Sieben Wochen Ohne

Mittlerweile ist es für mich eine schöne Tradition, beim “Sieben Wochen Ohne” mitzumachen. Nicht zwingend immer beim vorgegebenen Motto, sondern bei dem, was gerade für mich wichtig ist. Dieses Jahr allerdings mag ich das Motto.

“Du bist schön – Sieben Wochen ohne Runtermachen”

Wobei es eben weiter gefasst ist, als sich lediglich im Spiegel anzuschauen und einfach mal auf den Ausdruck der Augen und nicht die Krähenfüße daneben zu sehen. Es geht darum, ein positiveres Allgemein-Bild zu bekommen – eben nicht erst auf die Mißstände (“Müssen die echt jetzt rasen mähen”) zu sehen sondern das Schöne darin (“Endlich wird es wieder warm, kommst Du kurz auf einen Kaffee auf der Terasse rüber?”). Sozusagen, die Kunst des “Nicht-Genervtseins” zu erlernen.

Ich freu mich auf die Herausforderung – wobei die Sache mit dem Spiegel da bei weitem die spannenste sein wird, wenn mich meine Erinnerung von heute morgen nicht täuscht.

Published in: on 17. Februar 2015 at 07:32  Comments (1)  

Mütterweisheit des Tages

Noch schlimmer als ein Kind, das krank ist? Ein Kind, das genau das hat, woran man selbst erst Tage zuvor gelitten hat und von dem man weiß, *wie* bösartig der Infekt ist und was er mit einem macht.

Meinen armen Sohn hat es seit heute Nacht erwischt und weil seine Luftröhre noch nicht so groß ist, keucht und röchelt er sehr herzzerreißend.

Ach Mann, ich nähme die letzte wirklich bescheidene Woche mit Kußhand noch mal auf mich, wenn das Kind jetzt nicht so leiden müßte.

Published in: on 15. Februar 2015 at 09:25  Comments (1)  

Die 12 von 12 im Februar

müssen diesen Monat leider ausfallen. Sie würden eh nur aus einem Bild bestehen, auf dem Tee, Tabletten und Tropfen zu sehen sind. Dreiviertel der Familie ist krank und ausnahmsweise inkludiert das auch mal mich.

Nächsten Monat dann mal wieder.

Published in: on 12. Februar 2015 at 12:44  Comments (2)  

Dinge, die man zum ersten Mal tut

Momentan bin ich wieder auf dem Berg und da dieses Jahr umständehalber weder Mann noch Possum-Vater dabei sind, bin ich mit den Kindern alleine.

Das klappt auch sehr gut – nur an die Sache mit dem Abendessen muss ich mich noch gewöhnen. Denn wie schon mal beschrieben mache ich es hier unter fünf Gängen nicht. Nun essen meine Kinder aber noch vom Kinderbuffet und haben wirklich keine Lust, sich jeden einzelen Abend eineinhalb Stunden mit Muttern hinzusetzen. Die wiederum ihrerseits keine Lust hat, die Köstlichkeiten in sich hinein zu schlingen.

Also wird die Brut irgendwann zwischen Suppe und Zwischengang entlassen und ich widme mich Wein, Essen und Buch.

Und was soll ich sagen? Was am ersten Tag noch seltsam war, ist ab dem zweiten Tag ganz wunderbar entspannend. Ich muss mich mit niemandem unterhalten, habe meine Ruhe und kann in meinem Tempo essen. Und die guten Seelen des Speiseraums kümmern sich ganz herzig.

Gut, ich würde das nicht immer haben wollen, so ein oder zwei gute Gespräche am Tisch sind auch nett ab und an – aber so als Urlaub zwischendrin durchaus erholsam.

Published in: on 5. Februar 2015 at 20:28  Comments (1)  

Rückblick Januar 2015

So, dann hätten wir den ersten Monat auch schon wieder geschafft. Wahnsinn…
Dann als mal mein Rückblick:

Gelesen: : Erstaunlich viel, aber auch erstaunlich viel leichte Literatur, um es mal sehr freundlich auszudrücken. Ganz vorne dabei die “Not quite”-Serie von Catherine Bybee. Und dann habe ich Stunden mit meinem neuen “Hausgemacht – die Kochwerkstatt” von Tim Hayward verbracht.

