Food

Der Nudelsalat

Und wieder ein Novum. Ich habe hier noch nie Rezepte gepostet – man muss ja nicht jedes Klischee erfüllen. Aber nachdem ich so oft und so nett gebeten wurde. Also:

250gr Nudeln (was gerade da ist),
250gr Kirschtomaten, halbiert
50-70 gr Pinienkerne, zerstoßene Cashews gehen auch
2 Handvoll Ruccolasalat (wenn nicht zur Hand, funktioniert auch Pflücksalat)

Die Nudeln in Salzwasser kochen und abkühlen lassen, die Kerne kurz anrösten und alles, bis auf den Ruccolasalat, in eine Schüssel geben.

Die Marinade besteht aus:

2-3 Eßl Öl (gerne gemischt, Sonnenblumenöl mit Sesamöl zum Beispiel)
1-2 Eßl Essig (einen nicht zu intensiven)
1 Tel Senf, mittelscharf
Salz
1-2 Eßl Honig

Alles in ein altes Marmeladenglas geben, schütteln und über den Salat geben.

Den Ruccola erst kurz vor dem Servieren unter den Salat mischen. Fertig

Man kann den Salat auch sehr gut mit griechischen Reisnudeln machen. Oder mit Nudeln, die gerade übrig geblieben sind.

So, das war mein Ausflug in das Reich der Martha Steward. Danke, bitte weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter.

 

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Parallelkulturen in Deutschland

Ich habe mich heute in der großen Stadt mit einem ehemaligen Schulfreund auf einen Kaffee getroffen, der zufällig gerade in Berlin war und vor dem Rückflug noch zwei Stündchen übrig hatte. Und weil das mit Schulkameraden ja immer so eine Sache ist, hab ich mich in volles Ornat mit Rock, Make-up und High-Heel-Stiefel geworfen – schließlich will man ja zeigen, daß man sich gut gehalten hat. Es war auch wirklich sehr nett und wir haben viel gelacht.

Auf dem Rückweg beschloss ich, kurz im Biosupermarkt vorbei zu schauen, da meine Kinder Hirse-Pops zum Frühstück lieben und der Tag schon schlecht anfängt, wenn Mutter mal wieder den wöchentlichen Gang zum dörflichen Biomarkt verschwitzt hat. Und ich muß sagen, ich war von der Auswahl der Artikel dort extrem beeindruckt. Wäre ich nicht mit der Bahn gewesen, ich hätte mir das Auto voll laden können.

Weniger beeindruckt waren anscheinend die anderen Kunden von mir. Schon als ich mit meinen Stahlpfennigabsätzen in den Markt kam, drehten sich ob des wohl für ein Geschäft dieser Art ungewöhnlichen Geräusches wirklich sämtliche Leute um und starrten mich an, als ob ich mit jedem Schritt ihr Karma durchlöchern würde. Nun darf man nicht zimperlich sein, wenn man meint, mit wehendem Ledermantel durch das Dorf oder auch die Stadt gehen zu müssen. Aber die Kunden dort mit ihrem sorgfältig geplanten Mir-ist-ja-so-egal-was-ich-anziehe-Chic (danke liebe Frau Lostinabadbook, ich liebe Deine treffenden Beschreibungen) starrten mich an wie eine Außerirdische.

Wenn man sich in solchen Fällen nicht total lächerlich machen will, hilft nur eins: Nase hoch, Schultern straffen, Blick geradeaus und durch. Auf der Rolltreppe, die keine Treppe sondern eine Schräge war, was sich mit mit einer natürlichen Absatz-Neigung von 10cm beim Runterfahren als bänderdehnende Herausforderung er- und ein für alle mal bewies, daß das Klientel dort doch die etwas rustikalere Schuhmode bevorzugt, klapperte es noch mal sehr metallisch. Um so mehr, als ich mehr als einmal mit lautem Geklapper zu Seite springen mußte, weil mir umgekehrt zur Laufrichtung des Bandes Kinder in die Beine sprangen. Vier Stück. Wiederholt. Irgendwie geartete Eltern waren nicht zuzuordnen, geschweige denn nahmen sie sich die Jungs und Mädels mal zu Seite.

