12 von 12 im Februar

Heute aus der UNESCO-Welterbe-Stadt Stralsund. Es war ein tolles Wochenende!

 

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Published in: on 12. Februar 2017 at 22:17  Schreibe einen Kommentar  

Kurzes Rechenbeispiel am Morgen

In der Schule war Mathe ja nie mein starkes Fach, seltsamerweise im Studium schon eher. So oder so wußte ich aber schon sehr früh, dass 22 Mrd Euro weniger sind als 259 Mrd Euro.

Ich komm drauf, weil mir ja immer vorgeworfen wird – gerne auch hier im Blog – ich sei ja so ein schrecklicher Gutmensch, der verkennt, wie teuer uns die Flüchtlingskrise kommt und wir alle an den Kosten zugrunde gehen werden. Nun also die Zahl 22 Mrd Euro, die uns die Flüchtlinge kosten. Das ist verdammt viel Geld, das für Leute ausgegeben wird, die vor Krieg und anderen Katastrophen fliehen und bei uns Schutz suchen. Das Geld muss man, das gebe ich gerne zu, erstmal haben.

Aber wir haben es ganz offensichtlich. Denn bis heute hat uns die Bankenkrise 259 Mrd. Euro gekostet. Das sind knapp 12 Mal soviel. Das ist Geld, das wir ausgeben um Banken zu retten, deren Manager es durch eigene Schuld geschafft habe, sich selbst und damit auch uns an den Rand des Abgrundes zu treiben. Mit diesen 259 Mrd ist nicht ein einziges Menschenleben gerettet worden, dafür aber mehrere Ablösen oder gar Boni irgendwelcher Manager, die Scheiße gebaut haben und, schlimmer, es auch weiterhin tun.

In einer perfekten Welt würden jetzt die Manager geprügelt werden. Werden sie aber nicht. Statt dessen wird sich Sorgen gemacht, dass uns Flüchtlinge mit einen Zwölftel der Summe ruinieren, wir alle in die Steinzeit zurückfallen und das Geld jetzt deutschen Obdachlosen und anderen Bedürftigen fehlt.

Dass der gemeine Wutbürger eher schlecht im Bereich des Mitgefühls und der Empathie ist war mir bekannt. Die Unfähigkeit zu Mathe auf Grundschulniveau hingegen ist mir neu. Vielleicht wäre es daher an der Zeit, dass die Banken unserer Gesellschaft, die sie vor dem Ruin gerettet hat, etwas zurück geben. Ich denke da so an den gerechten Zehnten. Ich hab auch schon einen Vorschlag, wo die gesamte Kohle hin könnte: Wie wäre es mit dem Bildungssystem?
Damit der kleine Wutbürger von Morgen nicht nur Grundkenntnisse in Mathe erlernt sondern auch eine Chance bekommt, Zusammenhänge zu erkennen. Und gewisse Parteien mit ihrer Panikmache elendiglich scheitern.

Ach, welche schöne Utopie.

Published in: on 27. Januar 2017 at 09:05  Comments (1)  

Dialog des Tages

Kind Nummer Zwei lernt die Zeitformen im Deutschen. Bisher ohne größere Probleme. Nur beim Perfekt hakt es etwas.

„Ok, wie wird denn das Perfekt gebildet?“ Fangen wir doch mal von vorne an.

„Na, mit „haben“ oder „sein“. Und mit einem Partywort.“ Huh?

„Huh?“

„Na, dem Partydingens…“

„Partizip. Das Ding heißt Partizip“

„Na und? Feier ist Feier.“

Solange er es nur begriffen hat.

Published in: on 9. Januar 2017 at 13:47  Schreibe einen Kommentar  

Gesegnete Weihnachte

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs eine gesegnete und friedvolle Weihnacht!

Published in: on 25. Dezember 2016 at 13:55  Schreibe einen Kommentar  

Reicht es nicht langsam?

Reicht es nicht langsam, dass  immer und immer wieder Gewalt auf uns einprasselt?

