Monatsrückblick Januar 2016

Gelesen: Shifter Geschichten…

Gesungen: Bowie-Songs, viele Bowie-Songs

Gesehen: “Les Liaisons dangareus” vom Donmarwarehouse – sehr genial
Getrunken: zu wenig *seufz*

Gegessen: Nichts wirklich besonderes dieses Wochenende.

Gekocht: Zu wenig, leider

Gebacken: Wenn ich ein Waffelneisen gehabt hätte, dann hätte ich welche gebacken

Gefreut: über die Zeugnisse der Kinder

Gelacht: über mich selbst

Geärgert: über unfähige Call-Center-Mitarbeiter

Gekauft: Noch nichts, aber ich bin auch noch im Auswahlprozess unseres neuen Bades-

Gespielt: Go-Bang

Gefeiert: Einen nochmaligen Jahresbeginn

Gesportelt: Sagen wir, wir haben das Jahr langsam anfangen lassen.

Gefühlt: Freude, Hilflosigkeit, Wut, Spaß – einmal die Palette rauf und runter.

Geknipst: Bisseken Instragramm, mehr nicht….

Mehr beim wunderbaren, wenn auch gerade zahnlosen Schäfchen

Published in: on 31. Januar 2016 at 13:46  Hinterlasse einen Kommentar  

Was wäre, wenn….

wir uns alle mal um uns nur selbst kümmern würden?

Der Gedanke kommt mir immer häufiger, wenn ich die News lese, die mir aufgedrängelt werden und denen ich immer weniger entkommen kann. Das von einer Frau mit einem Kümmerer-Gen und einem verkappten Helfersyndrom gesegnet ist,  die es körperlich kaum ertragen kann, den Arm unten zu lassen, wenn irgendwelche Freiwilligen gesucht werden.

Was also wäre, wenn wir nicht nach außen schauen würden, sondern in uns rein. Was, wenn wir uns nicht aufhetzen und aufheizen lassen würden? Was, wenn wir uns ernsthaft fragen würden, was die Welt da draussen mit uns macht? Ohoh, gefährliche Gedanken, denn schließlich wissen wir, dass es Privates immer Politik und damit öffentlich ist und sich nicht kümmern in asozial. Aber spielen wir es doch mal durch.

Wie genau geht es mir und meiner Familie jetzt und heute ? Geht es mir besser oder schlechter  als vor einem Jahr bezogen auf die Nachrichten, die auf uns einstürmen (persönliche Tragdödien wie Tod und Krankheiten spielen jetzt hier also nicht rein)? Und bitte ganz ehrlich sein. Nun? Naaaaaa? Irgendwelche bösartigen Einschränkungen? Dinge, auf die wir verzichten müssen? Etwas, was ich so gerne haben will und was ich nicht haben kann (wohlgemerkt, immer in Relation zum letzten Jahr um diese Zeit gesehen – ich würde auch sehr gerne eine Weltreise machen, aber darum geht es hier gerade nicht).

Natürlich kann ich nicht für irgendjemand anderen reden, aber für uns ist da genau eine Sache, die gaaaaaanz eventuell was mit der derzeitigen politischen Lage zu tun hat: Kind Nummer Eins konnte in der U14 ihren ersten Spieltag nicht spielen, weil nicht genug Hallenkapazität zur Verfügung stand – wobei allerdings nicht klar ist, ob ebenjene Hallen von Flüchtlingen belegt sind oder ob es einfach Anfang des Jahres ist und andere Sportarten ihre Tuniere austragen (wie es hier im Dorf der Fall war). Das hat nun die schwerwiegenden Auswirkung, dass mein Kind einen Spieltag weniger hat, einen Sonntag quasi frei hatte und der Staffelleiter sich eine Ausnahmeregelung für die Staffel A und D einfallen lassen muß.

Ohweh.

Sonst geht es uns genauso wie letztes Jahr – wir haben genug zu essen, genug anzuziehen und genug freie Jammerkapazität, um uns über das Wetter auszulassen. Ich bin sogar letztens abends im Dunkeln als Frau alleine nach Hause gegangen, ohne von nord- oder südländisch aussenden Gestalten belästigt worden zu sein. Bin ich jetzt ein Mecker-Minderleister?

