Das kleine Glück möchte bitte noch im Dorfe bleiben

Ich liebe mein Leben.

Auch wenn arbeitsmäßig alles drunter und drüber geht, auch wenn ich gerade nicht weiß, wo mir der Kopf steht und auch, oder gerade weil, nichts wirklich nach Plan verläuft.

Denn eigentlich wollte ich gestern um kurz nach halb sechs nur schnell zum örtlichen Griechen, um etwas zu besorgen und dann nach Hause eilen. Erstens hatte ich noch Abendessen für die Brut zu kochen und zweitens wartete ein Schreibtisch voller Arbeit auf mich.  Leider wurde ich von der Besitzerin gleich auf ein Glas Wein eingeladen. Gut, die Zeit mal wieder zu quasseln muss sein. Ich wollte gerade gehen, da radelte eine gute Forumsbekannte mit ihrem Freund quasi ins Lokal und ich setzte mich kurz dazu. Nach 15 Minuten, es war knapp halb sieben, rief ich die Kinder an und fragte, ob sie ihr Abendessen ins Restaurant respektive im Falle von Kind Nummer Zwei ins Wohnzimmer des Lokalbesitzersohnes verlegen wollen würden. Erstaunlich, wie schnell Kinder von A nach B kommen können, selbtsständig, wenn sie nur wollen.

So. Zwei Gläser Artos und drei Ouzo später, ich wollte gerade meinen Sohn holen, kam eine Schulfreundin meiner Tochter nebst Eltern rein, wir schrieben irgendwas um halb acht. Da kann man ja auch nicht einfach so gehen. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Um neun Uhr, weitere zwei Gläser Wein und Ouzo intus, waren wir wieder zuhause.

Gearbeitet habe ich an dem Abend genau Null, die Kinder waren gesättigt und sehr müde und wir drei hatten einen wundervollen Abend. Einen, den man nicht planen kann, weil er sich aus Zufällen zusammensetzt. Aber einen, an den ich mich noch sehr lange und gerne zurückerinnern werde.

Merke: Glück besteht nicht nur aus den großen Dingen sondern eben auch aus einem warmen Frühsommerabend, leichter Stimmung, netten Menschen und einem Glas Wein. Oder zwei.

Published in: on 5. Juni 2015 at 07:29  Comments (2)  

Rückblick Mai 2015

Dieses Mal sogar pünktlich!

Gelesen: “Seduced by Sunday” von Cathrine Bybee und immer mal wieder auffrischungsweise Outlander von Diana Gabaldon

Gesungen: “Akropolis – Adiiiiiiiieeeeeeeuuuuuu” geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Dann noch “Happy Birthday” in der Forengruppe. Und natürlich “So sehn Sieger aus….schalalalalala”

Gehört: Vögel. Viele Vögel. Meistens morgens gegen halb fünf.

Gesehen: “Outlander” und “iZombie”. Zu mehr fehlte die Zeit – ich bin froh, dass ich damit hinter her komme.

Getrunken: Prosecco mit Erdbeeren sowie relativ viel Weißwein.

Gegessen: Ziemlich viel Tapas, Grillgut und extrem gute Spanferkel.

Gekocht: Sehr viel Kartoffelsalate für die unterschiedlichsten Parties. Und den ersten diejährigen Spinat aus dem eigenen Garten.

Gebacken: Den Klassiker CCC.

Gefreut: Über die Vizemeisterschaft von Kind Nummer Eins.

Gelacht: An diversen Lagerfeuern und Feiern.

Geärgert: Über den blöden S-Bahnstreik.

Gegärtnert: Leider zuwenig, steht aber auf meiner Agenda für die nächste Woche. Zwangsweise. Sonst komme ich nicht mehr durch die Beete.

Gekauft: Viele Geschenke, es gab viel zu feiern diesen Monat.

Gespielt: Seit drei Tagen hat mich CandyCrush wieder *räusper*

Gefeiert: Zuallererst natürlich besagte Landesvizemeisterschaft, dann ein 50ter der sich als Hochzeitsparty entpuppte. Eine prima Forumsparty. Und ein schöner Geburtstag.

Gesportelt: Gelaufen und Klettergarten. Aber ich könnte doch wieder etwas disziplinierter werden.

Gefühlt: Rundrum zufrieden.

Geknipst: Mal hier mal da, das übliche.

