12 von 12 im Januar 2015

So, hier wieder der Blick in mein Schlüsselloch. Mehr wie immer bei Caro

Published in: on 12. Januar 2015 at 21:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Über die Angst

Darf man angesichts des letzten Terroranschlages in Frankreich wirklich zugeben, dass man Angst hat? Oder sollte man es einfach runterschlucken? Keine Ahnung, ich hab ja noch nie getan, was man darf, also sage ich es: Ich habe Angst.

Aber nicht davor, dass mich ein Terroranschlag einiger einzelner kaltblütiger Killer ohne jegliches Gewissen trifft. Ich bin in den 70ern und 80ern der alten Bundesrepublik groß geworden. Wir hatten nicht nur den Kalten Krieg als reale Bedrohung, wir hatten die RAF und die war genauso eine Gefahr wie jetzt die ISIS oder radikalisierte Islamisten. Nein, das macht mich nur unglaublich wütend und zornig, dass sie es wagen im Namen eines Gottes zu morden, dessen Namen sie damit mehr schänden als jede Karikatur es könnte.

Nein, Angst machen mir die Reaktionen, die da kommen werden. Dass sich die rechten Kräfte dieser Welt wieder aufs Weiße-Herrenross setzen und ihr schwarz-weißes Denken nicht nur rechtfertigen sondern durchsetzen wollen.

Dass meine Kinder nicht mehr in einer Welt aufwachsen können, die offen für alles ist, was die Menschheit zu bieten hat. Dass ihre Welt auf die Werte eingeschränkt wird, die AfD und Pegida für abendländisch christlich halten. Sollten sie dagegen aufbegehren, werden sie in ernsthafte Schwierigkeiten kommen.

Dass meine Religion durch die immer wieder genannten “christlichen Werte des Abendlandes” in den Dreck gezogen wird von Menschen, die zu einem guten Teil noch nicht mal getauft sind, sich aber anmaßen sie “zu verteidigen”. Sie dabei aber leider fehlinterpretieren, weil das gerade so schön praktisch ist. Womit sie sich immer ein Stückchen mehr den Schlächtern von Paris annähern.

Aber am meisten habe ich vor der Masse Angst. Menschenmassen brauchen nur ein oder zwei rhetorisch gut geschulte Führer, die so geschickt aufputschen können, dass eine Masse zum unkontrollierten Mob wird. Leider wird es so, dass die Pegida-Anhänger jetzt nicht weniger werden, weil deren Einpeitscher ja nun nicht doof sind und schamlos mit den Ängsten derjenigen Menschen spielen werden, die eben nicht an harten Fakten sondern eher an Emotionen interessiert sind und von Letzteren leiten lassen.

Ich habe Angst, dass mein Leben noch mehr überwacht wird. Dass jetzt die langfristige Vorratsdatenspeicherung durch ist. Alles unter dem Deckmantel unserer Sicherheit – in einer Welt, die meßbar wesentlich sicherer ist als noch in den 80er Jahren.

Ich habe Angst, dass zuviele Menschen Angst haben. Dass sie keine offenen Konfrontationen mehr eingehen, weil sie die Konsequenzen fürchten, wenn sie sich offen gegen Pegida und AfD stellen.

Aber ich weiss auch, dass Angst lähmt. Angst macht stumm und denjenigen ein leichtes Spiel, die diese für ihre Zwecke ausnutzen. Genau deswegen ist es so wichtig, ganz klar Nein zu Terror und zu Fremdenhass zu sagen. Denn die beiden bedingen einander vielleicht nicht – sie begünstigen sich aber sehr. Je mehr wir beides entlarven und je mehr wir gegen beides aufstehen, desto größer ist unsere Chance, Pest und Cholera im Zaum zu halten. Da glaube ich ganz fest dran.

Deswegen werde ich meine Angst runterschlucken und gegen Terrorismus *und* Fremdenhass in diesem Land Flagge zeigen. Denn das hier ist mein Land. Und in meinem Land hat weder Terror noch Fremdenfeindlichkeit Platz.

Published in: on 8. Januar 2015 at 08:41  Comments (28)  

Spass mit Randgruppen

Es ist ja was an mir vorbeigegangen in den letzten zwei Jahrzehnten. Erstaunlich, was passiert wenn man keine Zeit mehr hat, selbst auf jeder Demo gleich vorne und mittenmang dabei zu sein.