Nein, ich schaue auf mein Leben und darauf, was ich alles habe. Jaaaahaaaa, so schreit es mir von allen Seiten entgegen, noch. Noch geht es Dir gut, aber warte ab, wenn das so weiter geht, dann werden wir bald alle am Bettelstab gehen und unterdrückt werden. Weil die Menschen, die da in Lesbos an Land gespült werden nichts anderes zu tun haben, als uns das weg zu nehmen, was wir haben. Du Gutmensch, Du!

So wie damals die Ostpreußen nach dem Krieg und die Gastarbeiter in den 60er und 70ern – die haben ja auch alles getan, um uns das letzte Hemd zu raub…ok, schlechtes Beispiel, aber dieses Mal, dieses Mal wird es so sein!

Genau wegen dieses kruden Gedankenganges möchte ich, dass jeder auf sich schaut. Macht einen Faktencheck. Was ist heute objektiv schlechter als vor einem Jahr in Eurem Leben, was ihr nicht selbst verschuldet habt (upsi, vergaß ich vorhin etwa, die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu erwähnen?). Macht einen Ist-Status ohne “Ja, aber das geht nicht mehr lange so, ich sage es Dir!” Dann, danach, schaut Euch um, wieviel Elend es hier in diesem Land gibt. Ohne Schere im Kopf, wer woher warum kommt oder ob derjenige hier schon sein Leben lang hier lebt.

Und dann sei verflucht noch mal dankbar. Dankbar, dass Du zu essen hast und gekleidet bist. Dass Du eine Heimat hast. Dass Du Deine Familie hast. Eine Wohnung, in der Du mit den Menschen leben kannst, die Du dafür erwählt oder in der Du Dein eigener Herr bist. Im besten Falle eine Arbeit. Alles das ist soviel mehr als andere Menschen in diesem Land haben. Egal, ob sie neu hier ankommen oder schon immer hier leben.

Jetzt – jetzt darfst Du Dich umschauen und Dir das Elend angucken. Anschauen, wieviele Menschen genau das alles nicht haben. Jetzt darfst Du schauen, was Du tun willst und zuzusehen, dass diese Menschen das bekommen, was Du für Dich absolut normal ansiehst. Denn dann brauchen wir keine Angst vor dem zu haben, was kommt.

Natürlich, Du kannst auch schauen, was Du alles nicht hast und denken, dass wenn wir nur alle hier rauskicken, die noch weniger haben als Du, du dann mehr bekommst. Hat ja all die Jahre so unglaublich gut geklappt, nicht wahr? Dann bist Du allerdings nicht nur ein herzlos und naiv, sondern du bist auch noch dumm.

Was für eine Erkenntnis! Das alles nur, weil Du einmal an nur Dich selbst gedacht hast. Verrückt.

 

 

Published in: on 27. Januar 2016 at 07:54  Comments (8)  

Dialog des Tages

Ich sitze mit einem Nachhilfeschüler über einem Diagnostic Paper, weniger um sein Wissen zu testen als vielmehr ein wenig die Stunde aufzulockern. Die Frage:

“Where does the Pope live?” Antworten “In Rome” “In Birmingham” “In Nashville”

Antwort Schüler mit konzentriert gekräuselter Stirn

“Ehm – zuhause?”

Falsch ist das auch nicht…

Published in: on 19. Januar 2016 at 17:41  Comments (2)  

Von der Macht der Sprache

Mit der Sprache ist es ja so ein Ding, wir alle benutzen sie meist doch sehr unreflektiert und meinen oft was anderes als wir wirklich sagen. Damit meine ich uns alle, ich bilde da keine Ausnahme, nur damit man mich hier nicht falsch versteht. Menschen, die mich kennen wissen, dass ich der Ausbund an ungenauem Sprachgebrauch bin.

Doch selbst mir fällt zunehmend ein Satz auf, der immer wieder fällt und den ich so einfach nicht stehen lassen kann:

“In Deutschland darf man ja nicht mal mehr sagen, was man denkt.”

Diesen Satz habe ich so oder so ähnlich in den letzten Wochen häufiger gehört als mir lieb ist. Aber durch Wiederholung wird er nicht richtig, er bleibt sachlich falsch.

