Braucht das noch wer oder kann das weg?

Ich bin ein hoffnungslos optimistischer Mensch. Mein Glas ist immer halb voll und ich glaube daran, dass das Böse niemals ganz siegt. Unrecht dauert oft lange, aber niemals ewig.

Doch gerade im Moment reicht es echt – Terroranschläge überall, Amokläufe (Nizza geht für mich bisher noch in diese Ecke, nur weil der Ausführende ein Muslim war, bedeutet es nicht, dass es automatisch ein Terroranschlag ist. Psychische Krankheiten scheren sich nur sehr selten um Religionszugehörigkeiten), Putschversuche, die alles nur noch schlimmer machen und all die anderen Sachen, die es noch nicht mal mehr in die Nachrichten schaffen.

Dazu diese unfassbar vielen persönlichen und gesundheitlichen Schicksalsschläge in meinem Umfeld, die nicht abzureissen scheinen. Man weiß gerade nicht mehr, wo man zuerst trösten und Mut spenden soll. Und das Jahr ist gerade mal halb rum. Das hat auch nichts mehr mit persönlicher Wahrnehmung zu tun. 2016 ist einfach mal scheisse und kann weg.

Trotzdem, ich weigere mich, zum Pessimisten zu werden. Bangemachen gilt nicht, ich werde nicht meine Kinder mit einer Mischung aus Angst und Panik erziehen und ich werde ihnen nicht erklären, dass sie den anderen Menschen mit Vorsicht begegnen müssen.

Aber, verdammt noch mal, das ist mir echt schon mal leichter gefallen.

 

Published in: on 16. Juli 2016 at 07:34  Schreibe einen Kommentar  

I wanna be dirty

Es ist nicht, dass ich es nicht versuche. Jetzt wirklich mal. Ich versuche ja auf den einen oder anderen Zug im Ernährungsbereich aufzuspringen. Ehrlich. Aber *hilflosdieArmeindieLuftwerf* wenn die doch bei näherer Betrachtung sich selbst so disqualifizieren – was soll ich denn tun?

Mein jüngstes Beispiel ist Clean Eating – Neudeutsch für Gesunde Vollwertkost angereichert mit der Regel, nichts zu essen/kaufen was mehr als fünf Inhaltsstoffe hat oder deren Zutatenliste man nicht aussprechen kann. Sowas in der Art hab ich früher schon mal gemacht, fand das wunderbar, wollte es wieder aufleben lassen und auch endlich mal hip sein. Bis ich mich dann ein wenig weiter eingelesen habe.

Da kamen so Sachen wie „Die ungesündesten Snacks für Kinder“ – gut, mit denen konnte ich noch mit gehen, die meisten sind reine Zuckerbomben. Gleich gefolgt von „Probieren sie doch diese tollen cleanen Snacks aus“ – die sich nun für wirklich alles eignen, aber nicht für Kinder unterwegs. Da geht eigentlich nur Obst, was an sich auch nicht schlecht ist, aber wer einmal mit zwei Kindern über eine Strecke von fünf Stunden im Wagen unterwegs ist, nur Obst und Gemüse für zwischendurch zu bieten hat und nicht ab spätestens Kilometer 246 komplett mit den Nerven runter ist, der hat das Gemüt eines Buddahs im Lotusblütenfeld. Auf Deutsch – komplett wirklichkeitsfremd und sehr unpraktikabel.

Aber gut, man ist ja nicht immer unterwegs, schauen wir mal weiter. Wenn mich der Hunger auf einen Apfelkuchen übermannt, dann soll ich mir bitte doch einen Teller Obst machen, der ist doch auch lecker. Mal abgesehen davon, dass zumindest ich das so nicht kompensieren kann und mir mindestens einen Apple-Crumble machen würde verstehe ich es auch nicht wirklich. Was genau so ist schlimm daran, einen Apfelkuchen zu backen, dass man ihn als reine Ausnahme sehen muß? Ja, der hat mehr als 5 Zutaten, aber es sind meine Zutaten, deren Qualität ich selbst bestimme. Soweit ich das verstanden habe, ist es die Verarbeitung und das Erhitzen an sich, was böse ist. Somit ist eine Banane, die unreif gepflückt wurde und sodann einen sehr weiten Weg unter nicht immer ganz geklärten Umständen zurückgelegt hat, nach Clean Eating also besser, als ein Apfel aus dem Garten, der zu einem Kuchen verarbeitet wird. Hm. Okeeee.

