschaft, die sie vor dem Ruin gerettet hat, etwas zurück geben. Ich denke da so an den gerechten Zehnten. Ich hab auch schon einen Vorschlag, wo die gesamte Kohle hin könnte: Wie wäre es mit dem Bildungssystem?
Damit der kleine Wutbürger von Morgen nicht nur Grundkenntnisse in Mathe erlernt sondern auch eine Chance bekommt, Zusammenhänge zu erkennen. Und gewisse Parteien mit ihrer Panikmache elendiglich scheitern.

Ach, welche schöne Utopie.

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Published in: on 27. Januar 2017 at 09:05  Comments (1)  

Dialog des Tages

Kind Nummer Zwei lernt die Zeitformen im Deutschen. Bisher ohne größere Probleme. Nur beim Perfekt hakt es etwas.

„Ok, wie wird denn das Perfekt gebildet?“ Fangen wir doch mal von vorne an.

„Na, mit „haben“ oder „sein“. Und mit einem Partywort.“ Huh?

„Huh?“

„Na, dem Partydingens…“

„Partizip. Das Ding heißt Partizip“

„Na und? Feier ist Feier.“

Solange er es nur begriffen hat.

Published in: on 9. Januar 2017 at 13:47  Schreibe einen Kommentar