Und es war unglaublich laut. Was unter anderem an dem ca. eineinhalbjährigen OskarJakobPaul lag, der seinem Trotzanfall erlag. Und noch einem. Und noch einem. Und einem vierten. Nun habe ich bekanntlich selbst zwei Kinder, die durchaus einen ordentlichen Schreianfall zur rechten Zeit am rechten Ort zu schätzen wissen. Ich hab keine Ahnung, ob es daran liegt, daß ich mich nicht durchgehend biologisch wertvoll ernähre und meine Nerven durch zuviel Konservierungsstoffe geschädigt sind, aber nach dem vierten Mal noch geduldig

„Aber OskarJakobPaul, wir wollen doch nicht noch mal schreien, das haben wir doch gerade besprochen. OskarJakobPaul, ich fände das jetzt wirklich toll von Dir, wenn Du aufstehen würdest, schau mal, die Frau da möchte mal durch“ und auf mich zu zeigen, finde ich einen sehr beeindruckenden Beweis an Sanftmut. Die Frau lächelte leicht unsicher und stieg über das sich am Boden windende Kind Richtung Selbstbedienungsborttheke. OskarJakobPaul hörte spontan auf zu schreien und starrte mich an. Als ich nach getaner Brotentnahme Richtung Kasse klapperte, ließ die Schockstarre nach und das Kind setzte zu Trotzanfall Nummer fünf an. Was die Samtpfötchenstimme hinter mehr sagte, habe ich dann aufgrund des erneut anschwellenden Lautstärkepegels leider nicht mehr verstanden.

Ich war so froh, daß an der Kasse keine Schlange war. So gut ich den Laden finde, ich schwöre, ich werde nie wieder ohne Ohrenstöpsel und angemessenem Dresscode da rein gehen. Und schon gar nicht gehe ich da mit meinen Kindern hin. Nachher können die von den intellektuellen, bestimmt ihren Namen tanzenden Kindern dort was lernen.

Ne, lass mal lieber.

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Nicht für die Schokolade, für das Leben lernen wir

Kind Nummer Zwei ist gerade in einer schwierigen Phase. Er schwankt von kariesverursachendem zuckersüss zum Terrorblag erster Kategorie. Und zwar im Wechsel. Der wiederum innerhalb von Sekunden stattfinden kann.

Ich bin ja für sowas nicht gemacht und auch nicht dafür, meinem Kind immer und alles sofort zu vergeben. Dazu kommt nämlich die „Nein“-Phase. Egal was ich tue und mache – er ist erstmal auf Kontra gebürstet. Und zwar vom Aufstehen an. Plus die wiederum ganz normale Kleinkindeigenschaft alles anzufassen und auszuprobieren. Und dementsprechend in Einzelteile zu zerlegen.

Mit diesen Voraussetzungen ging ich also heute mit ihm in den Supermarkt – es ließ sich leider nicht verhindern. Nun wissen meine Kinder, wenn sie sich ordentlich betragen, dürfen sie sich eine Süssigkeit aussuchen. Und nein, das ist keine Bestechung, das ist lediglich eine sinnvolle Hilfe für das Kind, sich verflucht noch mal zusammen zu reißen seine Prioritäten zu überdenken. So auch heute. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als er die Smarties in der Hand hatte.

„Mama, kann ich die jetzt essen?“ Wann durftest Du das je, mein Kind?

„Nein, die müssen wir erst bezahlen.“ Zum 100.000 Mal.

„Kann ich dann im Auto eins essen?“ So, wie dieser Tag läuft…

„Ok, im Auto darfst Du dann EINEN!“ Und wende mich der Nervennahrung für den Autor zu. Bis ich irgendwann ein leises „Plopp“ höre und der Boden der Smartiespackung durchgebohrt ist – immerhin hält er das offene Ende nach oben.

„Sag mal, was soll denn das? Ich dachte, wir hätten uns drauf geeinigt, daß Du sie im Auto ißt. Ich bin sehr enttäuscht von Dir.“ Mutter hat ja gelernt, daß sie nicht „ganz doll traurig“ sein darf. Steht in jedem nicht gelesenen Erziehungsratgeber schon auf Seite 3.

Große Augen, trotziges Gesicht, tiefes Luftholen, lautes C-Dur

„Neeeeeiiiiin, Mama nicht täuscht sein! Ich bin ganz liiiiieeeeb. Nicht täuscht sein!!!“ natürlich durch den ganzen Laden. Die Leute schielen schon in die Süsswarenreihe. Kind guckt sich um, sieht das, schließt den Mund, legt den Kopf schief, die Augen werden noch größer, und haucht sehr laut hörbar

„Mama, ich bin doch sooooo lieb, Ich bin ganz lieb. Guck, ich halte die Marties doch nur!“ Plinker, plinker. „Ich darf die im Auto?“ Und behält mit den kleinen Fäusten die Rolle umklammert.

