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Let the games begin!

In einer Welt, in der man nicht den Fernseher anschalten darf, ohne den Eindruck zu bekommen, dass die Welt vor dem Abgrund steht. In der im Internet soviel Hass ausgeschüttet wird. In der gewählte Politiker anfangen, das eigene Land mehr und mehr zu isolieren und abzuschotten. In so einer Welt, an der man selbst langsam verzweifelt, ist man dankbar für jede Gelegenheit, dem eigenen Kind zu zeigen, wie es ist, wenn Kulturen friedlich aufeinander treffen.

Dass Schwarze, Weisse (und alles dazwischen), Christen, Muslime, Buddhisten, Hindi, Nicht-Gläubige (und alles dazwischen), Jungs, Mädchen (und alles dazwischen), Menschen aus allen möglichen Kontinenten  – dass all diese unterschiedlichen Menschen zusammen kommen. Sich durchaus ehrgeizig, aber fair sportlich messen. Miteinander essen, reden, feiern, wohnen. Sich einfach kennen und verstehen lernen. Freundschaften knüpfen.

Kind Nummer Eins hat dieses Jahr zum zweiten Mal die Gelegenheit bei den United Word Games in Klagenfurt mit zu machen. 10.000 Teilnehmer aus 40 Nationen nehmen teil in 13 Sportarten teil. Ich war letztes Jahr mit und habe diese vier Tage als unfassbar wertvoll empfunden. Sie waren wie eine Erholung, sie zeigten wie die Welt sein sollte. Sie waren eine Erfahrung fürs Leben.

Ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß und viel Erfolg. Und uns allen wünsche ich, dass unsere Kinder viel von dem nach Hause mitnehmen, was sie dort erfahren. Damit die eigene, positive Erfahrung das ewige, häßliche Unken bestimmter Politiker, Medien und User ad absurdum führen.

 

 

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Nochmal das Kreuz irgendwie

Ich habe noch mal was zum Christentum, sorry es tut mir leid, aber mir geht gerade immer mehr das Messer in der Tasche auf, wenn Politiker versuchen, ihre menschenverachtende Politik mit der Bibel zu begründen. Egal, aus welchem Land sie kommen.

Dieses Mal ist es der US-Justizminister Mr. Jeff Sessions, der Kinder von ihren Eltern trennt und es mit einem Bibelzitat zu rechtfertigen meint – nämlich mit :“Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat“ Hm. Soweit Paulus. Dieses Zitat ist nicht das erste Mal von diversen Politikern jedweder Ausrichtung für alle möglichen Missetaten missbraucht worden. Außerdem, ist halt Paulus, nicht wahr?! Der war halt so, ist ja bekannt – zumindest wenn man die neuere Bibelforschung ignoriert….aber ich schweife ab.

Wie alle seiner Vorgänger hat Sessions leider vergessen zu erwähnen, dass der Römer 13 nicht nur aus den Versen 1-7 besteht, sondern weiter geht. Und da steht gleich im achten Vers: „Seid niemand etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt, denn wer den anderen liebt, der hat das Gesetz erfüllt.“ (Röm 13,8)

Man mag mich altmodisch nennen, aber Familien auseinander zu reißen hat für mich jetzt recht wenig mit „untereinander lieben“ zu tun.  Ich persönlich bin ja auch der Meinung, dass in der Politik Bibelzitate als Begründung keinen Platz haben sollten. Wer sich darüber Gedanken machen will, dem steht es frei in die Kirche zu gehen – dort kann man nicht nur das Bibelwort hören, sondern es auch mit Leuten kontrovers diskutieren, die Ahnung von der Materie haben. Allerdings sollten man sich dann auch darüber klar sein, dass das eigene Gedankengebäude sehr schnell zusammenbrechen kann.

Sollten man vielleicht auch mal den Herren Seehofer und Söder sagen.