Ich bin sehr stolz darauf (hmmm, ja, spätestens hier kommen die ersten Kommentare, irgendwann schreibe ich mal was über Stolz, glaube ich) in einem Land zu leben, in dem ich ungestraft alles sagen darf, was ich will, es sei denn es ist verfassungswidrig oder im Rahmen der wehrhaften Demokratie verfolgbar. Wir reden da von einem Aufruf zum Staatsputsch und eine Diktatur zu errichten ist zugegebenermaßen strafbar, vor Beleidigungen und Bedrohungen wird in §1 geschützt.  Im Rahmen einer politischen Diskussion jedoch,  steht es mir frei zu sagen was ich will.

Ich werde für unliebsame Äußerungen nicht eingesperrt oder gefoltert. Ich bekomme kein Redeverbot, keinen Hausarrest, kann wo immer, wann immer rausschreien, was oder wen ich warum so richtig Scheiße finde. Die Regierung bedroht nicht meine Familie, wenn ich sage, was mir nicht paßt. Das ist Fakt. Punkt.

Eine andere Sache ist es, wie die Reaktionen einer oder mehrerer wie auch immer gearteter Gruppen  auf meine Äußerungen aussehen. Denn, und das ist die Crux, die Rede- und Meinungsfreiheit gilt nun mal für alle. Das ist blöde, aber so funktioniert das Spiel nun mal. Das muss nicht immer Spaß machen, ich erinnere mich beispielsweise  sehr ungerne an die Reaktionen auf meine Äußerung, dass ich Wunschkaiserschnitte total legitim finde. Hauerha. Ich hab mich ab einem bestimmten Zeitpunkt immer umgeschaut, ob vielleicht doch noch ein Spontangebär-Jünger mein Ungeborenes mittels natürlicher Zwangsgeburt vor dem Trauma seines Lebens retten wollen würde, indem er mich mit Räucherstäbchen, Himbeerblättertee und einer in natürlichen Wassergeburten ausbildeten, mantrasingenden Hebamme in ein total gebärfreundliches Zimmer sperrt – ohne Telefon natürlich, damit die Natur nicht durch schädliche Wellen welcher Art auch immer gestört werden mag. Aber ich schweife ab.

Das ist nur ein Beispiel, ich war in meinem Leben so gut wie immer anderer Meinung als ich nach dem Empfinden anderer Menschen hätte sein sollen und habe mit ebenjener auch niemals hinter dem Berg gehalten. Ich habe ausgeteilt und ich habe eingesteckt – aber das ist es doch, was eine Demokratie ausmacht. Ein offener Meinungsaustausch ohne Schere im Kopf.

Das gesagt, tun wir mal Butter bei die Fische (korrekte Sprache und so): In letzter Zeit kommt obiger Ausspruch meist mit einem Zwischensatz, der in etwa in folgende Richtung geht:

“Es ist ja schon soweit, dass man gar nicht mehr sagen darf, was man denkt, weil man dann ja gleich ein Rassist ist oder in die rechte Ecke gestellt wird.”

Nun kommt es ja immer noch drauf an, was man gesagt hat – vielleicht ist man ja sogar rechts, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Die CSU lebt seit Jahrzehnten sehr gut damit und steht nun wirklich nicht im Verdacht, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich selbst stimme mit dieser Partei und deren Ansichten so gar nicht überein, aber es gibt sie und das ist gut so (also, nicht gut Sinne, dass es solche Gesinnungsgenossen gibt, aber gut im Sinne, dass es sie geben darf. Logisch.)

Vielleicht ist man aber gar nicht rechts, sondern wird nur von einer bestimmten Gruppe so hingestellt. Oder mehreren. Vielleicht ist der politische Mainstream gerade auch nicht so, wie die eigene Meinung ist. Welcome to my life – das mache ich seit Jahrzehnten mit und lebe immer noch. Sehr gut sogar, wenn auch immer mal wieder aufregend. Vielleicht hat man sich aber auch einfach nur komplett falsch ausgedrückt. Vielleicht hätte man sagen sollen (um mal ein gerade sehr populäres Beispiel zu geben):

“Mich stört es, wenn man pauschal und ohne nachzudenken in die rechte Ecke gestellt wird, weil man der Meinung ist, dass straffällig gewordene (und verurteilte) Asylbewerber in ihre Heimatländer zurück geschickt werden sollten.”