Konsequenz ist, wenn man dann hart bleibt, die Leute ignoriert, das dann folgende Brüllen des Kindes in den eigenen Ohren auf nicht existent schaltet und alles Schreien ignoriert. Diese Konsequenz war mir am Ende dieses Tages nicht mehr gegeben und ich gab nach. Aber ich tröste mich damit, daß mein Kind etwas gelernt hat, was mir damals mal ein wohlmeinender Chef nahe gelegt hat:

„Wenn Du Mist gebaut hast, dann sieh zu, wie Du ihn mit Charme und einem gekonnten Augenaufschlag wieder hinkriegst.“

Er ist einfach nur seiner Zeit voraus, mein Sohn.

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ThanksGiving light

Manchmal überrasche ich mich ja selbst. Wegen schon erwähnten Umdisponierungsmaßnahmen fand gestern Abend das Possumsche ThanksgivingDinner statt. Die letzten Jahre lief das in etwa so ab, daß ich die zwei Tage davor in Panik verfalle, koche, putze, backe und am Ende des Tages mich nur noch mit Hilfe eines guten Roten auf den Beinen halten kann. Da wir diesmal aufgrund der Umstände irgendwie alles stark reduziert haben und ich vor lauter Arbeit auch gar keine Zeit hatte, mich aufzuregen, war genau das diesmal anders. Das hatte durchaus seine Vorteile.

Und dadurch, daß ich nicht die Zeit hatte, dauernd auf die Rezepte zu schauen, die sich noch im Computer befanden, hab ich das erste Mal uralte Familienrezepte….nun…ich habe sie einfach angepaßt. Du weißt, daß Du in der Küche des Landes Deines Ehepartners angekommen bist, wenn Du anfängst ohne schlechtes Gewissen Jahrhunderte alte Rezepte zu verändern. Und sie dann auch noch schmecken.

Außerdem ist die Tage vorher einfach viel passiert, da relativiert sich so einiges. Es ist schlicht egal, ob der Süsskartoffelauflauf einen Tick zu süss ist oder das Fleisch ein Mü zu durch – Himmel, es gibt wahrlich Schlimmeres im Leben. Hauptsache man ißt zusammen, das Essen ist genießbar und man hat Spaß.

Und so war ich mit den Vorbereitungen um halb vier nicht nur soweit fertig, daß alles nur noch in den Ofen geschoben werden mußte, ich habe auch noch ein Bad genommen – das sogar fast entspannend gewesen wäre, wenn nicht kleine Hände mir ein mittlerweile als vermißt gemeldetes grün-gelbes Boot ins Wasser werfen wollten und Sechsjährige dringend Fragen fragen wollten, die sie aber leider gerade vergessen hatte.

Was soll ich sagen, es war einfach nett und lecker und gut. Ich wäre nur dankbar, wenn wir das das nächste Mal ohne vorherige Erinnerung daran, daß so ein Event die Hektik vorher nicht wert ist, über die Bühne bringen könnten.

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Rezepte, die das Leben schrieb

Ich habe eine Theorie, wie fusion- cuisine entstanden ist.

Irgendein Mensch in einem kleinen Dorf dieser Welt wollte seine Gäste/Familie bekochen Und weil er aber kaum Zeit hatte, griff er schnell zu einer Packung Tiefkühlgemüse asiatischer Art. Zuhause bereitete er die Udon-Nudeln und die Würzsosse zu. Zwar kam ihm das Gemüse seltsam europäisch vor, aber hey die Kinder wollten ob eines Streites um ein Gummibärchen getrennt die Gäste wollten unterhalten werden. Also warf er alles im Wok zusammen und kümmerte sich nicht weiter drum.

Und so dämmerte es dem Koch erst am Tisch, daß da was grundlegend falsch war. Er/sie/es riß die leere Tüte aus dem Gelben Sack und siehe da, statt asiatisch stand da italienisch. Und da der Koch das Essen nicht wegwerfen wollte, gab er ihm einen fancy Namen, nannte es fusion-cuisine und alle dachten, daß muß so schmecken.