 

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Neues aus der wunderbaren Welt der Ernährungsmythologie

Es gibt ja Dinge, die ändern sich auch in Jahren nicht. Beispielsweise der Religionsersatz Hype um Low Carb/High Carb, Low Fat/High Fat, Vegetarisch/Vegan/Paleo und was es sonst noch so alles gibt. Natürlich ist nicht eine gesunde Mischung und wenig verarbeitetes Zeug gut – Gottbewahre, damit lässt sich ja kein Geld machen. Die Masse an fertigen Backmischungen beispielsweise im LowCarb Bereich ist unfassbar – und man braucht sie deswegen, weil es ja überhaupt kein Zeitaufwand ist, sich  setzehiergeradedenletztencoolenScheißein zu ernähren. Merkste selbst, oder? Daher habe ich mich seit mehr als 20 Jahren geweigert, auch nur irgendeinen Foodtrend in Gänze mitzumachen.

Weil aber Gott einen Sinn für Humor hat, hat es sich aufgrund von gesundheitlichen Gründen herausgestellt, dass der Autor eine FODMAP arme Ernährungsweise braucht. Für die Masse der Leute, die nicht wissen was das ist, findet man hier und hier gute Infos dazu. Kurz gesagt, sind FODMAPs kurzkettige Kohlenhydratverbindungen wie Fruktose, Fruktane, Laktose, Galaktose und die Zuckeraustauschstoffe Xylit, Sorbit und Maltit. Gesunde Menschen haben mit diesen Dingen keine oder nur wenig Probleme, Menschen, die unter dem sogenannten Reizdarm (oder auch IBS) leiden schon.  Für sie kann diese Art der Ernährung eine unfaßbare Erleichterung ihres Lebens sein. Aber auch nur für diese Menschen, für den Rest von uns gibt es wesentlich gesündere Arten, sich zu ernähren.

Und da kommen wir zum eigentlichen Thema. Bis ich unser gesamtes Ernährungskonzept von regional, saisonal und weniger Fleisch auf FODMAP-arm umstellen musste, fand ich es mehr oder minder amüsant, wie immer wieder die absolut neuesten Erkenntnisse aus irgendwelchen Studien herangezerrt und mit Zähnen und Klauen verteidigt wurden. Jetzt finde ich es bestenfalls bösartig schlimmstenfalls gefährlich Menschen gegenüber, die wirklich ein Problem haben.

Denn gerade Menschen mit Darmproblemen wird heute noch gerne erklärt, sie müssten auf das böse, böse Gluten verzichten. Kein Weizen, niemals nicht, schau, Mandelmehl als Alternative ist doch so viel besser. Nope. Ist es ganz und gar nicht. Nicht für Menschen mit Reizdarm. Die werden danach so richtig leiden. Und so ein leckerer Fruchtsalat als Snack geht auch nicht, solange da so exotische Dinge wie Äpfel oder Birnen drin sind, das wird böse Folgen haben.  Aber dass rotes Fleisch der Teufel schlechthin ist, darauf können wir uns einigen, ja? Nicht wirklich, wenn 90% aller Hülsenfrüchte für diese Menschen nicht zu verdauen sind, sind der Satan.

Gut, könnte man jetzt sagen, dann sollen sie es doch einfach lassen. Könnten sie, wenn sie denn wüssten, was sie haben. Die allermeisten haben aber (wie sehr viele Menschen mit ernährungsbedingten Problemen) einen langen Leidensweg und werden erst spät diagnostiziert – IBS zum Beispiel ist bis zum heuten Tag noch eine Ausschluss-Diagnose, die man erst bekommen sollte, wenn man einige Schläuche durch Öffnungen geschoben bekommen hat, durch die man eigentlich nichts geschoben bekommen möchte. Bis dahin probieren sie alles möglich aus. Genauso wie Menschen, die kein Histamin vertragen. Oder Salicylate. Oder anderes.