Für mich ist das ein ganz anderer Schnack als ein pauschal daher geworfenes, komplett unreflektiertes “In Deutschland kann man ja nicht mehr sagen was man denkt.” Denn das zeigt nicht, dass man eben nicht zum braunen Klientel gehört, sondern vor allem, dass man vom politischen System im eigenen Land so gar keine Ahnung hat und jeder Nicht-Deutsche, der seinen Einbürgerungsantrag stellt, mehr über das eigene Land weiß, als man selbst.

Mir geht es mitnichten (ein schönes Wort, wird viel zu selten genutzt) darum, Menschen zu verurteilen, die genau diesen Satz sagen. Mir geht es darum, darüber nachzudenken, was genau man denn da von sich gegeben haben und wie falsch es in Zweifel ist. Und welche Menschen sich genau das zunutze machen.

Damit eine ordentliche politische Diskussion endlich mal wieder möglich ist. Der rechtliche Rahmen dazu ist da. Es sind die Menschen, die es wieder versaubeuteln.

Published in: on 14. Januar 2016 at 21:58  Comments (5)  

Frohes Neues Jahr übrigens

Ich habe es versucht. Echt jetzt mal. Ich habe versucht, einfach meine Klappe zu halten, weil zu viele Leute schlicht zuviel Mist posten, wenn es um die Zusammenhänge, oder besser die Nichtzusammenhänge, von sexueller Gewalt und Asylrecht geht. Da sich mir dieser Zusammenhang nicht erschließt, befand ich es nicht wert, auf so einen Mist überhaupt irgendwas zu sagen. Aber irgendwann sind meine Selbstrestriktionsmechanismen ausgeleiert und ich kann nicht mehr.

Ich erinnere mich, ich war mal, damals in einem anderen Leben, in Dortmund auf einer Feier. Ich war um die 20, wollte was trinken und nahm deswegen die Bahn. Irgendwann nachts machte ich mich auf, heim in die schönste beste Stadt des Ruhrgebietes, Bochum zu fahren. Es war spät und ich sass alleine in der Bahn, als drei etwa ebenfalls 20jährige, nord- bis mitteleuropäisch aussehende Männer ins Abteil kamen und mich anmachten. Auf eine nicht schöne Art. Sie bedrängten mich physisch und verbal, ich versuchte es mit ignorieren, mit zurückpöbeln und die Strategie mit der Armeslänge klappte auch nicht. Irgendwann habe ich es körperlich mehr oder minder unversehrt aus dem Abteil geschafft.

Natürlich habe ich es nicht angezeigt, denn hey, es war ja nichts passiert. Ausser dass ich Todesangst ausgestanden habe und die eine oder andere ungewollte Hand wegschlagen mußte. Aber ich hatte keine Beweise. Ausserdem, ich kam von einer Party, so wie ich aussah hätte mich eh niemand ernst genommen (wer hier Parallelen zur jüngsten “Die Mädchen sollen sich nicht so aufreizend anziehen, dann passiert ihnen auch nichts”-Diskussion ziehen mag, dem steht das frei zu tun – für mich steht das identische Gedankengut hinter der Armeslänge). Ich habe die Jungs verflucht, mich und den Rest der Gesellschaft und ansonsten Gott gedankt, dass ich einer Gruppenvergewaltigung noch mal von der Schippe gesprungen bin.

Eins habe ich aber nie getan – sämtliche männliche junge Dortmunder unter den Generalverdacht gestellt, Frauen zu belästigen, weil das natürlich in der Natur des Dortmunders und seiner Sozialisation an sich liegt und als Beleg für diese These mehrere abwegige Theorien wie zum Beispiel das Verhalten des Dortmunder Mannes an sich in der Fankurve des BVBs herzuziehen. Das habe ich nicht getan, weil ich immer schon so ein unglaublich aufgeklärtes Ding war, sondern weil diese Herleitung schlicht schwachsinnig ist. Damals wie heute.

