Family, Garten

Auf das ewige Auf und Nieder

Andere Leute gehen im Frühling her und verschönern ihren Garten. Ich nicht. Ich mach ja nie, was andere machen. Ich verschandle meinen.

Seit Jahren schielen meine Kinder und ich auf ein großes Trampolin. Seit Jahren gibt es für die Brut kein Halten, wenn sie irgendwo so ein Ding sehen. Und seit Jahren überlege ich mir, wie ich das am geschicktesten schaffe, auch auf das Ding zu kommen, ohne das ich mich lächerlich mache. Und dieses Wochenende war es soweit, wir haben auch eins. Sehr groß und sehr dominant prankt es in unserem Garten. Es lenkt den Blick von meinen Blumen, von meiner Osterdeko, von der schönen, fast ganz blühenden Blutpflaume und den zarten, sprießenden Fühlingsboten ab.

Drei Meter Durchmesser, Sicherheitsnetz und der neue Magnet für alle Nachbarskinder. Meine und alle assozierten Kinder haben Kreuzschmerzen und jammern über Muskelkater – sind jedoch laut Elternberichten glücklich, wenn auch total erschöpft ins Bette gesunken.

Ich nicht. Ich geh erst jetzt gleich, wenn keiner mehr hinguckt und es dunkel ist, damit ich nicht den letzten Respekt verliere, den ich hier in der Nachbarschaft noch habe.

Jetzt, wo alles schläft. Und mich keiner sieht. Wir sehen uns dann, wenn ich vor lauter Schmerzen wieder sitzen kann.

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Family, Garten

Das tapfere Meerschwein

Wir sind ja nicht für Nager und anderes Kleingetier geschaffen. Anfang des Jahres haben wir zwei Zwergwidder geerbt, von denen nach 3 Tagen noch genau einer da war, der andere ist entweder aus dem Freigehege enthoppelt oder aber der Nachbarshund hat ihn geholt, so ganz sicher sind wir uns da nicht.

Jedenfalls mußte, damit der Hase nicht so alleine ist und Kind Nummer Eins das Weinen aufhört, ein neues Vieh her. Da die Patentante gerade anwesend war, wurde ihr die Aufgabe zuteil mit dem Kinde los zu fahren und einen neuen, kleinen Vierbeiner zu holen. So kam Pünktchen, ein Meerschweinmännchen, zu uns. Leider blieb er nur bis vorgestern abend. Als wir die Tiere nämlich ob des nahenden Gewitters von ihrem Freigehege in ihre Residenz bringen wollten, ist es uns entfleucht. Wieder Geheule bei Tochter, Brennesselquaddeln und ungezählte Mückenstiche bei Possum und Autor beim Versuch, das Tier wieder einzufangen. Allein, irgendwann raschelte auch nix mehr, es war weg.

Wir gaben a) auf und b) dem Biest bei der hiesigen Katzen- und Hundedichte nicht mehr als 12 Stunden. Unsere Hoffnung war nur, daß die Kinder nicht eines sehr nahen Tages auf gewisse sterbliche Überreste treffen würden. Und tatsächlich sahen sie Pünktchen wieder. Heute abend. Im Garten. Höchstlebendig. Hurra. Nun wissen wir, dem Tier geht es gut und es lebt. Leider läßt es sich durch nichts und niemanden überreden, sich wieder in wohlige Gefangenschaft zu begeben.

Im Gegenteil, sobald wir alle im Haus verschwunden sind, kommt es raus, rennt zum Hasen, frißt, schaut und läßt sich die Sonne auf den Rücken scheinen. Sobald sich auch nur einer von uns nähert, rast es zwischen Hecke – die mit den Brennesseln – und Holzlager hin und her. Und ich mit dem Käscher hinterher. Vergebens, wie man sich denken kann. Mittlerweile ist der Holzturm einmal ab-, wieder auf und wieder abgebaut worden, damit man das Holzlager einsehen kann. Was nicht hilft, denn das Gitter da ist so engmaschig, daß man das Meerschwein zwar grinsen sieht, aber keine Chance hat, dran zu kommen. Derweil sich der Hase in seiner Villa einen Platz in der ersten Reihe gesucht hat und vor Vergnügen mit den Ohren schlackert.