Gesungen: Udo Jürgens rauf und runter…

Gehört: Meine üblichen Podcasts

Gesehen: “Lost Girl” und ganz neu “Agent Carter”, eine Serie über die fast Freundin von Captain America. Ach ja und, eh….das Dschungelcamp natürlich. Immerhin habe ich damit auch wieder das TrashTV für dieses Jahr abgearbeitet.

Getrunken: Zu wenig. Ich muss mich da wieder mal mehr am Riemen reissen.

Gegessen: Viel Bodenständiges – die Kinder verlangte da danach.

Gekocht: Neben sehr viel Rind (120kg sind eine Menge Bulle) habe ich mich an Beef Jerkey probiert. Soooooo lecker! Als nächstes sind eigene Salamies dran.

Gebacken: Den sagenumwobenen Nutellastern und Schoko-Blätterteigtaschen

Gefreut: Über die grandiosen Zeugnisse der Kinder.

Gelacht: Über, ich gebe es zu, Tanja im Dschungelcamp

Geärgert: Schon ab und an, aber ging mit “tief durchatmen” weg.

Gekauft: Eine neue Mikrowelle, nachdem die Alter bösartigerweise den Geist aufgegeben hat.

Gespielt: Cluedo. Bingo mit meinen Englisch Kursen und gerade wieder sehr intensiv: Quartett.

Geschrieben: Die üblichen Reviews und (Outlanderfans festhalten) ein Interview mit Sam Heughan, wird allerdings erst nächste Woche veröffentlicht.

Gefeiert: Besagte Zeugnisse und deren Konsequenzen

Gesportelt: Laufen war eher nicht so viel, dafür war ich aber endlich wieder zwei Mal Badminton spielen mit der Option auf eine gewisse Regelmäßigkeit.

Gefühlt: Relativ gestresst, weil wirklich viel zu tun war, aber ich krieg es langsam in den Griff.

Geknipst: Viele Selfies, wobei die eher die Tochter gemacht hat.

Mehr Rückblicke gibt es übrigens beim wunderbaren Schäfchen

Published in: on 1. Februar 2015 at 08:22  Comments (2)  

Wenn eine Halle das Universum wäre

Ich bin ja eine bekennende Soccer-Mom. Wenn meine Kinder ein Spiel oder ein Tunier haben, dann sind entweder der Autor oder ich da. Teilweise fahren wir bis zu zwei Stunden zu den Tunieren. Die Kinder ihrerseits verlassen sogar Sonntagsmorgens um acht Geburtstags-Pyjama-Parties, damit sie spielen können. Eigenständig und auf Zehenspitzen, um nur ja niemanden zu wecken.

Und es war bei einer solchen Gelegenheit, bei der mir gesagt wurde, dass es zwar irre selbstständig und tough sei, wie das Kind so freiwillig aufstehen würde, aber man selbst ja doch froh sei, dass das eigene Kind keinen Sport oder sowas mache. Am Wochenende so früh raus und dann die ganze Zeit verplempern…ach nööööö.

Nun könnte man ja antworten, dass es aber wichtig für ein Kind sei, für das Selbstbewußtsein und Bewegung und so. Auch, dass die Eltern dabei sind und Interesse zeigen an dem, was die Brut macht ist bis zu einem bestimmten Alter eminient. Aber wenn ich ehrlich bin, ganz so eigennützig bin ich denn auch nicht.

Ich finde es spannend, dass man Menschen, kennenlernt, die in ganz anderen Umlaufbahnen kreisen, als man selbst. Klar, man kann sich hinstellen und das alles doof finden, weil es andere Gesprächsthemen sind, die man sonst so gewohnt ist. Der einzige Verbindungspunkt ist ja, dass die Kinder zufällig in einer Mannschaft spielen und sonst erstmal nichts.

Aber gerade das finde ich so spannend. Ich meine, früher, vor den Kinder, als ich noch studiert habe bzw. in der Lehre war habe ich ständig Menschen kennengelernt, die aus allen Schichten kamen und auch da hatte man meist nur einen Berührungspunkt. Manchmal hat sich mehr draus ergeben, manchmal nicht. Es haben sich Freundschaften entwickelt oder man war sich egal. Und genau so ist es jetzt auch.

