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Dialog des Tages

Morgendliches Wandertagspacken von Kind Nummer Zwei.

„Mama, wo ist meine Badehose?“ Mutter reicht sie ihm.

„Nicht diiieee, die andere! Die ist doof.“ Mutter tut einen Schritt zum sehr, sehr unübersichtlichen Schrank.

„Kind? Heute nachmittag wird hier aufgeräumt. Hier findet man ja gar nichts mehr!“

„Ach weißt Du was? Gib her, ich nehm doch die.“

Das nennt man dann wohl Kosten-Nutzen-Rechnung.

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Das Kreuz des Anstosses

Die CSU hat nun also durchgesetzt, dass in Bayern an öffentlichen Gebäuden und in eben solchen Einrichtungen Kreuze zu hängen haben. Als „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“. Das nenne ich mal eine interessante Verfremdung  einer Bedeutung.  Man weiß ja nicht so richtig, wo man anfangen soll, auf so vielen Ebenen ist das falsch.

Das Wichtigste: Das Kreuz ist kein Ausdruck einer geschichtlichen oder kulturellen Prägung Bayerns – es ist ein religiöses Zeichen. Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist das Kreuz nichts anderes als ein Tötungsinstrumentes aus alter Zeit. Sowas wie eine Guillotine oder ein Pfahl. Das Kreuz wurde erst durch das Christentum zu einem Symbol einer Religion – worüber sich wahrscheinlich die wenigsten Menschen Gedanken machen, wenn sie sich eines um den Hals, in die Ohren hängen oder es sich wahlweise in die Haut stechen lassen. Wenn man also ganz bewusst das Wort „religiös“ aus der Verordnung raus genommen hat, so nimmt man in Kauf, dass man ein Tötungsinstrument in ein Justizgebäude hängt. Quasi als Warnung. Auch ein Zeichen.

Da es sich dem Wortlaut nach bei der CSU um die „Christlich-Soziale Union“ handelt, sollte man meinen, dass sie die Bedeutung kennt. Gut, die Religion musste man aus der Verordnung rauslassen, weil das Grundgesetz ja sowas Unpraktisches wie die Trennung von Kirche und Staat vorsieht, da muss man schon ein wenig geschickt sein, damit die erste Verfassungsklage nicht schon ins Haus flattert, bevor die Druckerschwärze der Verordnung überhaupt trocken ist. Was nicht hilft, ich gehe davon aus, dass die ersten Klagen eingereicht sind.

Die Frage, die für mich hinter dem Ganzen steht, ist aber: Warum? Warum hat eine Partei so etwas erlassen, die doch eigentlich die Hintergründe besser als alle anderen kennen müsste. Der Gründe werden viele genannt, aber der Hauptgrund ist wohl, dass im September Wahlen sind und man so hofft, der AfD Stimmen abzujagen.

Bäm.

Genau das ist der Punkt, an dem ich als gläubige Christin ausrasten könnte. Das Symbol meines Glaubens wird als Wahlargument (wenn man es denn so nennen möchte) missbraucht.  Es soll Stimmen generieren. Weil sie sonst der AfD nichts entgegen zu setze haben. Weil sie Angst um ihre Macht haben. Was weiß ich, ich habe keine Ahnung. Ich weiß aber sehr wohl, dass Kreuz und Kirche von der Bedeutung her nicht nur für Christen zusammengehört, sondern das auch die restliche Bevölkerung so sieht (kulturelle Prägung und so). Daher hauen jetzt wieder eine Menge Leute auf die Kirche ein, die ja durchgesetzt hat, dass jetzt überall Kreuze hängen, ich selbst bin schon einige Male darauf angesprochen worden, ob wir unsere Murmeln jetzt komplett verloren haben. Die Hälfte des Fall-Outs bekommen damit nicht die Verantwortlichen ab, sondern wir.

Vor allem, weil führende Vertreter der beiden Amtskirchen damit nicht nur nichts zu tun haben oder auch nur zu tun haben wollen, sondern die Aufhängung für sehr kontraproduktiv halten, was ein friedliches Miteinander aller Menschen (religiösen, egal welcher Couleur, und nicht religiösen) angeht. Eine Meinung, der ich mich anschließe.