Zur Erklärung, ich war ja damals mehr so die linke, rote Kampfemanze und die lila Latzhose hatte ich nur deswegen nicht an, weil ich bei aller Radikalität gewisse Mindestanforderungen an den Stil nicht verloren hatte – also immer im Rahmen der 80er gesehen. Außerdem war ich natürlich Anitfa minus deren, eh, nennen wir es eigenwilligen Öko-Idon´tcare crossovers. Was ich damit sagen will – da wo ich herkomme, gibt es eine bewegte politische und gesellschaftliche Vergangenheit, die ich durchaus und gerne verbalisiert habe.

Durch das, was gemeinhin alltägliches Leben genannt wird, wurden diese Aktivitäten ziemlich runtergerfahren. Letztes Jahr gab es dann bekanntlich wieder ein Aufflackern – aber sonst war eher Stille. Daher bemerke ich erst jetzt, wie sich Dinge verändert haben. Nicht, dass es neu oder anders wäre, dass rechte Gruppierungen, Ängste vor allem was anders ist zu schüren – das hatten wir immer schon und das wird wohl auch immer so bleiben.

Nein, aber die Art, wie damit umgegangen wird, ist eine andere geworden. Früher, zu meiner aktiven Faschos raus-Zeit, da wurde mit tiefsten Ernst über die rechte Gefahr diskutiert. Schwarze Trauer mischte sich mit rasender Wut und eine gedrückte Stimmung lag über allem.

Heute wird diese Gefahr immer noch ernst genommen, aber es wird ihr anders begegnet. Statt gedrückter Wut werden die Gesellen der Pegida und der Afd der Lächerlichkeit preisgegeben. #Schneegida war eine der genialsten Dinge, die dieses Jahr durch das Netz gegangen sind. Die von mir bis dato geschmähte “Wochenshow” baute eine Weihnachtsgeschichte nach Pegida, die so derart böse war, dass ich mich fragte, was die Oberen des Öffentlich-Rechtlichen zu sich genommen hatten, das sie das Ding zugelassen haben – und ob ich davon auch was ordern kann. Doch nicht nur das, dieses vorsichtige “Jaaaaa, aber wir müssen die Ängste doch ernst nehmen” wird mehr und mehr abgelöst durch eine herzhaftes “Einen Scheiß müssen wir!”- sogar der Kölner Dom, ein echtes Zeichen des christlichen Abendlandes wird verdunkelt, wenn die Träger des braunen Gedankengutes  daher kommen, um im Schatten einer der bekanntesten deutschen Kirchen ihre Gesinnung kundtun zu wollen. Die Demonstranten werden nicht nur öffentlich als das entlarvt, was sie sind – verkappte Nazis – sie werden auch (und das ist tatsächlich neu) auf breiter Ebene als solches bezeichnet.

Nun finde ich nicht, dass die unfassbar dämlichen, weil dummen Montagsdemos zu verhamlosen sind. Aber wo immer es Verlierer in einer Gesellschaft gibt, wird es immer auch Fremdenhass geben. Denn die wenigsten suchen die Schuld für ihre Misere bei sich, sondern gucken sich der Einfachheit halber gerne mal den vermeintlich Schwächeren aus. Wie gesagt, das ist nichts Neues und solche, der Selbstreflektion unfähigen Menschen wird es immer geben. Nur finde ich ehrlich gesagt die heutige Methode ihnen zu begegnen, den Spiegel vorzuhalten, ihnen zu zeigen, dass sie es eigentlich nicht wert sind, gehört zu werden und ihre Aktionen lediglich zur Belustigung der restlichen Republik taugen  wesentlich effektiver.

Das hätten die Erfinder der Spassgesellschaft so wohl auch nicht erwartet.

Published in: on 2. Januar 2015 at 08:46  Comments (2)  

Fröhliche Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs gesegnete und friedliche Weihnachten. Und dass sie das Fest so verbringen mögen, wie sie es sich vorstellen.

Published in: on 24. Dezember 2014 at 08:04  Comments (2)  

Machs gut, Udo!

Ein Abend, um Udo Jürgens zu hören.

R.I.P. Udo! Und danke für die wundervollen Lieder, die so viel mehr waren als nur eingängige Schlager.

Published in: on 21. Dezember 2014 at 21:25  Hinterlasse einen Kommentar  

An einem Adventssamstag in Berlin

Noch mal kurz zum Weltrettungsartikel und weil ja allgemein immer mal wieder bemängelt wird, wie unfreundlich alle, speziell “die Jugend” geworden sei.

Ich war am Samstag in der großen Stadt auf dem Weihnachtsmarkt. Ganz blöde Idee, ich weiß, es war voll und laut, man hat nichts gesehen und Menschenmassen, wohin man sah. Mehr als ich dachte.