Ja, so muß es gewesen sein.

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Gaumenfreuden im Bunker

Der Autor hatte ja bekanntlich letzte Woche Geburtstag. Und was schenkt man einem Mann, der sich einen neuen Monitor wünscht? Richtig, man schenkt ihm eine romantische Nacht im Burghotel mit Candle-Light-Dinner. Und um die Romantik perfekt zu machen noch eine Führung durch einen Atombunker.

Und so luden wir beide Kinder schlechten Gewissens bei Freunden ab – schlechten Gewissens deshalb, weil Kind Nummer Zwei ja noch nicht durchschläft, was aber aber natürlich diese Nacht ausnahmsweise mal getan hat, was ich wiederum einfach mal nicht persönlich nehme – und fuhren dahin. So richtig mit 4-Gang-Menü und Wellness und so. Ich hab den Autor aus der Erlebnisdusche gar nicht mehr rausbekommen und mir zusammen mit den restlichen Besuchern seine Begeisterungsstürme bezüglich des „Tropical rains“ und des „Caribian Dream“ anhören dürfen. Stürmelang.

Ja, und heute waren wir dann im logistischen Atombunker der Deutschen Demokratischen Republik. Und weil ich eine liebende Ehegattin bin, bin ich mitgegangen. Ich hab vielleicht gefroren – in dem Ding herrschen gerade mal 12 Grad, eine Heizung gibt es nicht – logisch, wär das Ding mit über 400 Leuten voll besetzt und alle Maschinen an, wäre da auch so rubbeldiekatz 30 Grad drin. Abgesehen von der Tatsache, daß der Autor und ich in unseren dünnen Fähnchen um die Wette gebibbert haben, war es super interessant und wirklich aufschlußreich. Zwar sind einige Witze an uns Wessis schlicht vorbei gegangen – so konnten wir mit der Erwähnung von blauweißkarierter Bettwäsche jetzt wenig anfangen, die umstehenden Mitbesucher hingegen wollten sich fast ausschütten vor Lachen – aber alles in allem war es schon klasse. Und heftig zu sehen, daß 20 Jahre eine Ewigkeit sein können, was die Technologie und Einrichtung angeht. 1976 war das Ding das Modernste an Bunker, was es gab. Schon 13 Jahre später lohnte das technische Equipment schon nicht mehr die Arbeit, es aus 29 Meter nach oben zu holen, so veraltet war es. Was uns heute ein eindrucksvolles Museum beschert. Trotzdem war ich froh als ich wieder hoch in den Wald krabbeln konnte.

Und jetzt sollte ich sowas sagen wie

„Ach, aber ich war froh, als ich meine Kinder wieder in den Arm schließen konnte“

Um ehrlich zu sein, hat das noch etwas gedauert, denn die hatten sich mit den Nachbarskindern und eigenem Nachwuchs der Sitter leider gerade zu einer Zirkustruppe zusammen getan und konnten die Eltern leider gerade gar nicht brauchen.

Und so hatten nicht nur der Autor und ich unsere lange notwendige Auszeit, sondern auch unsere Kinder, wie sie uns sehr eindrucksvoll klarmachten.

Erwähnte ich, daß wir bei sowas gerne glauben möchten, daß wir gravierernd etwas richtig gemacht haben?

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Zum Dessert heute: Brüllaffe

Gestern beim Abendessen – immer noch auf dem Berg.

Ein Kind vom Nebentisch kriegt einen Heulkrampf. Bei den ersten lauten Tönen gehen die Köpfe der Eltern an den drei umligenden Tischen ruckartig hoch, es wird hektisch bei den eigenen Kinder nach Brüllanzeichen gefahndet.

Wenn diese nicht da sind oder – noch besser – gleich das ganze Kind durch Abewesenheit glänzt, entspannt man sich, denkt

„Nicht mein Kind“

blendet das Geschrei aus und wendet sich wieder dem hervorragenden Tafelspitz nebst Grünem Veltliner zu.

Ja, so ist das, wenn man Kinder hat. Man wird zwar nicht schadenfreudig, das nicht, aber ein klitzekleines

„Besser deren Kind als meines“

kann man sich irgendwie doch nicht verkeifen. Gemein ist nur, daß auch hier die Gerechtigkeit zuschlägt und es irgendwann mal eines von meinen Kindern sein wird. Das ist sicher. Leider.

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