Rückblick April 2015

Ächz, noch ganzganz schnell….

Gelesen: Die “Kodiak Point” Reihe von Eve Langlais. Wie Frau Lostinabadbook so nett ausdrückte, eine Reihe, bei der man froh ist, dass es ebooks gibt, eildieweil man nicht in die Not kommt, das Cover verdecken zu müssen aus lauter Scham.

Gesungen: Fangesänge, wieder mal.

Gehört: Viel Gitarre – Kind Nummer Zwei hat es sich angewöhnt zu üben, während ich in der Küche rumwerke. Er macht das sehr gut, finde ich.

Gesehen: “Avengers – The Age of Ultron” – nun ja. Ansonsten viel Outlander und iZombie. Ich liebe iZombie.

Getrunken: Prosecco. Zuviel Prosecco.

Gegessen: Den ersten Spargel, ganz klassisch. Yummy.

Gekocht: Besagten Spargel und ich werde langsam gut im Ausdenken von Rindfleischgerichten.

Gebacken: Eine Menge Lemon Tea Cookies.

Gefreut: Über Fortschritte beim Laufen

Gelacht: Mit alten Freunden.

Geärgert: Über die Nichteinhaltung von Terminen.

Gegärtnert: Den Garten auf Vordermann gebracht und endlich ein kleines Anzuchthäuschen gekauft (und selbst zusammen gebaut!).

Gekauft: Besagtes Anzuchthäuschen. Und Schuhe für die Kinder. Aber das ist ja nun nichts neues, dass tue ich jeden Monat.

Gespielt: Der Monat war leider spielfrei.

Gefeiert: Ostern

Gesportelt: Gelaufen, gebeacht, geradelt – man merkt, es wird wärmer,

Gefühlt: Hilflosigkeit, als Kind Nummer Eins in London krank wurde und ich hier sass und nichts machen konnte.

Geknipst: Mal hier mal da, das übliche.

Man sieht, nicht der aufregenste Monat. Aber da war nur eine Pause – der Mai hat schon wieder sehr aufregend begonnen. Seufz. Mehr wie immer beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 3. Mai 2015 at 18:44  Comments (1)  

Über Journalismus und Menschenleben

Es ist ja sehr populär geworden, “die Medien” für alles mögliche verantwortlich zu machen. Für den Untergang der westlichen Kultur, die Verdummung der Menschheit und dafür, dass die roten Gummibärchen auch nicht mehr so schmecken wie früher.

Das sehe ich nicht so, ich habe das Glück, genug interne Einblicke in die journalistische Arbeit zu bekommen und ich weiss, dass der Großteil der Journalisten einen sehr guten und oft genug auch sehr harten Job machen, den ich so nicht würde machen wollen. Trotzdem kam ich mich einer gewissen Tendenz von führenden nicht nur deutschen Medienhäusern erwehren, die ich einfach nur als zynisch und menschenverachtend empfinde.

Da ist einmal die Berichterstattung über die Bootsflüchtlinge – man überlege sich den Aufschrei, wenn mehrere kleine Kreuzfahrtschiffe gekentert wären und eine Menge westlicher Touristen statt Flüchtlinge in einem Seelenverkäufer ums Leben gekommen wären – die Gazetten hätten kein anderes Thema. So aber sind es ja nur mittellose arme Schlucker, zwar ganzganzganz schlimm irgendwo, aber so die meisten von ihnen wären ja eh abgeschoben worden, also muß man das Ganze ja nicht so aufbauschen.

Richtig auffällig wurde es aber dieses Wochenende. In Nepal sind bei einem starken Erdbebenunglück bisher über 1900 Opfer zu beklagen. Zahl steigend. Unter diesen 1900 Opfern befinden sich 18 Bergsteiger, die wahrscheinlich aus der westlichen Welt kamen. Das sind weniger als 1%. Natürlich hilft das weder den bedauernswerten Menschen noch deren Familien, tot ist tot. Nur – diese weniger als 1% nehmen die Titelseiten ein. Oftmals gleich im ersten oder zweiten Artikel in einer epischen Länge.