Es geht mir nicht darum,  zu beweisen, wie schlecht der Verzicht auf bestimmte Dinge ist – im Gegenteil, ich bin sehr für frisches Kochen ohne jeglichen Tütchen und Backmischungen – egal ob sie aus dem Discounter oder dem Biomarkt kommen. Aber vor allem geht es mir darum, dass die jeweiligen Jünger Anhänger der jeweiligen Ernährungsform ihre als die einzig Wahre propagieren. Denn das ist sie nicht. Sie mag für den einen oder anderen gut sein, ohne Frage. Aber eben nicht für jeden.

Es ja richtig, dass wir alle zuviel Zucker zu uns nehmen. Falsch ist aber zu behaupten, dass Zuckeralternativen wie Honig oder Agavendicksaft für alle besser sind. Es ist richtig, dass die meisten von uns zuviel – vor allem verarbeitetes – Fleisch essen. Falsch ist es zu behaupten, dass die gesamte Menschheit  ihren B12-Haushalt über Soja und Hülsenfrüchte sättigen kann. Es ist richtig, dass es ökologisch sehr fragwürdig ist, unser Obst aus allen Teilen der Welt zu jeder Jahreszeit liefern zu lassen. Es ist falsch zu behaupten, jeder von uns könne seinen Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen aus heimischen Obst und Gemüse decken.

Daher – hört endlich auf, die Ernährungsmethode von der ihr meint, dass sie bei Euch funktioniert als die allein Seeligmachende zu verkaufen. Es. Stimmt. Nicht. Im Zweifel beschert sie einfach nur vermeidbares Leid.

Und damit hier keiner (ausser vielleicht meine Geschmacksnerven) leidet, gehe ich jetzt ein Chili machen. Ohne Bohnen, Knoblauch und Zwiebeln. Yeah.

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Dialog des Tages

Morgendliches Wandertagspacken von Kind Nummer Zwei.

„Mama, wo ist meine Badehose?“ Mutter reicht sie ihm.

„Nicht diiieee, die andere! Die ist doof.“ Mutter tut einen Schritt zum sehr, sehr unübersichtlichen Schrank.

„Kind? Heute nachmittag wird hier aufgeräumt. Hier findet man ja gar nichts mehr!“

„Ach weißt Du was? Gib her, ich nehm doch die.“

Das nennt man dann wohl Kosten-Nutzen-Rechnung.

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Das Kreuz des Anstosses

Die CSU hat nun also durchgesetzt, dass in Bayern an öffentlichen Gebäuden und in eben solchen Einrichtungen Kreuze zu hängen haben. Als „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“. Das nenne ich mal eine interessante Verfremdung  einer Bedeutung.  Man weiß ja nicht so richtig, wo man anfangen soll, auf so vielen Ebenen ist das falsch.

Das Wichtigste: Das Kreuz ist kein Ausdruck einer geschichtlichen oder kulturellen Prägung Bayerns – es ist ein religiöses Zeichen. Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist das Kreuz nichts anderes als ein Tötungsinstrumentes aus alter Zeit. Sowas wie eine Guillotine oder ein Pfahl. Das Kreuz wurde erst durch das Christentum zu einem Symbol einer Religion – worüber sich wahrscheinlich die wenigsten Menschen Gedanken machen, wenn sie sich eines um den Hals, in die Ohren hängen oder es sich wahlweise in die Haut stechen lassen. Wenn man also ganz bewusst das Wort „religiös“ aus der Verordnung raus genommen hat, so nimmt man in Kauf, dass man ein Tötungsinstrument in ein Justizgebäude hängt. Quasi als Warnung. Auch ein Zeichen.

Da es sich dem Wortlaut nach bei der CSU um die „Christlich-Soziale Union“ handelt, sollte man meinen, dass sie die Bedeutung kennt. Gut, die Religion musste man aus der Verordnung rauslassen, weil das Grundgesetz ja sowas Unpraktisches wie die Trennung von Kirche und Staat vorsieht, da muss man schon ein wenig geschickt sein, damit die erste Verfassungsklage nicht schon ins Haus flattert, bevor die Druckerschwärze der Verordnung überhaupt trocken ist. Was nicht hilft, ich gehe davon aus, dass die ersten Klagen eingereicht sind.