Reicht es nicht langsam, dass jede noch so schreckliche Tat durch einen Medienhype eine Steigerung erfahren muß?

Reicht es nicht langsam, dass es „die wichtigsten Bilder“ zu einem unfassbaren Ereignis her müssen?

Reicht es nicht langsam, dass Dinge nur dann passieren, wenn wir Bilder oder Videos haben, die immer grausamer werden müssen?

Reicht es nicht langsam, dass Menschen sich in den Netzwerke aggressivst angehen, wenn sie über besagte Ereignisse schreiben?

Können wir nicht alle bitte drei Schritte zurück treten, die Leute ihre Arbeit machen lassen, die sie tun sollen und die auch ohne den permanenten Sensationswahn schwer genug ist?

Können wir stattdessen nicht inne halten und uns überlegen, was man selbst zu dem Hass um uns herum beiträgt?

Können wir bitte endlich aufhören, Zynismus, Sarkasmus, Halbwahrheiten, Mutmaßungen oder gleich Lügen zu verbreiten?

Mit jedem bösartigen Kommentar, jeder Hasstriade, selbst mit jeder bissig-gemeinen Antwort lenken wir von den wahren Opfern ab. Von denen, die unser Mitgefühl und unser Miteinander brauchen. Ich verstehe so vieles nicht mehr in dieser Welt. Aber diese selbstdarstellerische Respektlosigkeit, die ich seit gestern abend aufgedrängt bekommen habe hat eine neue, schreckliche Qualität bekommen, die nur sehr schwer zu begreifen und zu ertragen ist.

Warum, um alles in der Welt, warum kann man nicht einfach mal still sein, einfach mal die Klappe halten, wenn man nichts Mitfühlendes oder wahlweise wichtige Informationen von sich geben kann?

 

Published in: on 20. Dezember 2016 at 09:05  Schreibe einen Kommentar  

Dialog des Tages

Familie S. aus Z. ist auf dem Weg vom Weihnachtsbaumschlagen nach Hause. Im Radio wird von Adventskranzliedern im weitesten Sinne geredet, wie zum Beispiel „Ring of Fire“.

„Kind Nummer Eins, von wem ist „Ring of Fire?“ Ratlosigkeit neben dem Baum in der hinteren Hälfte des Autos.

„Kleiner Tip: The man in black!“

„Der Graf von Unheilig!“ Befriedigung schwingt in der Stimme mit.

Wir haben als Eltern versagt. Kläglich.

Published in: on 27. November 2016 at 15:38  Comments (3)  

Von Trump lernen

Es ist jetzt knapp 24 Stunden und drei Gin and Tonic her, dass klar ist, dass in den USA ein unberechenbarer, populistischer und politisch nicht ganz korrekter Mensch neuer Präsident geworden ist. Mein Handy steht nicht mehr still, wo ich gehe und stehe werde ich (selbst von Viertklässlern) drauf angesprochen und mein 10jähriger Sohn bombardiert mich mit Fragen, ob seine Mutter jetzt überhaupt noch mit in die USA darf, wo Trump das doch verbieten will. Jede Unterhaltung, die man über das Thema hat, beinhaltet früher oder später immer wieder die implizierte Feststellungsfrage

„Sind die Amis denn alle so dumm?“

Nein. Sind sie nicht. Sie haben es nur satt. Sie haben es satt, dass ihr Bildungssystem immer weiter zerbröckelt und ihre Kinder, so sie nicht auf einer privaten Schule sind, eine gute Chance haben eine sehr schlechte Schulbildung zu genießen. Leider steigt gleichzeitig die Arbeitslosenquote in den USA unter den Schlechtqualifizierten immer weiter. Universitäten kann sich dafür kein Mensch mehr leisten, die Schulden ersticken die Menschen. Die Lebenshaltungskosten (gerade auch die Lebensmittelkosten) steigen rasant. Niemals in der Geschichte der USA haben so wenige soviel besessen und umgekehrt. Spätestens seit der Bush-Wahl vor 12 Jahren geht ein Riss durch die Bevölkerung, der niemals wirklich gekittet wurde.