Wo sie mich dann total verloren, war beim Thema Detoxen, welches viele Clean Eating Food Seiten als total wichtig ansehen. Hier noch mal zum Mitschreiben: Ich habe wunderbar funktonierende Nieren und eine gesunde Leber, die irgendwelche Giftstoffe aus meinem Körper entfernen. Ganz von allein. Die brauchen noch nicht mal Hilfe. Wenn es Giftstoffe in meinem Körper geben sollte, die diese Organe nicht hinaus befördern können, dann habe ich ganz andere Probleme und sollte mich schnellstmöglich in die Hände kompetenter Toxologen begeben. Ach, wo wir gerade dabei sind: Ich hatte seit Jahren keine langen Antibiotikagaben mehr, mein Darm muss also weder aufgebaut noch grundsaniert werden, vielen Dank. Sollten meine Kinder übrigens beim Clean Eating zusätzlichen Probiotika brauchen, wie die Anzeige in diesem Clean Eating Text vermuten läßt, dann möchte ich das Ganze, glaube ich, nicht der Brut zumuten. Oder meinem Geldbeutel.

Also wieder nichts. Tsk. Ich werde auch weiterhin mein Wasser mit Holunderblütensirup versetzen, den die Nachbarin aus Holunderblüten und (ogottogott) weißem Zucker gekocht und mit Citronensäure versetzt hat anstatt in selbiges Wasser nur eine Dolde in rohem Zustand zu tunken.

Und ich bilde mir immer noch ein, mich gesund zu ernähren, ich unhippes Ding, ich.

Published in: on 5. Juli 2016 at 10:43  Schreibe einen Kommentar  

Wenn aus glasklar gelb wird

Unser Dorfgetränkeladen hat umgebaut und damit auch aufgerüstet. Abgesehen davon, dass jetzt alles mit Industrie-Holzimitat-Laminat ausgelegt ist, ist auch viel mehr Platz und somit gibt es auch noch vielviel mehr Auswahl. Ich hab es jetzt nicht gezählt, aber allein an Wasser mögen es an die 40 Sorten sein. Reinem Wasser, versteht sich. Da ist nicht das Geschmackswasser mit eingerechnet. Wer die braucht, ist mir auch mehr so ein Rätsel.

Von Limonaden im weiteren Sinne ganz zu schweigen. Aber heute hatte ich eine Mission: Vor einigen Wochen waren wir nämlich im Spreewald auf irgendeiner Insel essen und die Kinder wollten etwas zu trinken haben. Fanta? Sprite?

„Haben wir nicht. Aber es gibt Zitronen- und Orangensprudel.“ Unverständnis bei den Kindern, verklärter Blick bei der Mutter.

„Ohhhhhh, bitte je ein Glas – zum probieren.“ Es folgte eine lange Erklärung von Mutter und Vater, dass es damals nur die beiden Limonadenarten gab. Sonntags oder zu hohen Anlässen, was anderes kannten wir nicht.

„Aha“, sagten unisono die Kinder und nahmen einen sehr, sehr vorsichtigen Schluck. Und waren begeistert! Das würde ja soooo lecker sein. Total gut! Doch ja, ob ich die nicht auch mal für zuhause kaufen könnte.

Das hatte ich heute vor. Allein, es gab unter den gefühlten 55 vrschiedenen Sorten nicht eine Flasche, die dieser alten, am Hals gepunkteten Mehrwegflasche auf dessen Etikett „Zitromenlimonade“ oder „Zitronesprudel“ oder „Zitronenbrause“ stand und deren  Inhalt auch noch glasklar war. Doch halt, eine gab es, aber da stand „kalorienreduziert“ drauf, die wollte ich dann auch nicht.

Seufz.

Jetzt hab ich eine gekauft, auf der Zitronensprudel draufsteht, die aber wie Orangenbrause aussieht. Das ist aber einfach nicht das echte Feeling. Das Leben ist nicht fair und ich will meine alten Kindheitserinnerungen zurück. Nur, weil man sie knapp 25 Jahre nicht gekauft hat, ist das noch lange kein Grund, solche Grundfeste der 70er Jahre einfach aus zu sortieren. Ich geh jetzt mal im Internet wühlen, irgendwo wird es diese Limonade noch geben. Und wenn ich sie mir aus dem Spreewald kommen lasse.

 

 

Published in: on 2. Juli 2016 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  

Gedanke des Tages

Morgens mal eben raus in den Garten gehen können und den Kinder das Obst für die Brotbox frisch und unbehandelt vom Baum pflücken können?