Mittlerweile hat es sich sogar so entwickelt, dass sich einige Eltern von uns freiwillig ausserhalb einer irgendwie gearteten Halle oder eines Platzes treffen, man soll es nicht meinen. Einfach, weil man festgestellt hat, dass die unterschiedlichen Umlaufbahnen sich immer mal wieder kreuzen. Und weil, man soll es nicht glauben, tatsächlich noch andere Themen hat, als die spielenden Kinder.

Wenn man es denn nur zulässt.

Published in: on 29. Januar 2015 at 19:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Moment

in dem Dein 8jähriger auf die Aussage

“Iss mal bitte Deine Pommes auf, die werden kalt!” mit vernichtendem Blick auf die Kartoffelstäbchen antwortet

“Ach Mama, kann ich nicht lieber noch eine Bowl of salad bekommen?”

Tschakka.

Published in: on 24. Januar 2015 at 15:47  Comments (1)  

Tugenden, die Kinder lehren

Ich bin gestern von einer werdenden Mutter gefragt worden, ob und wie mich meine Kinder verändert haben.

Ehm….

Wenn jemand in der Lage ist, Kinder zu bekommen und sich absolut nicht zu verändern, dann fände ich das sehr, sehr bedenklich. Auch wenn ultracoole Menschen beiderlei Geschlechts meinen, man könne mal eben so ein Kind rausploppen und das war es dann – nein. Sicher mag es Ausnahmen geben, aber das Gros wird zu einem irgendwie gearteten Muttertier – und das manifestiert sich jetzt nicht in Schlabberlook und rausgewachsenen Strähnen.

Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich habe mich nämlich gefragt, welche Eigenschaft es gibt, die ich durch die Kinder gewonnen habe – also neben Leidensfähigkeit, Konsequenz und der Fähigkeit, irgendwie immer zu funktioneren. In meinem Fall ist es die Geduld.

Ich war immer ein extrem ungeduldiger Mensch, Dinge mußten *jetzt* passieren. Ich war eine derjenigen, die auf die Einstellungsfrage “Was ist ihre größte Schwäche?” nicht aus Koketterie mit “Ich bin manchmal etwas ungeduldig” geantwortet hat. Im Gegenteil, ich fühlte mich schuldig, weil ich gelogen hatte. Ich bin nicht manchmal ungeduldig gewesen – ich war es immer und ständig mit dauerndem Kundtun dieses Zustandes. Die paar Menschen, die mich noch von damals kennen werden dass mit an headbanging erinnerndem Kopfnicken bestätigen.

Das habe ich mir heute wieder ins Gedächnis gerufen, als ich zum gefühlten 56ten Male mit meinen Schülern über bestimmte Phrasen ging. Früher wäre ich beim dritten Mal ausgetickt. Spätestens. Heute ist mir das egal, erkläre ich es eben zum 57ten Mal. Na und? Irgendwann wird das schon.

So, wie irgendwann auch Socken alleine angezogen wurden. Die Gabel allein unfallfrei ins Mündchen geführt oder sich daran erinnert wurde, wozu eine Toilette doch gut sein könnte.

Sicher, es gibt immer Momente, da wird es dann auch mal zuviel – aber die kommen nur noch einen Bruchteil so häufig vor wie damals. Deswegen verläuft mein Leben auch wesentlich entspannter als damals, als ich mich leider dauernd aufregen mußte, weil der Rest der Welt nicht so wollte, wie ich. Und vor allem nicht so schnell wie ich.

So, und jetzt muss ich hoch und der Brut völlig ruhig und entspannt erklären, das sie jetzt bitte das Kichern aufhören und schlafen sollen. Zum dritten Mal heute. Die Tatsache, dass mein Ton dabei nicht mehr ganz so freundlich ist, hat nichts mit einer etwaigen Ungeduld zu tun sondern lediglich mit der fortgeschrittenen Stunde.

Ganz bestimmt. Wirklich.