Es ist nicht rassistisch zu sagen, dass selbst wenn an es in der Silvesternacht Asylbewerber waren (und das hat verflucht noch mal erst als Fakt da zu stehen, wenn ein ordentliches Gericht sie für schuldig befunden hat), diese Kerle Arschlöcher sind. Aber es ist sehr wohl rassistisch zu behaupten, dass alle männlichen Asylbewerber welche sind, weil sie Frauen belästigen. Als mittlerweile mittelalte Frau, die gerne auch von fast Fremden als “MILF” betitelt wird und von ebensolchen als für ihr Alter “echt noch sexy” gehalten wird, darf ich mit Fug und Recht behaupten – sexuelle Grenzüberschreitungen jeglicher Couleur gibt es in Deutschland durch alle Alters-, Bildung- und ja auch kulturellen Schichten hindurch. Bevor das Bashing anfängt, sollten wir vielleicht mal vor unserer eigenen Tür kehren, denn vieles, was jetzt einen empörten #Aufschrei durch besorgte Bürger und noch besorgtere Medien erfährt haben (Achtung, ein F-Wort) Feministinnen schon lange angemahnt und wurden als “Frauen, die geistig dem Lila-Latzhosen-Alter noch nicht entwachsen sind” belächelt.

Übrigens überschlagen sich jetzt dieselben Medien vor Empörung, die vom ganz alltäglichen, deutschen Sexismus sehr gut leben – sei es nun aufgrund von Werbung, beminirockten Moderatorinnen oder sehr eindeutigen Berichten, die genau in eine Richtung zielen. Danke auch.

Und noch eins: Das verdammt viel in dieser Nacht falsch gelaufen ist – das ist unbestritten. Die Polizei hatte eine falsche Strategie, auch aufgrund der Tatsache, weil die Politik viel zu viele Stellen gestrichen hat. Die Öffentlichkeitsarbeit und daraus resultierende Berichterstattung war von Anfang an eine Katastrophe. Aber der eigentliche Grund ist ein anderer – Kriminelle waren am Werk und haben anderen Menschen geschädigt. Oder anders ausgedrückt:

Arschlöcher gibt es überall.

Wenn wir jetzt mal bitte wieder auf eine sachliche Ebene runter kommen möchten und das Jahr noch mal anfangen könnten? Bitte? Danke.

Published in: on 10. Januar 2016 at 10:49  Comments (6)  

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern und Ihren Lieben (wen immer sie auch dazu zählen mögen) gesegnete und friedliche Weihnachten!

Published in: on 24. Dezember 2015 at 15:59  Hinterlasse einen Kommentar  

Dialog des Tages

Kind Nummer Zwei und der Autor gucken einen Film. Plötzlich entfährt es dem Kinde

“WTF?” Mutter steht Gewehr bei Fuß.

“Was war das?” Man will es ja wissen, abgewendetes Gesicht beim Autor.

“Ich hab das gar nicht richtig gesagt. Das ist eine Abkürzung. Sowas wie “lol”, also so lollig, Mama, Du weißt schon!” Lollig, aha.Der Autor kann sich kaum noch halten vor unterdrücktem Lachen und versteckt sich hinter einem Taschentuch.

“Ich weiß das, aber weißt Du auch, was das bedeutet?” Atemnot beim Autor, wenn ich schon einmal das Fräulein Rottenmeier rauskehre.

“Klar. Das heißt, eh, “What the beep?”” Das knapp neunjährige Kind mit blondem Haar lächelt mich engelsgleich an und wendet sich wieder dem Film zu. Des Autor Schultern beben.

Also, wenn das Kind seine Fähigkeit sich aus schwierigen Situationen zu retten so weiter entwickelt, dann bin ich froh, nicht seine Lehrerin sondern nur seine Mutter zu sein. Wieder was richtig gemacht.

Published in: on 8. Dezember 2015 at 11:02  Comments (2)  

Von Büchern und Bomben

Ich muss doch noch mal vom Dorf in die Welt gehen. Es geht, wie sollte es anders sein, um den Einsatz der Bundeswehr gegen den IS.