Unbzahlbar.

Published in: on 29. Juni 2016 at 05:58  Comments (6)  

Wenn sich ein Kreis schließt

Einer meiner allerersten Blogbeiträge handelte davon, dass Männer (jedenfalls so gut wie alle, die ich kenne) Geschirr immer auf, nicht aber in die Spülmaschine stellen und wenn doch, sie aber nie anstellen. Der Autor hatte dazu immer so den ironischen Kommentar, er wisse doch nicht, was für ein Programm und so – sagt der Mann, der hobbymäßig programmiert.

Nun ist er einen Schritt weiter gegangen. Unsere Maschine hat gestern die Flügel gestrichen und nicht mehr abgepumpt. Der Held des Hauses hat abgeschöpft, geschraubt, gedreht und den Abfluß genau vor dem Pumploch von einer verirrten Nuss befreit – etwas, wofür ich ja schon wieder den Klempner gebraucht hätte. Probedurchlauf Maschine, alles wieder gut. Also noch mal alles eingeräumt, um im einfachen Schnell-nur-mal-spülen-Gang den Rest Spülmittel vom Geschirr zu bekommen.

Ruf aus der Küche „Das Programm geht nicht. Funktioniert nicht. Warum nicht?“ Ich geh rein, mache die Spülmaschine einmal aus, einmal an, drücke auf den Knopf – geht. Bedeutungsvoller Blick gen Autor.

Vielleicht war die Sache mit der Arbeitsteilung in früheren Zeiten, wo jeder wußte, was er zu tun hatte doch nicht eine so schlechte Sache.

 

 

Published in: on 23. Juni 2016 at 06:16  Comments (5)  

Wenn man nicht mehr „Nein“ sagen kann – Teil 2

Wir hatten doch mal die Diskussion darüber, wie kurz Miniröcke bei Mädchen sein dürfen, ohne dass sie in den Verdacht kommen, ihre Vergewaltigung selbst provoziert zu haben. Wie immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter runter, kommt das Leben in einer seiner seltsamen Formen daher und knallt noch einen drauf.

Beispiel Brock Turner, der eine bewußtlose Frau vergewaltigt und der gerade mal 6 Monate dafür bekommt.Weil er ein toller Schwimmer ist und 20 Minuten „of action“ (da weiss ich noch nicht mal, wie ich sowas übersetzten soll) zwar gerne das Leben seines Opfers maßgeblich zerstören darf, aber doch bitte nicht sein eigenes, wo kommen wir denn da hin. Was betrinkt die Frau sich auch, selbst schuld. Wie, ach, der Vergewaltiger hatte auch getrunken?  Nun ja, dann wußte er ja gar nicht, was er tat, der arme Kerl. Und zu dem Brief des Vaters kann ich als Mutter eines Sohnes sowie einer Tochter schlicht nur sprachlos das Gesicht in den Händen verbergen. Wie unfassbar ignorant kann man als Elternteil eigentlich sein?

Beispiel Gina-Lisa Lohfink von der ein Video existiert, in dem es zum Geschlechtsverkehr kommt und sie sichtlich benommen „Hör auf“ sagt und dieses Hör auf nicht nur zum Abbruch der sexuellen Handlung führt, sondern nun auch richterlich feststeht, dass es sich nicht um eine Vergewaltigung handelt, wenn einer der Beteiligten sicht- und hörbar dokumentiert nicht mehr will.

Ich hätte ja nie gedacht, dass man in unserem Jahrhundert in unserer Gesellschaft das Offensichtliche feststellen muß: Sex mit Menschen, die nicht oder nicht mehr einwilligen – aus welchen Gründen auch immer – ist kein Sex sondern eine Vergewaltigung und die ist strafbar. Ohne jegliche Ausnahme.

Dabei ist es völlig egal, was das Opfer trägt, wieviel es getrunken hat, was es von Beruf ist, ob es schon mal zu einem anderen Zeitpunkt bei einer völlig anderen Gelegenheit eingewilligt hat oder welches Geschlecht das Opfer hat.

Man stelle sich den berechtigten Aufschrei in beiden Fällen vor, wenn die Opfer Männer wären und anal von einem anderen Menschen (nein, ich weigere mich hier explizit nur auf Männer als Täter zu verweisen, selbst wenn sie die überwältigende Mehrheit sein mögen) mißbraucht werden würden. Ich wette, niemand würde auf die Idee kommen und erklären, die Jungs hätten einfach mal nicht soviel saufen sollen und nicht so enge Jeans anhaben sollen, dann wäre das schon nicht passiert.