Published in: on 19. Januar 2015 at 21:24  Hinterlasse einen Kommentar  

12 von 12 im Januar 2015

So, hier wieder der Blick in mein Schlüsselloch. Mehr wie immer bei Caro

Published in: on 12. Januar 2015 at 21:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Über die Angst

Darf man angesichts des letzten Terroranschlages in Frankreich wirklich zugeben, dass man Angst hat? Oder sollte man es einfach runterschlucken? Keine Ahnung, ich hab ja noch nie getan, was man darf, also sage ich es: Ich habe Angst.

Aber nicht davor, dass mich ein Terroranschlag einiger einzelner kaltblütiger Killer ohne jegliches Gewissen trifft. Ich bin in den 70ern und 80ern der alten Bundesrepublik groß geworden. Wir hatten nicht nur den Kalten Krieg als reale Bedrohung, wir hatten die RAF und die war genauso eine Gefahr wie jetzt die ISIS oder radikalisierte Islamisten. Nein, das macht mich nur unglaublich wütend und zornig, dass sie es wagen im Namen eines Gottes zu morden, dessen Namen sie damit mehr schänden als jede Karikatur es könnte.

Nein, Angst machen mir die Reaktionen, die da kommen werden. Dass sich die rechten Kräfte dieser Welt wieder aufs Weiße-Herrenross setzen und ihr schwarz-weißes Denken nicht nur rechtfertigen sondern durchsetzen wollen.

Dass meine Kinder nicht mehr in einer Welt aufwachsen können, die offen für alles ist, was die Menschheit zu bieten hat. Dass ihre Welt auf die Werte eingeschränkt wird, die AfD und Pegida für abendländisch christlich halten. Sollten sie dagegen aufbegehren, werden sie in ernsthafte Schwierigkeiten kommen.

Dass meine Religion durch die immer wieder genannten “christlichen Werte des Abendlandes” in den Dreck gezogen wird von Menschen, die zu einem guten Teil noch nicht mal getauft sind, sich aber anmaßen sie “zu verteidigen”. Sie dabei aber leider fehlinterpretieren, weil das gerade so schön praktisch ist. Womit sie sich immer ein Stückchen mehr den Schlächtern von Paris annähern.

Aber am meisten habe ich vor der Masse Angst. Menschenmassen brauchen nur ein oder zwei rhetorisch gut geschulte Führer, die so geschickt aufputschen können, dass eine Masse zum unkontrollierten Mob wird. Leider wird es so, dass die Pegida-Anhänger jetzt nicht weniger werden, weil deren Einpeitscher ja nun nicht doof sind und schamlos mit den Ängsten derjenigen Menschen spielen werden, die eben nicht an harten Fakten sondern eher an Emotionen interessiert sind und von Letzteren leiten lassen.

Ich habe Angst, dass mein Leben noch mehr überwacht wird. Dass jetzt die langfristige Vorratsdatenspeicherung durch ist. Alles unter dem Deckmantel unserer Sicherheit – in einer Welt, die meßbar wesentlich sicherer ist als noch in den 80er Jahren.

Ich habe Angst, dass zuviele Menschen Angst haben. Dass sie keine offenen Konfrontationen mehr eingehen, weil sie die Konsequenzen fürchten, wenn sie sich offen gegen Pegida und AfD stellen.

Aber ich weiss auch, dass Angst lähmt. Angst macht stumm und denjenigen ein leichtes Spiel, die diese für ihre Zwecke ausnutzen. Genau deswegen ist es so wichtig, ganz klar Nein zu Terror und zu Fremdenhass zu sagen. Denn die beiden bedingen einander vielleicht nicht – sie begünstigen sich aber sehr. Je mehr wir beides entlarven und je mehr wir gegen beides aufstehen, desto größer ist unsere Chance, Pest und Cholera im Zaum zu halten. Da glaube ich ganz fest dran.

Deswegen werde ich meine Angst runterschlucken und gegen Terrorismus *und* Fremdenhass in diesem Land Flagge zeigen. Denn das hier ist mein Land. Und in meinem Land hat weder Terror noch Fremdenfeindlichkeit Platz.

Published in: on 8. Januar 2015 at 08:41  Comments (28)  
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