Oder deutlicher ausgedrückt: Das Biest verarscht uns.

Aber gut, wir sind ja flexibel und tolerieren alternative Lebensformen. Dann haben wir eben ein freilaufendes Meerschwein im Garten. Artgerechter geht es kaum noch.

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Garten

Genauer die Möhren nie sprossen

Ich bin ja nicht wirklich festgelegt, was meine Arbeit angeht und mache (fast) alles, was anfällt und was Geld gibt. Und wie schon mal erwähnt, brauche ich immer mal wieder seltsame Programme und/oder Vorlagen. Diesmal hätte ich gerne eine Vorlage für ein Exposé gehabt.

Hab ich nicht gefunden.

Dafür aber ein Template für ein Gemüsebeet. Gut, ich weiß, es ist wieder Gartenzeit, aber ich finde, man kann alles irgendwann irgendwie übertreiben.

Den Autor hingegen wird das interessieren. Und ich sehe es kommen, daß er seinen Gemüsegarten am Computer plant, hegt und pflegt, während ich mein Exposé per Hand in die Erde einritzen muß.

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12 von 12 im Februar 2010

Und es ist wieder soweit, 12 von 12 im Februar 2010 und weil die Kinderärztin heute meine Hoffnung auf ein zumindest tagsüber kinderfreies Haus zerstört hat, hab ich mich beeilt, damit ich dann ab 13 Uhr das zu 98% gesunde Kind dem Autor zu Schlafe übergeben und endlich anfangen kann, zu arbeiten.

Nun aber:

Kaum von der Nachtschicht da, schon beim Frühsport. Damit ich überhaupt aus der Garage kam, um

Kind Nummer Eins zur Schule zu bringen. Sie war seit Wochen in keinem anderen Outfit mehr auf dem Weg zur oder von der Schule anzutreffen. Danach dann zur Kinderärztin, die Kind Nummer Zwei erst ab Montag wieder zur KiTa freigegeben hat.

Zeit, die Medikamente einzupacken. Das ganze Zeug haben meine Kinder in der letzten Woche in der einen oder anderen Form bekommen. Der Blick aus dem Fenster

Jeden Tag ein klein wenig weißer, die Wände im Garten ein klein wenig höher. Ich kann es langsam nicht mehr sehen, vor allem, wenn die Wolkendecke so grau ist. Der Versuch, ein wenig Farbe in unser Leben zu bringen

oder auch so

scheitert irgendwie.

Daher wird das Kind von der Beschäftigungsanlage dem Bildungsfernsehen gerissen und

auf einen Spaziergang zu unserem dorfeigenen, größten Schneemann (4,60m nebst Familie) zu gehen.

Dabei sind wir an den traurigen Überresten meiner Rose vorbeigekommen sowie

meinem eigenen, kleinen, verschneiten Winterwald.

Noch schnell bei der Tanten-Nachbarin vorbei, den kleinen gerade genesenden, sich tapfer haltenden Jungen geben und dabei Süsskram abstauben. Dann schnell heim und

und in der Bibliothek nach Ideen für heute abend gesucht. Das Ergebnis wird hier dann aber nicht mehr erscheinen, weil die Erschafferin in Arbeit untergehen wird.

So, das war schnell, kurz, schmerzlos und sehr schneelastig.

Mehr gibt es hier

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Zur frühkindlichen Therapie bitte hier entlang – Teil II

Das Schuh-Gen ist bekanntlich groß in dieser Familie. Aber bisher dachte ich, es würde nur die weibliche Seite der Sippe betreffen. Weit gefehlt.