Die Frage, die für mich hinter dem Ganzen steht, ist aber: Warum? Warum hat eine Partei so etwas erlassen, die doch eigentlich die Hintergründe besser als alle anderen kennen müsste. Der Gründe werden viele genannt, aber der Hauptgrund ist wohl, dass im September Wahlen sind und man so hofft, der AfD Stimmen abzujagen.

Bäm.

Genau das ist der Punkt, an dem ich als gläubige Christin ausrasten könnte. Das Symbol meines Glaubens wird als Wahlargument (wenn man es denn so nennen möchte) missbraucht.  Es soll Stimmen generieren. Weil sie sonst der AfD nichts entgegen zu setze haben. Weil sie Angst um ihre Macht haben. Was weiß ich, ich habe keine Ahnung. Ich weiß aber sehr wohl, dass Kreuz und Kirche von der Bedeutung her nicht nur für Christen zusammengehört, sondern das auch die restliche Bevölkerung so sieht (kulturelle Prägung und so). Daher hauen jetzt wieder eine Menge Leute auf die Kirche ein, die ja durchgesetzt hat, dass jetzt überall Kreuze hängen, ich selbst bin schon einige Male darauf angesprochen worden, ob wir unsere Murmeln jetzt komplett verloren haben. Die Hälfte des Fall-Outs bekommen damit nicht die Verantwortlichen ab, sondern wir.

Vor allem, weil führende Vertreter der beiden Amtskirchen damit nicht nur nichts zu tun haben oder auch nur zu tun haben wollen, sondern die Aufhängung für sehr kontraproduktiv halten, was ein friedliches Miteinander aller Menschen (religiösen, egal welcher Couleur, und nicht religiösen) angeht. Eine Meinung, der ich mich anschließe.

Aber wer fragt mich schon? Ich muss ja nur zusammen mit etwas über 55 Millionen Menschen in Deutschland ausbaden, was ein paar alte Männer in Bayern aus Angst vor Machtverlust verzapft haben. Danke dafür.

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Ich bin wieder da!

Vor etwa einem Jahr hab ich den letzten Artikel geschrieben. Die Pause war nicht geplant, die Länge schon gar nicht. Durch die DSGVO wollte ich eigentlich das Blog schließen, habe es aber aus Sentimentalität und aus Trotz nicht getan. Und siehe es war gut so, der nächste Artikel ist schon fast geschrieben.

Was ich geändert habe ist die Kommentarfunktion. Das ist einerseits der DSGVO geschuldet andererseits hat mich die Respektlosigkeit gestört, die mir einige User entgegenbracht haben. Diskutieren ja und gerne und bitte! Respektlosigkeiten, andere Menschen von oben herab behandeln  – nein. Vor allem weil ein Großteil dieser Menschen nicht versteht, dass sie damit andere verletzen und wenn sie es doch tun, dann wird über die blöde Political Correctness geschimpft. Das brauche weder ich noch die Leser, die mein Blog wirklich interessiert.

Also denn – auf ein Neues!

 

 

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Wenn der Krebs lacht

Eigentlich sollte mein erster Post nach längerer Pause auch eine Erklärung beinhalten sowie die eine oder andere Änderung. Aber –  wie das eben im Leben so ist – es schert sich wenig um unsere Pläne und zeigt uns immer mal wieder, was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht.

Während ich noch im destruktiven Fuck you, cancer-Modus bin, haben andere schon gefühlvolle Texte geschrieben, die genau das ausdrücken, was ich schreiben wollen würde, aber gerade nicht in der Lage bin.

Daher verlinke ich auf den Text der wunderbaren Frau Fluchten – besser und treffender ist meine eigene Seelenlage gerade nicht zu beschreiben.

Für einen Menschen, den ich nie persönlich kennen gelernt habe und der doch so fehlen wird.  Und für die Menschen, die er zurück lässt.

Für Tanja. Und für uns.

 

 

 

 

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