Und die Politik hat nicht nur nichts getan. Viel schlimmer ist, dass sie keinerlei Idee hatte, was die Menschen wirklich bewegt. Trump wurde nicht gewählt, weil irgendjemand glaubt, dass er eine Mauer auf Kosten der Mexikaner baut. Das war nur ein Synonym dafür, dass sie sich von der Politik nicht ernst genommen fühlen. Dass das System korrupt ist. Dass mit Wirtschaftsbossen und Lobbyisten gekungelt wird. Trump selbst sagte in einer der vielen Wahlkampfreden, dass er auf der Seite der Wirtschaft war und *er* sehr gut aus der Wirtschaftskrise rauskam. Im Gegensatz zu sehr, sehr vielen normal sterblichen Amerikanern.

Wenn das Ergebnis ein Gutes hat für die Amerikaner, dann doch, dass deren Demokratie lebt. Neben einigen anderen Faktoren wie der Besetzung des Supreme Courts und dessen weitreichenden Folgen und der Kongressbesetzung hat eine Sache eine Rolle gespielt: Es ist jemand gewählt worden, den die gesamte politische Kaste und auch die Wirtschaft nicht haben wollte. Den die Journaille nicht wollte. Der nur ein Bruchteil der Gelder verbraucht hat als die meisten anderen Kandidaten. Der wesentlich weniger Prominenz als Unterstützung hatte. Wenn man so will, ist er der auf die Politik übertragene Traum vom Tellerwäscher. Nur, dass dieser Tellerwäscher halt vorher schon sehr reich war. Aber das Volk hat gezeigt – bis hierhin und nicht weiter. Im Prinzip ist nicht er gewählt sondern es sind alle anderen abgewählt worden.

Bevor die Trolls jetzt über mich herfallen – ich würde jeden Menschen aus meinem Umfeld am liebsten verbannen, von dem ich wüßte, dass er oder sie Trump gewählt hat. Schon alleine, weil ich seine Sicht auf Menschen entwürdigend finde – nicht nur die auf Frauen und alleine deswegen ist er ein absolutes No-Go. Ich befürchte, er wird all die Probleme, die die USA haben, verstärken. Denn auch er wird in Washington mit seinen Strukturen nichts ändern. Nur wird ein Narzisst wie er das nicht still ertragen. Ich will mir gar nicht ausmalen, was dann passiert in einem Volk, in dem ein sehr großer Teil bewaffnet ist, nicht unbedingt jeder mit seiner Waffe umgehen kann und das von einem Präsidenten aufgeputscht wird, der sehr gut im Gift verspritzen ist. Nur, ich kann es nicht ändern.

Was ich aber ändern kann, ist das, was wir hier haben. Das Netz ist voll von Sinnsprüchen wie

„Meckert nicht über die dämlichen Amis. Nächstes Jahr ist Bundestagswahl.“

Sprüche dieser Art enthalten viel Wahrheit – wenn man sich bei den Landtagswahlen umschaut, dann wird mir Angst und Bange. Wobei das Schlimmste dabei nicht ist, dass es so viele Menschen gibt, die extrem wählen wollen, sondern dass es hier die gleiche Tendenz der politischen und leider auch journalistischen Kaste gibt wie in den USA – ein Großteil von ihnen lebt in einem Wolkenkuckucksheim und hat schlicht keine Ahnung, was die Menschen bewegt. Die jetzige US-Wahl sollte allen Verantwortlichen eine Warnung sein, mehr auf die Menschen zuzugehen  – im Sinne von ihnen zuzuhören, sie ernst nehmen. Ja, auf alle, und ja, auch wenn es schwer fällt, jedes noch so dämliche Argument zu entkräften. Lösungsvorschläge zu unterbreiten, die machbar und sinnvoll sind. Mehr daran zu arbeiten, dass niemand zurückgelassen wird – und in bestimmten Landstrichen Deutschlands sind sehr viele zurückgelassen worden, die sich jetzt leider den Falschen zuwenden.