Aber wer fragt mich schon? Ich muss ja nur zusammen mit etwas über 55 Millionen Menschen in Deutschland ausbaden, was ein paar alte Männer in Bayern aus Angst vor Machtverlust verzapft haben. Danke dafür.

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Ich bin wieder da!

Vor etwa einem Jahr hab ich den letzten Artikel geschrieben. Die Pause war nicht geplant, die Länge schon gar nicht. Durch die DSGVO wollte ich eigentlich das Blog schließen, habe es aber aus Sentimentalität und aus Trotz nicht getan. Und siehe es war gut so, der nächste Artikel ist schon fast geschrieben.

Was ich geändert habe ist die Kommentarfunktion. Das ist einerseits der DSGVO geschuldet andererseits hat mich die Respektlosigkeit gestört, die mir einige User entgegenbracht haben. Diskutieren ja und gerne und bitte! Respektlosigkeiten, andere Menschen von oben herab behandeln  – nein. Vor allem weil ein Großteil dieser Menschen nicht versteht, dass sie damit andere verletzen und wenn sie es doch tun, dann wird über die blöde Political Correctness geschimpft. Das brauche weder ich noch die Leser, die mein Blog wirklich interessiert.

Also denn – auf ein Neues!

 

 

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Wenn der Krebs lacht

Eigentlich sollte mein erster Post nach längerer Pause auch eine Erklärung beinhalten sowie die eine oder andere Änderung. Aber –  wie das eben im Leben so ist – es schert sich wenig um unsere Pläne und zeigt uns immer mal wieder, was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht.

Während ich noch im destruktiven Fuck you, cancer-Modus bin, haben andere schon gefühlvolle Texte geschrieben, die genau das ausdrücken, was ich schreiben wollen würde, aber gerade nicht in der Lage bin.

Daher verlinke ich auf den Text der wunderbaren Frau Fluchten – besser und treffender ist meine eigene Seelenlage gerade nicht zu beschreiben.

Für einen Menschen, den ich nie persönlich kennen gelernt habe und der doch so fehlen wird.  Und für die Menschen, die er zurück lässt.

Für Tanja. Und für uns.

 

 

 

 

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12 von 12 im Februar

Heute aus der UNESCO-Welterbe-Stadt Stralsund. Es war ein tolles Wochenende!

 

Mehr bei Caro

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Kurzes Rechenbeispiel am Morgen

In der Schule war Mathe ja nie mein starkes Fach, seltsamerweise im Studium schon eher. So oder so wußte ich aber schon sehr früh, dass 22 Mrd Euro weniger sind als 259 Mrd Euro.

Ich komm drauf, weil mir ja immer vorgeworfen wird – gerne auch hier im Blog – ich sei ja so ein schrecklicher Gutmensch, der verkennt, wie teuer uns die Flüchtlingskrise kommt und wir alle an den Kosten zugrunde gehen werden. Nun also die Zahl 22 Mrd Euro, die uns die Flüchtlinge kosten. Das ist verdammt viel Geld, das für Leute ausgegeben wird, die vor Krieg und anderen Katastrophen fliehen und bei uns Schutz suchen. Das Geld muss man, das gebe ich gerne zu, erstmal haben.

Aber wir haben es ganz offensichtlich. Denn bis heute hat uns die Bankenkrise 259 Mrd. Euro gekostet. Das sind knapp 12 Mal soviel. Das ist Geld, das wir ausgeben um Banken zu retten, deren Manager es durch eigene Schuld geschafft habe, sich selbst und damit auch uns an den Rand des Abgrundes zu treiben. Mit diesen 259 Mrd ist nicht ein einziges Menschenleben gerettet worden, dafür aber mehrere Ablösen oder gar Boni irgendwelcher Manager, die Scheiße gebaut haben und, schlimmer, es auch weiterhin tun.