Da es überall, wo so extrem viele Menschen sind, Rangeleien gibt, haben Kind Nummer Eins und ich den 8jährigen in die Mitte genommen. Was dummerweise den Pre-Teenager in die Einflugschneise von diversen Jugendlichen um die 15 warf, die ebenfalls vom Bahnsteig wollten und mein Kind anrempelten. Und sich sofort entschuldigten und fragten, ob was passiert sei.

In der Bahn selber hörte man ständig ein “Könnte ich mal”, man ließ Leute erst aussteigen, niemand drängelte.

Auf dem Weihnachtsmarkt war es rappelvoll, aber niemand trat einem auf die Füße oder versuchte 3cm mehr Boden gut zu machen.

Noch nicht mal in den Geschäften drängelte sich jemand vor und wir reden hier von Berlin.

Ich war mehr als nur erstaunt, denn dieser aggresive Unterton, der sonst zur Adventszeit auf Massenveranstaltungen so heimelig zuhause ist – er fehlte dieses Jahr völlig. Was im übrigen nicht nur mir aufgefallen ist sondern anderen auch schon.

Es mag sein, dass das Klima rauer wird, aber immer da, wo das Pendel zur einen Seite ausschlägt, schlägt es immer auch zur anderen Seite aus. Man darf nur nicht nach der Hälfte der Pendelbewegung wegschauen.

Published in: on 16. Dezember 2014 at 22:44  Comments (1)  

100 Tage Challenge für Fortgeschrittene

Ich habe von einem wunderbaren Wichtel einen traumschönen Kalender bekommen. Nun habe ich zusammen mit dem Autor alle unsere Kalender ( es sind ungefähr vier oder fünf) digital synchronisiert, weil wir sonst gar nicht mehr durchkommen. Aber ich will dieses kleine Buch einfach nutzen!

Deswegen ist mir die Idee gekommen, dass ich für jeden einzelnen Tag des Jahres 2015 hinein schreibe, was an dem Tag gut war. Als eine Art Mini-Tagebuch für die schönen Dinge im Leben. So nehme ich ihn jeden Tag in die Hand und erinnere mich daran, was auch am schwärzesten Tag lebenswert ist.

Ob ich das durchhalte? Keine Ahnung, es ist ja kein Wettkampf. Aber ehrlich gesagt fehlen mir meine #100happydays und ich fand sie damals wirklich schön.

Also, auf ein Neues! Und, Melony – vielen lieben Dank für den Anstoß!

Published in: on 11. Dezember 2014 at 10:52  Comments (1)  

Muss nur mal schnell die Welt retten

Wir leben ganz offensichtlich in einer gar schrecklichen Zeit – ISIS, Seuchen, Klimawandel, wachsender Ausländerhass, Kriege, durchdrehende Spinner in globalen Schlüsselpositionen…die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Unzählige Blogs werden nicht müde zu betonen, dass der Wind kälter wird, der Ton rauer und alles ist ganz grauenhaft. Man sollte depressiv werden, wenn man es nicht schon ist.

Aber ist das wirklich so?

Wir leben in Zeiten, in denen es Krieg gibt, ja. Aber es gab immer Krieg. Wir hier leben in einer sehr langen Zeit des Friedens und nicht nur wir, große Teile tun das. Nicht falsch verstehen, jeder Krieg ist einer zuviel. Aber uns hier persönlich geht es einfach mal gut und die wenigsten von uns müssen um ihr Leben fürchten.

Genausowenig wie wir nicht satt werden. Viel zu viele Menschen sterben auch heute noch an Hunger, jeder ist einer zu viel – aber die Zahlen sind nicht etwa steigend, sondern sinkend.

Heute fühlen sich westliche Politiker und viele Westler von Russland wieder bedroht – Leute wie ich haben damals in der Schule ausgerechnet, wie oft man die Welt mit atomaren Sprengköpfen in die Luft sprengen kann und wir waren mehr als einmal nicht wirklich weit davon entfernt.

Es gab Bhopal und Tschernobyl, das Ozonloch und DDT war noch erlaubt – alles Umweltkatastrophen und wir haben sie überlebt.

Damals war, laut vielen Pessimisten das Ende nah, aber wir leben noch. Und wir leben sehr gut.

Also ist alles schön? Nein, natürlich nicht. Aber der Unterschied zwischen damals und heute ist, dass wir durch die sehr vielfältigen Informationsmöglichkeiten viel mehr mitbekommen. Die Präsenz ist einfach eine ganz andere. Die daraus resultierenden Angst und Depression lähmt. Das hilft nicht.