Aber es bedeutet auch, nicht aufzugeben. Ich habe mich selbst dabei ertappt, mir zu überlegen, wie um alles in der Welt ich eine unverfängliche Konversation hinbekommen soll, wenn ich auf Menschen treffe, von denen ich weiß, dass sie am rechten Rand des Spektrums stehen. Weil ich eine Party nicht sprengen wollte und/oder weil ich dachte, dass die Meinungen eh festgefahren sind. Ganz falsch. Ab jetzt wird zurück geredet. Mit Fakten. Das alleine wird niemanden zum Umdenken bewegen, aber vielleicht werden Zweifel an der dieser Ideologie gepflanzt. Das ist das, was ich tun kann.

Darüber hinaus kann man nur noch beten, dass die deutsche Politik und andere Entscheidungsträger aus dem lernen, was gerade über dem Teich passiert ist und dass sie endlich mal den Arsch hochkriegen. Man wird ja noch hoffen dürfen.

Ich verrücktes Ding, ich.

Published in: on 10. November 2016 at 09:23  Comments (8)  

Teig 1, Teenagerbefindlichkeiten 0

Dreizehn ist ein seltsames Alter – es ist weder so richtig Hüh noch ist es richtig Hott. Beispiel vorhin. Kind Nummer Eins hat Besuch von einer Freundin. Man hört sie ganz voguemäßig und weltgewandt reden:

„Und dann hab ich mir gedacht, wir probieren das Make-up heute aus, ich hab dieses neue Contouring-Set bekommen.“ Mutter von Kind Nummer Eins steht mit zwei Teiglöffeln durch die Luft wedelnd in der Tür und zieht die Augenbrauen hoch.

„Make-up?“

„Ja, klar wir….Teig? Hast Du Cookie Dough? Dürfen wir die Schüssel auslecken? Biiiiiiiittttteeee!“ Zwei Kind Teenageraugenpaare betteln mich an.

Wenn es weiter nichts ist.

Published in: on 25. Oktober 2016 at 14:08  Comments (1)  

12 von 12 im Oktober

Nach langer Zeit mal wieder mein 12 von 12 – dieses Mal ganz im Zeichen von diversen Umbauten.

Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Caro.

 

Published in: on 12. Oktober 2016 at 18:21  Schreibe einen Kommentar  

Der Apfel und so…

Es wäre dann soweit: Meine Tochter will heute mit mir auf ihren allerersten Gothik-Markt und überlegt schon seit Tagen, was sie denn anziehen wird. Keine Ahnung, woher sie diese Obsession auf Schwarz hat. Nur weil ich in meinen frühen Zwanzigern in Teilen der schwarzen Szene rumgehangen habe, muß das Kind doch nicht auch schwere Ketten um den Hals haben und das toll finden.

Die 13jährige hat im übrigen schon blauere Haare als ich sie je hatte, was gestern bei den Eltern im biederen Sport des Volleyball lediglich für ein

„Und das wundert Dich bei der Mutter? Steht ihr.“ sowie ein Schulterzucken sorgte. Die Kinder haben es nicht leicht, wenn sie heutzutage protestieren wollen.

Wobei ich mich auch ernsthaft frage, ob sie das überhaupt will. Da sie mich stets nach Rat fragt, ob dieses oder jenes geht, ich auch für das Färben zuständig war (übrigens mit veganen, ungefährlichen Farben für das Kind unter 16),denke ich, dass sie gar nicht schocken will sondern es für sie wirklich ein Ausdruck Ihrer Persönlichkeit ist. So ganz ohne Rebellion und so.

In diesem Fall werde ich davon absehen, mir für heute nachmittag eine zartrosa Bluse mit olivfarbenem Rock und vernünfig, praktischen Schuhen irgendwo auszuleihen anzuziehen, nur um schwierig zu sein.

Wer will schon pubertärer sein, als sein eigenes Kind?

Published in: on 2. Oktober 2016 at 08:06  Comments (2)