In einer perfekten Welt würden jetzt die Manager geprügelt werden. Werden sie aber nicht. Statt dessen wird sich Sorgen gemacht, dass uns Flüchtlinge mit einen Zwölftel der Summe ruinieren, wir alle in die Steinzeit zurückfallen und das Geld jetzt deutschen Obdachlosen und anderen Bedürftigen fehlt.

Dass der gemeine Wutbürger eher schlecht im Bereich des Mitgefühls und der Empathie ist war mir bekannt. Die Unfähigkeit zu Mathe auf Grundschulniveau hingegen ist mir neu. Vielleicht wäre es daher an der Zeit, dass die Banken unserer Gesellschaft, die sie vor dem Ruin gerettet hat, etwas zurück geben. Ich denke da so an den gerechten Zehnten. Ich hab auch schon einen Vorschlag, wo die gesamte Kohle hin könnte: Wie wäre es mit dem Bildungssystem?
Damit der kleine Wutbürger von Morgen nicht nur Grundkenntnisse in Mathe erlernt sondern auch eine Chance bekommt, Zusammenhänge zu erkennen. Und gewisse Parteien mit ihrer Panikmache elendiglich scheitern.

Ach, welche schöne Utopie.

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Dialog des Tages

Kind Nummer Zwei lernt die Zeitformen im Deutschen. Bisher ohne größere Probleme. Nur beim Perfekt hakt es etwas.

„Ok, wie wird denn das Perfekt gebildet?“ Fangen wir doch mal von vorne an.

„Na, mit „haben“ oder „sein“. Und mit einem Partywort.“ Huh?

„Huh?“

„Na, dem Partydingens…“

„Partizip. Das Ding heißt Partizip“

„Na und? Feier ist Feier.“

Solange er es nur begriffen hat.

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Reicht es nicht langsam?

Reicht es nicht langsam, dass  immer und immer wieder Gewalt auf uns einprasselt?

Reicht es nicht langsam, dass jede noch so schreckliche Tat durch einen Medienhype eine Steigerung erfahren muß?

Reicht es nicht langsam, dass es „die wichtigsten Bilder“ zu einem unfassbaren Ereignis her müssen?

Reicht es nicht langsam, dass Dinge nur dann passieren, wenn wir Bilder oder Videos haben, die immer grausamer werden müssen?

Reicht es nicht langsam, dass Menschen sich in den Netzwerke aggressivst angehen, wenn sie über besagte Ereignisse schreiben?

Können wir nicht alle bitte drei Schritte zurück treten, die Leute ihre Arbeit machen lassen, die sie tun sollen und die auch ohne den permanenten Sensationswahn schwer genug ist?

Können wir stattdessen nicht inne halten und uns überlegen, was man selbst zu dem Hass um uns herum beiträgt?

Können wir bitte endlich aufhören, Zynismus, Sarkasmus, Halbwahrheiten, Mutmaßungen oder gleich Lügen zu verbreiten?

Mit jedem bösartigen Kommentar, jeder Hasstriade, selbst mit jeder bissig-gemeinen Antwort lenken wir von den wahren Opfern ab. Von denen, die unser Mitgefühl und unser Miteinander brauchen. Ich verstehe so vieles nicht mehr in dieser Welt. Aber diese selbstdarstellerische Respektlosigkeit, die ich seit gestern abend aufgedrängt bekommen habe hat eine neue, schreckliche Qualität bekommen, die nur sehr schwer zu begreifen und zu ertragen ist.

Warum, um alles in der Welt, warum kann man nicht einfach mal still sein, einfach mal die Klappe halten, wenn man nichts Mitfühlendes oder wahlweise wichtige Informationen von sich geben kann?

 

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Dialog des Tages

Familie S. aus Z. ist auf dem Weg vom Weihnachtsbaumschlagen nach Hause. Im Radio wird von Adventskranzliedern im weitesten Sinne geredet, wie zum Beispiel „Ring of Fire“.

„Kind Nummer Eins, von wem ist „Ring of Fire?“ Ratlosigkeit neben dem Baum in der hinteren Hälfte des Autos.

„Kleiner Tip: The man in black!“

„Der Graf von Unheilig!“ Befriedigung schwingt in der Stimme mit.

Wir haben als Eltern versagt. Kläglich.

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