Mehr wie immer beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 31. Mai 2015 at 07:41  Comments (1)  

Brandenburgs morgendliche Fauna

Wir kennen ja die seltsamsten Leute und einer davon ist Ornithologe. Der Mann reist durch die Weltgeschichte, um mit seinem Fotoabpperat die wundersamsten Vögel abzulichten und hat nun wirklich Ahnung von der gefiederten Fauna dieser Welt.

Daher fragte der Autor ihn letztens auch, welche Vogelart es denn sein könnte, die morgens um circa 4:45 aus dem Schlafe erwacht, in den Randgebieten Berlins, Richtung Brandenburg beheimatet ist und sehr, sehr laut ist. Der Vogelkundler machte ein wichtiges Gesicht, wiegte bedeutungsvoll den Kopf und antwortete sinngemäß, dass er den sehr wohl kenne, er habe ihn auch im Garten und das possierliche Tier würde auf den schönen Namen “Scheiß-Vogel” hören.

Einen besseren Namen hätte man dem kleinen Zwitscherer wirklich nicht geben können.

Published in: on 26. Mai 2015 at 07:17  Comments (4)  

Dialog des Morgens

Das Brot im Hause S. in Z. ist gestern ausgegangen und die Mutter hat vergessen Neues zu kaufen. Leider war auch die Milch für das laktoseintoleranzgeplakte Kind alle, so dass ich noch nicht mal eine irgenwie geartete Milchspeise mitgeben konnte.

So zückte ich das Portemonnaie, gab Münzgeld und die Anweisung sich ein Brezel und ein Käsebrötchen in der Caféteria zu kaufen. Da für mich Ernährungsfetischistin das eine Premiere war, murmelte ich vor mich hin

“Wie kommt man sich denn da vor? Hier habt ihr Geld holt Euch was? Sterotyp…!”

Antwort Tochter

“Ach, die Mutter von N. sagt, man gewöhnt sich dran!”

Ich kauf gleich eine Monatsration Brot und friere sein…

Published in: on 22. Mai 2015 at 06:02  Comments (3)  

Zitat des Tages

Hier stehen auf der Fensterbank ganz hinten noch zwei im Winter zu Recht vergessene Glühweinflaschen rum, die Kind Nummer Zwei gerade entdeckt hat.

“Mama, wann trinkst Du denn Deinen Glückswein?”

Dann mein Kind, wenn ich so verzweifelt bin, dass mir der Geschmack des Glücksweins nicht mehr stört.

Published in: on 14. Mai 2015 at 06:20  Hinterlasse einen Kommentar  

Über die Korrelation von Jugendsprache und Höflichkeit

Die Diskussion ist so alt wie die Menschheit – die Jugend hat keinen Respekt mehr vor dem Alter, sie verroht und benehmen kann sich die Brut auch nicht. Man muss sich ja nur mal anhören, wie die reden. Das ist vulgär, widerlich und überhaupt hätten wir uns das nienienie getraut früher. Wieder einmal Zeugin dessen wurde ich, als ich die Tage mit dem Bus fahren mußte, weil Herr Weselsky ganz uneigennützig mit seinen Mannen für unsere Grundrechte eintrat (und die Mehrung seiner eigenen Macht, aber wer wird denn so kleinlich sein, zuviel Alturismus schadet ja auch der Glaubwürdigkeit).

Ich stand also mit vielen anderen Menschen eingequetscht in der Nähe der Tür, die gerade im Begriff war, sich zu schließen, als neben mir ein vielleicht 15jähriger fröhlich seinem Kumpel zurief

“Eh, Luca, Du alte, geile Sau”! Der Angesprochene hob die Hand zum Gruße während der Teenager neben mir ein liebevolles

“Fick Dich, Alter!” zum Abschied hinterherschob. Nicht die Sprache, die ich als freundschaftlich bezeichnen würde. Oder gar respektvoll.

Und so war ich auch nicht gerade erwartungsfroh, als ich den Halbwüchsigen bei der nächsten Station mit einem

“Darf ich mal?” sanft darauf hinwies, dass ich an ihm vorbei muss. Da sagt der Kerl doch glatt zu mir

“Oh ja, aber natürlich, Entschuldigung!” stieg aus, damit ich bequem rauskam und ging dann zurück in den Bus.