Dass das Problem IS hausgemacht ist – geschenkt. Ich glaube, jeder Mensch, der in den letzten 40 Jahren mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, sollte das mittlerweile gemerkt haben. Nur haben wir jetzt den Status Quo. Die Augen verschließen geht leider nicht. Also wollen die einen Panzer und bewaffnete Flugzeuge schicken, die anderen Bücher und Lehrer.

Letzteres hört sich natürlich wesentlich humaner an und es stimmt ja auch, freier Zugang zu Bildung ist der Schlüssel zu einer funktionierenden und gesunden Gesellschaft. Nur ist aber leider der IS nicht dafür bekannt, seinen Kindern Bildung zu ermöglichen. Den Mädchen schon mal gar nicht, die kommen erst gar nicht eine Schule. Kleine Jungs hingegen werden als Kindersoldaten ausgebildet mit der Idee, dass das Bildung genug ist und mehr nur schadet. Lehrer werden auf dem Weg in die Schule systematisch umgebracht. Da hilft es wenig, Stifte, Bücher und Lehrer zu schicken ohne sicher zu stellen, dass sie auch ankommen.

Ich kenne mich ja mit dem Islamischen Staat nun nicht so 100%ig aus, aber ich ahne, dass man in diesem (und allen anderen) Punkten eher nicht verhandeln kann mit seinen politischen Führern.

Das es aber auch nicht hilft, ein Land in Grund und Boden zu bomben, siegreich abzuziehen und es dann seinem Schicksal zu überlassen – dass das nicht klappt, das erfahren wir ja nun gerade ziemlich eindrucksvoll.

Da ich weder die Weisheit mit Löffeln gefressen habe noch weiß, was die Zukunft bringen wird, habe ich auch keinen sicheren Plan in der Tasche. Aber eins weiß ich sicher – weder schwarz noch weiß funktioniert hier. Was wir brauchen, ist ein Mehr-Stufen-Plan und wir brauchen ihn *bevor* wir in wilden Aktionismus ausbrechen. Allerdings würde das auch bedeutet, dass man diskutiert, ohne eine Schere im Kopf zu haben. National wie International. Ohne irgendwelche Parolen zu brüllen, die auf einer Demo in den 80ern und 90ern noch ihre Berechtigung hatten, heute aber eben leider nicht mehr (weil man damals ja nicht auf uns gehört hat. Nu ist es zu spät).

Ab und an mal das Hirn einschalten und die Dinge versuchen von allen Seiten zu betrachten hilft ganz ungemein. Wobei – vielleicht auch nicht. Es verkompliziert die Sache nur und einfache Lösungen fliegen damit auch aus dem Fenster.

Verdammt.

Published in: on 5. Dezember 2015 at 15:47  Hinterlasse einen Kommentar  

Rückblick November 2015

Gelesen: “Tote Mädchen lügen nicht” von Jay Asher. Empfehlung von Kind Nummer Eins. Sie fand es aufbauend. Ich deprimierend.

Gesungen: Alte Rocksongs aus den 60ern und 70ern mitgesungen, performed von der großartigen und sympathischen Band The Comeback

Gesehen: Wir haben die “Grand Designs”-Reihe für uns entdeckt. Die englische Jahresausscheidung sowie den Ableger aus Neuseeland. Total entspannend. Und den “Club der roten Bänder” – was hab ich geheult.

Getrunken: Sehr leckeren Kaffee aus einer Privatrösterei, trinkbares Bier aus eine kleinen Brauerei und Zitronenlikör, der auch selbst gemacht war. Und heißen Sandorn, mit und ohne Rum.

Gegessen: Wildschwein am Spieß und ein wirklich wunderbares Fühstücksbuffet.

Gekocht: Beef Wellington – sagen wir, es ist noch optimierungswürdig. Dafür habe ich das ThanksGiving-Dinner in Normal und in Glutenfrei fast optimiert. Sieht man vom Cranberry Mold dieses Jahr ab.

Gebacken: Sugarcookies, auf besonderen Wunsch eines einzelenen Herrn,

Gemacht: Das jährliche Paarwochenende mit dem Autor. Dieses Mal auf dem Wasserschloss Mellethin auf Usedom. Sehr zu empfehlen. Im Zuge dessen lange Spaziergänge am Wasser.

Gefreut: Darüber, dass wir genau das tun können.