Sicherlich kann man die Diskussion führen, ob man daran arbeiten sollte, dass Menschen vorher darüber nachdenken, soviel zu trinken, dass sie einen Kontrollverlust erleiden. Ohne Frage. Nur ist das ein völlig anderer Schnack. Es ist ein komplett anderes Problem. Das Problem des überhöhten Alkoholkonsums ist nicht der Grund für Vergewaltigungen. Der Grund für Vergewaltigungen sind Täter, die ihre Macht an wehrlosen Opfern ausleben möchten. Sie würden ja nicht aufhören, wenn plötzlich keiner mehr trinken würde. K.O.-Tropfen funktionieren auch in Softdrinks.

Wenn jetzt also mal endlich mal aufgehört werden könnte, Energie darauf zu verschwenden, was denn die Schuld des Opfers sein könnte bei einer Vergewaltigung und wir uns der echten Prävention zuwenden könnten wäre wesentlich mehr gewonnen.

 

Published in: on 10. Juni 2016 at 08:39  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Es ist Sonntag, 8:30 Uhr. Kind Nummer Zwei gerade so

„Ich bin dann mal zur Kirche.“

„????“

„Ein blaues Portal zerstören.“

Da sage noch einer, die Kinder von heute hätten mit Kirche nix am Hut…

Published in: on 29. Mai 2016 at 07:32  Schreibe einen Kommentar  

Wenn man nicht mehr „Nein“ sagen kann

Manche Dinge machen mich ja leicht fassungslos. Zum Beispiel las ich gerade diesen Artikel, in dem es darum geht, ein Gesetz zu beschließen, um eine wesentliche Erleichterung bei der Medikamenten-Forschung mit nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen zu erlangen.

Wenn mir mal bitte jemand erklären könnte, was für einen anderen Nutzen „eine unabweisbare Notwendigkeit für Forschung an Nichteinwilligungsfähigen ohne direkten Nutzen für diese Patienten“ anderes sein soll als williges, weil die Tragweite schlicht nicht überblickendes Menschenmaterial für die Pharmaindustrie, die sonst nicht genug Probanden bekommt? Und damit man freie Hand hat, schalten wir die Ethikkommission gleich mal drei Gänge runter.

Ach so, und das Ganze bitte stickum und heimlich, muss ja keiner so richtig mitbekommen, nicht wahr…wie wäre es mit einer Verabschiedung im Juni? Auch wenn man seit 2012 dabei ist, wirklich mitbekommen hat man davon ja nichts.

Damit man mich nicht falsch versteht, ich bin durchaus für die Erforschung neuer Medikamente und ich halte die Pharmaindustrie auch nicht für das personifizierte Böse. Versuche am Menschen sind notwendig und wenn sie an so gut wir irgendmöglich aufgeklärten Menschen stattfinden, die dazu ihr ausdrückliches Einverständnis gegeben haben, dann ist das für mich ok. Ich gehe sogar noch weiter und sage, wenn es einem Menschen persönlich dienlich ist, der es nicht überblicken kann, dann sollte es unter Einbeziehung eines starken Ethikrates ebenfalls unter gewissen Umständen möglich sein. Auch Menschen mit geistigen Erkrankungen bekommen schließlich Krebs und es kann möglich sein, dass ein neues Medikament, das helfen kann in diesem Fall testweise eingesetzt werden kann. Im Einzelfall.

Aber mit dieser kleinen, unbedeutenden Änderung ist dem Mißbrauch Tür und Tor geöffnet. Nochmal: Es sollen Menschen zu Forschungszwecke herangezogen werden, die von dem Medikament gar nicht profitieren, sich aber auch selbst nicht wehren können, weil sie dazu intellektuell und vielleicht auch sprachlich gar nicht in der Lage sind. Geht´s noch?

Und weil wir gerade dabei sind, wird die Kommission, die darüber wachen soll, dass sowas eben gerade nicht passiert nur noch maßgeblich an der Entscheidung beteiligt sein – von bindendem Vetorecht steht da nichts mehr.

Aber von all dem haben wir Laien ja keine Ahnung. Vielleicht mag das sogar so sein, Herr Hubert Hüppe von der CDU. Wissen Sie was? Was halten Sie denn dann davon, wenn Sie sich nicht nur mit Ihrer Fraktion zusammensetzen um sie auf Spur zu bringen, sondern eine öffentlich geführte Diskussion anstreben, damit auch wir Laien über die gesamte Tragweite aufgeklärt werden. Denn zu „nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen“ können wir schließlich alle mal werden.