Hat man sowas schon erlebt? Meine schönen Vorurteile! Eine Unverschämtheit sowas!

Published in: on 8. Mai 2015 at 06:56  Comments (1)  

Rückblick April 2015

Ächz, noch ganzganz schnell….

Gelesen: Die “Kodiak Point” Reihe von Eve Langlais. Wie Frau Lostinabadbook so nett ausdrückte, eine Reihe, bei der man froh ist, dass es ebooks gibt, eildieweil man nicht in die Not kommt, das Cover verdecken zu müssen aus lauter Scham.

Gesungen: Fangesänge, wieder mal.

Gehört: Viel Gitarre – Kind Nummer Zwei hat es sich angewöhnt zu üben, während ich in der Küche rumwerke. Er macht das sehr gut, finde ich.

Gesehen: “Avengers – The Age of Ultron” – nun ja. Ansonsten viel Outlander und iZombie. Ich liebe iZombie.

Getrunken: Prosecco. Zuviel Prosecco.

Gegessen: Den ersten Spargel, ganz klassisch. Yummy.

Gekocht: Besagten Spargel und ich werde langsam gut im Ausdenken von Rindfleischgerichten.

Gebacken: Eine Menge Lemon Tea Cookies.

Gefreut: Über Fortschritte beim Laufen

Gelacht: Mit alten Freunden.

Geärgert: Über die Nichteinhaltung von Terminen.

Gegärtnert: Den Garten auf Vordermann gebracht und endlich ein kleines Anzuchthäuschen gekauft (und selbst zusammen gebaut!).

Gekauft: Besagtes Anzuchthäuschen. Und Schuhe für die Kinder. Aber das ist ja nun nichts neues, dass tue ich jeden Monat.

Gespielt: Der Monat war leider spielfrei.

Gefeiert: Ostern

Gesportelt: Gelaufen, gebeacht, geradelt – man merkt, es wird wärmer,

Gefühlt: Hilflosigkeit, als Kind Nummer Eins in London krank wurde und ich hier sass und nichts machen konnte.

Geknipst: Mal hier mal da, das übliche.

Man sieht, nicht der aufregenste Monat. Aber da war nur eine Pause – der Mai hat schon wieder sehr aufregend begonnen. Seufz. Mehr wie immer beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 3. Mai 2015 at 18:44  Comments (1)  

Über Journalismus und Menschenleben

Es ist ja sehr populär geworden, “die Medien” für alles mögliche verantwortlich zu machen. Für den Untergang der westlichen Kultur, die Verdummung der Menschheit und dafür, dass die roten Gummibärchen auch nicht mehr so schmecken wie früher.

Das sehe ich nicht so, ich habe das Glück, genug interne Einblicke in die journalistische Arbeit zu bekommen und ich weiss, dass der Großteil der Journalisten einen sehr guten und oft genug auch sehr harten Job machen, den ich so nicht würde machen wollen. Trotzdem kam ich mich einer gewissen Tendenz von führenden nicht nur deutschen Medienhäusern erwehren, die ich einfach nur als zynisch und menschenverachtend empfinde.

Da ist einmal die Berichterstattung über die Bootsflüchtlinge – man überlege sich den Aufschrei, wenn mehrere kleine Kreuzfahrtschiffe gekentert wären und eine Menge westlicher Touristen statt Flüchtlinge in einem Seelenverkäufer ums Leben gekommen wären – die Gazetten hätten kein anderes Thema. So aber sind es ja nur mittellose arme Schlucker, zwar ganzganzganz schlimm irgendwo, aber so die meisten von ihnen wären ja eh abgeschoben worden, also muß man das Ganze ja nicht so aufbauschen.

Richtig auffällig wurde es aber dieses Wochenende. In Nepal sind bei einem starken Erdbebenunglück bisher über 1900 Opfer zu beklagen. Zahl steigend. Unter diesen 1900 Opfern befinden sich 18 Bergsteiger, die wahrscheinlich aus der westlichen Welt kamen. Das sind weniger als 1%. Natürlich hilft das weder den bedauernswerten Menschen noch deren Familien, tot ist tot. Nur – diese weniger als 1% nehmen die Titelseiten ein. Oftmals gleich im ersten oder zweiten Artikel in einer epischen Länge.