Gelacht: Mit den Geburstagskindern auf der Geburtstagsparty von Kind Nummer Zwei. Und mit Gästen bei der ThanksGiving-Party.

Gefreiert: Den Geburtstag von Kind Nummer Zwei und ThanksGiving.

Geärgert: Über meine eigenen Doofheit, ein Schild mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung irgendwie übersehen zu haben.

Gesagt: “Ist das schön hier!”

Gekauft: Schuhe, Geburtstagsgeschenke, Weihnachtsgeschenke, Truthähne…

Gespielt: Ab und an Candy Crush, aber nicht viel.

Gesportelt: Neben etwas Pilates hauptsächlich gewalkt und ab und an etwas gelaufen. Nicht der Rede wert.

Gebastelt: Papiersterne mit Kind Nummer Eins, mit Nelken gespickte Orangen mit den Kindern und erstaunlich viel Weihnachtsdeko. ´Tis this time of the year.

Gefühlt: Ein emotionales Auf und Ab mit dem erneuten, aber nicht neuen Erkenntnis, dass man auf seinen Bauch hören sollte.

 

Mehr gibt es wie immer beim Schäfchen.

Published in: on 1. Dezember 2015 at 08:01  Hinterlasse einen Kommentar  

Wie man Christen einen verdammt schlechten Ruf verpasst

Disclaimer: Alle Nicht-Christen jedweder Form bitte weiter gehen, es gibt hier nichts zu sehen und sie sind auch nicht gemeint. Generalangriffe auf Glauben jeglicher Art werde ich unter diesem Artikel nicht freischalten. Allerdings dürfen die besorgten Bürger, die noch nie einen Fuß in einen Gottesdienst gesetzt haben, jetzt aber plötzlich zur Verteidigung der christlichen Werte zusammen mit unseren braunen Mitbürgern sehr lautstark auf die Strasse gehen, gerne hier bleiben.

Sehr geehrter Herr Seehofer,

ich habe mich im Blog bei der Flüchtlingsproblematik zurückgehalten. Nicht, weil ich dazu keine Meinung habe – ich habe zu fast allem eine Meinung. Das Problem ist ein anderes. Ich habe keine Lösung. Ein kluger Mensch hat mal gesagt, wenn man so gar keine Lösung hat, dann einfach mal den Mund halten.

Leider halten sich sehr viele Menschen nicht an diesen Rat und sind sehr laut im Verkünden ihrer Meinungen.  Das finde ich schlimm. Richtiggehend unmenschlich und mich persönlich als Christin angreifend finde ich allerdings das bigotte Verhalten von einigen führenden Politikern, die sich immer wieder auf das “Christlich” in ihrem Parteinamen berufen, wozu auch Sie gehören.

Wenn man schon die per Definition sehr fragliche Kombination “christlich” und Partei sein eigen nennt und sie im Namen trägt, dann sollte man es auch durchziehen.  Ich kann mich nicht auf die Bibel berufen und lautstark im Grundsatzprogramm   Dinge verkünden wie “Dem christlichen Menschenbild entsprechen die Grundlagen unseres Handelns: Freiheit und Verantwortung, Solidarität und Chancengerechtigkeit, Subsidiarität als Verantwortungs- und Strukturprinzip.”. Oder  “Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Unser christliches Menschenbild und unsere Verfassung verpflichten Staat, Politik und Gesellschaft, menschliches Leben zu schützen und zu fördern. Wir wollen einen wirksamen Schutz des menschlichen Lebens von seinem Anfang bis zu seinem Ende.”.

Ich habe mir nur diese beiden Punkte rausgegriffen, weil es sonst den Rahmen sprengen würde, es finden sich in diesem Programm eine Menge Ansatzpunkte. Aber nehmen wir nur diese beiden her.