Published in: on 17. Mai 2016 at 21:48  Schreibe einen Kommentar  

12 von 12 im Mai 2016

Der Blick durchs Schlüsselloch! Ein seltsamer Tag war das heute irgendwie.

Mehr bei der lieben Caro

Published in: on 12. Mai 2016 at 21:16  Schreibe einen Kommentar  

Wenn zwei das Gleiche tun…

Heute ist Vatertag und an dieser Stelle einen Glückwunsch an alle Väter! Viele von Euch sind einfach großartig und Ihr macht einen wunderbaren Job!

Ich finde, das mußte auch mal gesagt werden, nach all den Allgemeinplätzen zum Muttertag, an dem immer gesagt wird, dass alle Mütter wunderbare Wesen sind und mit ihrer Aufgabe tadellos zurecht kommen. Das ist zwar so falsch wie heuchlerisch, aber das ist egal, weil es am Montag eh wieder vergessen ist.

Genau deswegen habe ich seit langem mal wieder an einer Aktion mitgemacht namens #Muttertagswunsch und #Vatertagswunsch. Die Hintergründe sind bei Frau Mutterseelesonig nachzulesen.

Mein Wunsch ist, dass endlich nicht mehr mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es  um die Kinder geht.Es ist unfassbar, wie unterschiedlich in diesem Jahrtausend noch auf ein und dieselbe Sache reagiert wird, nur weil es das jeweils andere Geschlecht tut.

Es regt mich beispielsweise seit Kindergartenzeiten auf es total normal ist, dass Mütter die Brut jeden Morgen stoisch in die Kinderverwahranstalt bringen kurz zugenickt bekommen und dann wieder raus sind. Ein Vater, der das tut, vor dem wird vor Bewunderung fast auf die Knie gegangen. Wenn auch nicht jedes Mal, aber früher oder später kommt im Gespräch fast immer „Der Vater von der Helena-Magdalena, der kommt *jeden* Morgen und bringt die Kleine zur Kita. Toll!“ Hingegen habe ich noch nie gehört, dass jemand gesagt hat „Die Mutter von Paul-Oskar ist jeden Nachmittag pünktlich da, um ihn abzuholen. Wahnsinn!“

In die gleiche Kategorie fällt mein Lieblingsbeispiel, als der Autor fast in den Heiligenstatus gehoben wurde, weil ich mir meinen Muttergenesungsurlaub genommen habe, als Kind Nummer Zwei 10 Monate war und eine Woche eine Freundin in fernen Landen besucht habe. Als er hingegen ein paar Wochen später eine Woche weg war, um seinerseits mal rauszukommen, hielt sich die Bewunderung für mich in sehr eng umrissenen Grenzen.

Doch das Ganze ist keine Einbahnstrasse. Denn es schwingt auch immer Mißtrauen gegenüber den Vätern mit. Wenn das Kind krank ist, dann ist total normal, dass die Mutter daheim bleibt. Nun war das aufgrund der Selbstständigkeit bei uns tatsächlich so, dass das hier meist der Fall war. Die zwei, drei Mal, die der Autor daheim war, weil ich einen Termin hatte, kam immer dieser besorgte Blick „Ja, meinst Du denn, dass er das kann, was wenn es dem Kind schlechter geht?“ Dann tut er dasselbe, was ich tun würde – mit dem Kinde zum Arzt gehen.

Wenn ein Vater im Falle einer Trennung die Kinder bei sich haben will, dann hat das auch gerne immer mal den Nimbus von „Es geht ihm ja gar nicht um die Kinder, er will damit nur seine Macht demonstrieren.“ Bei einer Mutter wäre das absolut selbstverständlich.

Vater und Mutter sind für die Entwicklung der Kinder beide immens wichtig und so wünsche ich mir, dass gesellschaftlich anerkannt wird, dass hier im besten Falle zwei Leute an einem Strang ziehen, um die Brut gescheit groß zu bekommen. Beide machen mal einen guten, mal einen nicht so guten Job. Mein Wunsch ist es, dass wir mit dieser zweierlei Bewertung endlich aufhören und beide als eine Einheit begreifen. Dann würde sich mehr ändern, als wir uns vorstellen können.

Published in: on 5. Mai 2016 at 07:31  Schreibe einen Kommentar  
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