Wohlgemerkt, da geht es um Leute, die viel Geld dafür bezahlt haben und damit sie sich freiwillig in diverse Gefahren begeben haben. Die hätten auch mit in den Rockys oder in den Alpen klettern gehen können, wollten sie aber nicht, es war ihre freie Entscheidung. Das konnten die Sherpas, die es erwischt hat nicht. Von den Sherpas redet aber niemand. Oder von der Frau mit der Garküche am Strassenrand. Oder dem 7jährigen, der gerade in der Schule war.

Sage mir, wer Du bist und woher Du kommst und ich sage Dir, ob Dir, wieviel Du wert bist in seiner absolut widerlichsten Form. Vor allem hat das reineweg gar nichts mit Journalismus zu tun sondern nur noch mit Sensationsgeiferei. Kommt für mich gleich nach dem Gaffen auf der Autobahn nach einem Unfall. Und genau aus diesem Grunde weigere ich mich auch, diese Artikel zu lesen. Oder andere dieser Seiten.

Nicht, dass es was helfen würde. Aber wenigstens trägt es auch nicht dazu bei, diese Form von “Journalismus” weiter in die Welt zu tragen.

Published in: on 26. April 2015 at 08:43  Comments (1)  

Postfeminismus, den ich meine

Dank des GDL-Streikes (knapp zwei Stunden pro Weg von uns bis Steglitz an einem wunderbaren, sonnigen Tag, vielen Dank auch dafür) bin ich mit Kind Nummer Eins im Schneckentempo durch die große Stadt gefahren und sie sah Dinge, die sie hier auf dem Dorf nie zu sehen bekommt. Zum Beispiel

“Frauenreisen? Mama, wieso Frauenreisen? Warum sind die nur für Frauen?” Weil…

“Weil, weißt Du…” Wie war das damals gleich? Moment Kind, ich suche mal gerade die Lila-Latzhosen-Argumente aus der Kiste da ganz, ganz hinten…

“Und daneben – ein Frauencafé – dürfen da keine Jungs rein? Warum denn das bitte nicht? Wie doof ist das denn? Das ist doch eigentlich gemein!” Nun hält sich mein Mitleid für die Dreibeiner ja generell in eng umrissenen Grenzen, die können für sich selbst einstehen und ein wenig Geschichtsbewußtsein schadet ja nie.

“Weißt Du, früher, also als Mama jung war, da haben viele Frauen gedacht, sie brauchen Rückzugsorte, wo sie auch mal unter sich sein konnten. Auch weil viele Vorbehalte oder Angst vor Männern hatten und manchmal eben auch haben! Und weil es damals Frauen wirklich noch wesentlich schwerer hatten als heute.” Ungläubige Augen.

“Mama, also wenn mich ein Junge nervt, dann sag ich einfach, er soll mich jetzt alleine lassen. Und dann hat der zu gehen! Mama, nur Mädchen, immer? Das ist doch total langweilig. Das ist doch auch gemein, ich will doch auch nicht irgendwo nicht reinkommen dürfen. Außerdem meistens kann man doch gut mit den Jungs reden.”

Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich mir mental auf die Schulter geklopft habe. Denn wenn die neue Generation so denkt, dann haben wir Mädchen- und Jungs-Eltern einiges richtig gemacht. Ich hoffe sehr, dass sie es bis in ihr Erwachsenenleben hineintragen.

Published in: on 24. April 2015 at 06:46  Comments (2)  

Volleyball now and then

Wir waren gestern “beachen” – Beachvolleyball in der Halle spielen mit Bekannten. Erstaunlicherweise kann ich mich heute noch bewegen, einzig mein rechter Unterarm ist rot und blau und dick vom Baggern. Aua, aua, aua. Was ich gestern abend und heute auch artikulierte. Wiederholt. Bis meine Tochter heute augenrollend meinte

“Ja, Mama, Du machst das auch falsch. Siehste, man muss das so machen, dann tut das auch nicht weh!” Genauso wurde uns aber damals gesagt, dürfe man das nicht machen.

“Ich hab das damals aber anders gelernt!” So. Nämlich. Kann ja nicht alles schlecht sein von früher.

“Ja, Mama, aber die Grammatik hat sich ja auch geändert!”

Auch wahr. Wer hat dem Kind gleich Denken beigebracht? Aua übrigens.

Published in: on 19. April 2015 at 09:40  Comments (3)  
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