Sie schreiben, dass Sie den Schutz des menschlichen Lebens von Anfang bis Ende wollen. Ist zu diskutieren. Da steht allerdings nicht drin, dass Sie  nur deutsches oder aber bitte das Leben von Christen meinen. Da steht menschlich. So menschlich wie das Leben, das bitterlich geschützt zu werden hat vor Kriegen und Hungersnot. Das an unsere Grenzen klopft und das Sie und ihre Parteifreunde entweder erst gar nicht reinlassen oder  sofort wieder rausschmeißen wollen. Aus den Augen, aus dem Sinn, als seien diese Menschen es nicht wert, geschützt zu werden. Schutz des Lebens,  liebe Politiker,  bedeutet nicht nur das Leben, das in den ersten neun Monaten im Mutterleib heranwächst und/oder das in den letzten Zügen seines Lebens ist. Menschliches Leben bedeutet auch alles dazwischen. Sämtliches menschliches Leben.

In der Passage mit der Soldarität und der Chancengleichheit  wird es nicht besser  – denn auch da steht was von einem christlichen Menschenbild, das momentan vornehmlich von ihrer Partei mit Füßen getreten wird.

Lieber Herr Seehofer, tut mir leid, dass Sie als Parteivorsitzender und neben Herrn Söder als lautestes Organ jetzt mal herhalten müssen, aber: Wenn Sie an das Wort des christlichen Gottes glauben und es immer wieder einfordern, dann handeln Sie auch selbst danach. Handlungsmaxime dafür gibt es zuhauf:

Zum Beispiel:

“(…) Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.” (Matthäus 24, 40)

Den allseits bekannten Samariter will ich jetzt gerade nicht noch mal hervorkramen, der wurde in den letzten Wochen etwas überstrpaziert.  Viel interessanter sind Passagen wie

“15 Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester dürftig gekleidet ist und der täglichen Nahrung entbehrt,16 aber jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch! ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige, was nützt es?” (Jakobus 2, 15+16)

Wo wir dabei sind, hätte ich hier eine interessante Liste von sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen, die in der Bibel namentlich erwähnt sind und die Ihnen als Christ bekannt vorkommen sollten. Jesus, Jakob, Mose? Schon mal gehört?

Nun sage ich beileibe nicht, dass wir gesetzes- und wortgetreu nach der Bibel leben sollten. Aber ich habe auch nicht  den christliche Glauben in mein Parteiprogramm aufgenommen – Sie schon. Was bedeutet, Sie müssen auch dann zu Ihrem Wort stehen, wenn es gerade unangenehm ist und Wählerstimmen kosten könnte. Tun Sie aber nicht. Es sind genau solche, nennen wir es mal Diskrepanzen, die uns Christen einen so schlechten Namen geben. Danke dafür.

Warum ich jetzt drauf komme, jetzt erst schreibe und nicht schon Wochen vorher? Weil ich über einen Blogeintrag von einer Frau  gestolpert bin, die genau das tut, was Sie und ihre Partei verteufeln. Sie hilft Flüchtlingen ohne zu fragen – einfach, weil es Menschen sind, die Hilfe brauchen. Und doch sagen Sie beide, Sie tun das jeweils Richtige mit christlichem Hintergrund. Einer von Ihnen liegt falsch. Ich neige dazu zu glauben, dass Sie das sind, Herr Seehofer.

Wissen Sie überhaupt noch, dass in Ihrem Programm steht, dass für Sie jeder Mensch ein Geschöpf Gottes ist. Etwas, was Sie als christlicher Politiker nun einfach wegwerfen und dem sie Türe weisen? Ich hab genausowenig den direkten Draht zu Gott wie irgendjemand anderes, aber ich habe im Gefühl, dass er das so nicht gemeint haben kann.

Wie ich sagte, ich habe auch keine einfachen Universallösungen. Ich weiß genausowenig wie irgendein anderer Mensch auf dieser Welt, wie wir den Wahnsinn, der an allen Stellen gerade ausbricht, stoppen und all die Menschen retten können. Aber zwei Dinge weiß ich sehr wohl: Zum einen, dass Ihre machtpolitischen Spielchen eher das Gegenteil von Frieden, und sei er auch “nur” im eigenen Land, bewirken. Zweitens bin ich mir bei einem sehr sicher: Sie und Ihre Partei handeln mit Sicherheit nicht christlich. Es wird Zeit, dass Sie Ihren Parteinamen ändern.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein wenig Muße, um über Gottes Wort nachdenken zu können.

 

 

 

 

 

 

 

Published in: on 28. November 2015 at 10:07  Comments (5)  
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