Ich habe heute nachmittag verzweifelt meine Rasenmähturnschuhe gesucht und rannte fluchend

„Verflixt, wo sind nur die Schuhe zum Rasenmähen….Maaaaann, immer muß ich die Dinger suchen!“

durch Haus und Garage. Mein Sohn schaute sich das an, ging zum Schuhregal, legte den Kopf schief, wählte aus, kam mit meinem zweithöchsten Paar Heels in die Küche, hielt sie mir mit seinen kleinen Händen hin und strahlte mich (die ihre schon grasbefleckte, abgeschnittene Jeans und ein ähnlich verziertes Shirt anhatte) an

„Mama, die hier anziehen. Die sind schön zum Gras cutten.“

Ich will überhaupt nicht darüber nachdenken, was das nun wieder tiefenpsychologisch zu sagen hat. Ich werd es dann in 14 Jahren an der Therapierechnung sehen.

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Garten, Life

Der Mörder der Rose

ist ausnahmsweise mal nicht der Gärtner, sondern der Autor. Und er zeigt noch nicht mal Reue.
Aber von vorn:

Wir haben, als wir den Garten anlegten, den hinteren Teil durch eine Hecke sowie einen Holzbogen abgeteilt. Diesen Holzbogen habe ich mit weißen Kletterrosen bepflanzt. Nun steht das Ding da schon ein paar Jahre und ist natürlich ein wenig gewuchert, weil ich da ganz, ganz oben schlecht drankomme. Also hatten wir beschlossen, das Ganze etwas zu stutzen.

Und so fragte der Autor, ob er so *DaumenundFingerzeigtendieHöhe* kürzen sollte. Ja, sagte ich, das ist gut und ging meiner Sonntagsnachmittagswege. Nach 30 Minuten kam ich wieder raus.

Und es standen nur noch Stummel da, die karg, ganz winizig nur über das Gerüst ragten. Auf dem Boden, abgeschnitten und tot, meine wunderbaren jungen Triebe.

Gleich nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte, setzte leichte Hysterie ein. Wenn es um meine Rosen geht, bin ich humorbefreit.

„Was denn, ich hab doch gesagt, ich kürze, ich hab Dich sogar gefragt“

„Ja, aber um soviel und nicht auf soviel!!!“

„Gar nicht.“

Justament an diesem Zeitpunkt kam eine Nachbarin vorbei, stoppte, starrte auf das Desaster und meinte nur

„Oh mein Gott!“

und gleich danach mit sehr mitleidigem Blick

„Ach, das wächst wieder. Bestimmt. Glaube ich!“

Unglaublich! Sie werden den bitterlichen Frosttod sterben. Ich weiß es. Und er auch! Jedenfalls murmelte er gerade was von „michaufdenNachtdienstvorbereitenlegmichdannmalhin“ und ward nach dem Kinderzubettbringen nicht mehr gesehen, um weiteren Diskussionen aus dem Wege zu gehen.

Dabei war das nun wieder total unnötig. Denn meine Rose wäre nicht meine Rose, wenn sie sich nicht – wenn auch erfolglos – gewehrt hätte. Gleich nach dem Kahlschlag hat er sich nämlich mit Pinzette und Nadel ins Bad zurückgezogen, um die Spuren des Kampfes zu beseitigen. Wenn wir fallen, fallen wir nie kampflos. So lob ich mir das. Das lindert ein wenig die Wehmut, wenn ich aus dem Fenster schaue und mein Rosengerippe mich traurig anschaut.

So, und jetzt warte ich noch auf die Dunkelheit und dann schleich ich mich in den Gemüsegarten und ziehe alle restlichen Möhren, köpfe seinen restlichen Romana und klaue die Tomaten. Und morgen gibt es Salat!

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Garten, Life

Aua!

Dieser Eintrag wurde durch den Eingriff der gemeinen Vespula Vulgaris verhindert.

Sie stach in meine Leiste, als ich meine Sohn auf dem Schoß hatte und mit ihm kuschelte. Jetzt tut es weh, sehr weh, ist rot und geschwollen, das Gift breitet sich aus und es brennt, das Bein tut weh und es kribbelt ganz böse.

Ich geh dann mal kühlen statt schreiben.

Und sollte irgendwer die ultimative Wespenfalle kennen – immer her damit. Die haben schließlich angefangen.

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