Wenn wir was ändern wollen (so, wie damals eben auch was geändert wurde), dann müssen wir handeln. Das tun wir nicht, in dem wir uns in die Ecke setzen und rumjammern, wie schlimm alles ist. Aber genau das tun viel zu viele Leute im Moment. Anstatt was zu tun, schreiben sie wie schlimm die Welt ist. Das ist einfach.

Wenn ich Stammtischparolen höre, die mir nicht gefallen, dann stehe ich auf und sage was – und schreibe nicht nur nacher drüber, dass ich sie gehört habe und wie kalt Deutschland wieder wird. Wenn ich den Hunger in Südasien oder Afrika nicht ertragen kann, dann engagiere ich mich in Projekten, um zu helfen und lamentiere nicht mit meinem vollem Bauch rum. Wenn mich die Umweltkatastrophen ängstigen, dann gehe ich nicht nett zum Kaffeladen meiner Wahl um mir den zweiten Plastikbecker des Tages mit einem Latte zu kaufen und schreibe dann drüber, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben.

Quasseln, das war schon immer so, kann jeder. Nicht nur Papier, auch die digitalen Medien sind geduldig. Worte allein ändern nichts, aber sie können im schlimmsten Fall lähmen. Zynismus hat die Welt noch nie gerettet – Engagement und positives Denken aber sehr wohl.

Jeden Tag ein bißchen. Seit jeher und das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.

Published in: on 6. Dezember 2014 at 09:39  Comments (2)  

Rückblick – November 2014

Da wäre er auch wieder vorbei, der November. Dabei war er so gar nicht novemberig dieses Mal. Hier ist mein Rückblick:

Gelesen: Ich bin gerade auf dem Predictable Romance Trip. Wenn das Leben viel von einem verlangt, dann braucht man sowas eben mal. So. Nämlich. Aktuell ist es gerade Melanie Marchande. Sehr unterhaltsam.

Gehört: Aus aktuellem Anlass “Do they know it´s Christmas” (das Orginal) und das deutsche Pendant “Nackt im Wind” (kennt das ausser mir noch wer?).

Gesehen: Rumpelstilzchen und Froschkönig in der Märchenhütte. Fantastisch.

Getrunken: Guten Wein, mal wieder Martini und zum ersten Mal, heißen Quitten-Punsch. Yummy.

Gegessen: Viel Wild und ein hervorragendes 6-Gänge Menü. War das gut…

Gekocht: Sehr oft asiatische Nudelsuppen – meist, wenn Gemüsereste verwertet werden wollen. Ach ja, und ien Thanksgiving Dinner.

Gebacken: Cookies im Akkord, Papageienkuchen (grusel),Dinner-Rolls, Cheesecake, Apple Pie….es war einiges diesen Monat.

Gefreut: Über das freie Wochenende mit dem Autor in wunderbarer Umgebung.

Gelacht: Über die sehr eigenwillige Interpretation des Rumpelstilzchen.

Geärgert: Diesen Monat über sehr wenig eigentlich.

Gekauft: Ohje…einen Wohlfühlsessel, Klamotten, Deko, eine neue Küchenmaschine…eigentlich möchte ich nicht drüber reden.

Gespielt: Das ist diesen Monat etwas zu kurz gekommen.

Gefeiert: Den Geburtstag von Kind Nummer Zwei. Und Thanksgiving.

Gesportelt: Mit einem neuen Rückenprogramm angefangen, viel Zirkeltraining und dementsprechend auch viel gelaufen, wenn auch hauptsächlich auf dem Laufband.

Gefühlt: Dankbarkeit, Stolz, Entspannung…sehr viel Positives diesen Monat. Und Dankbarkeit dafür.

Geknipst: Nichts besonderes, einfach das, was mir vor die Linse gekommen ist.

Mehr gibt es übrigens beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 30. November 2014 at 18:49  Hinterlasse einen Kommentar  

Midlife-Crisis in weiblich

Andere Leute feiern ja zur Mitte der Vierziger hin eine Party. Wie in Fete und Groß und so. Ich hingegen habe beschlossen mit einigen anderen Mädels, die ich zum Teil noch nie gesehen habe, den Köln-Marathon 2015 in der Staffel zu laufen. Ein Hoch auf das Internet!

So, damit ist das gesetzt und ich komm aus der Nummer auch nicht mehr raus!

Auf Mädels, ich freu mich!

Published in: on 26. November 2014 at 12:45  Hinterlasse einen Kommentar  
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