Wohlgemerkt, da geht es um Leute, die viel Geld dafür bezahlt haben und damit sie sich freiwillig in diverse Gefahren begeben haben. Die hätten auch mit in den Rockys oder in den Alpen klettern gehen können, wollten sie aber nicht, es war ihre freie Entscheidung. Das konnten die Sherpas, die es erwischt hat nicht. Von den Sherpas redet aber niemand. Oder von der Frau mit der Garküche am Strassenrand. Oder dem 7jährigen, der gerade in der Schule war.

Sage mir, wer Du bist und woher Du kommst und ich sage Dir, ob Dir, wieviel Du wert bist in seiner absolut widerlichsten Form. Vor allem hat das reineweg gar nichts mit Journalismus zu tun sondern nur noch mit Sensationsgeiferei. Kommt für mich gleich nach dem Gaffen auf der Autobahn nach einem Unfall. Und genau aus diesem Grunde weigere ich mich auch, diese Artikel zu lesen. Oder andere dieser Seiten.

Nicht, dass es was helfen würde. Aber wenigstens trägt es auch nicht dazu bei, diese Form von “Journalismus” weiter in die Welt zu tragen.

Published in: on 26. April 2015 at 08:43  Comments (1)  

Postfeminismus, den ich meine

Dank des GDL-Streikes (knapp zwei Stunden pro Weg von uns bis Steglitz an einem wunderbaren, sonnigen Tag, vielen Dank auch dafür) bin ich mit Kind Nummer Eins im Schneckentempo durch die große Stadt gefahren und sie sah Dinge, die sie hier auf dem Dorf nie zu sehen bekommt. Zum Beispiel

“Frauenreisen? Mama, wieso Frauenreisen? Warum sind die nur für Frauen?” Weil…

“Weil, weißt Du…” Wie war das damals gleich? Moment Kind, ich suche mal gerade die Lila-Latzhosen-Argumente aus der Kiste da ganz, ganz hinten…

“Und daneben – ein Frauencafé – dürfen da keine Jungs rein? Warum denn das bitte nicht? Wie doof ist das denn? Das ist doch eigentlich gemein!” Nun hält sich mein Mitleid für die Dreibeiner ja generell in eng umrissenen Grenzen, die können für sich selbst einstehen und ein wenig Geschichtsbewußtsein schadet ja nie.

“Weißt Du, früher, also als Mama jung war, da haben viele Frauen gedacht, sie brauchen Rückzugsorte, wo sie auch mal unter sich sein konnten. Auch weil viele Vorbehalte oder Angst vor Männern hatten und manchmal eben auch haben! Und weil es damals Frauen wirklich noch wesentlich schwerer hatten als heute.” Ungläubige Augen.

“Mama, also wenn mich ein Junge nervt, dann sag ich einfach, er soll mich jetzt alleine lassen. Und dann hat der zu gehen! Mama, nur Mädchen, immer? Das ist doch total langweilig. Das ist doch auch gemein, ich will doch auch nicht irgendwo nicht reinkommen dürfen. Außerdem meistens kann man doch gut mit den Jungs reden.”

Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich mir mental auf die Schulter geklopft habe. Denn wenn die neue Generation so denkt, dann haben wir Mädchen- und Jungs-Eltern einiges richtig gemacht. Ich hoffe sehr, dass sie es bis in ihr Erwachsenenleben hineintragen.

Published in: on 24. April 2015 at 06:46  Comments (2)  

Volleyball now and then

Wir waren gestern “beachen” – Beachvolleyball in der Halle spielen mit Bekannten. Erstaunlicherweise kann ich mich heute noch bewegen, einzig mein rechter Unterarm ist rot und blau und dick vom Baggern. Aua, aua, aua. Was ich gestern abend und heute auch artikulierte. Wiederholt. Bis meine Tochter heute augenrollend meinte

“Ja, Mama, Du machst das auch falsch. Siehste, man muss das so machen, dann tut das auch nicht weh!” Genauso wurde uns aber damals gesagt, dürfe man das nicht machen.

“Ich hab das damals aber anders gelernt!” So. Nämlich. Kann ja nicht alles schlecht sein von früher.

“Ja, Mama, aber die Grammatik hat sich ja auch geändert!”

Auch wahr. Wer hat dem Kind gleich Denken beigebracht? Aua übrigens.

Published in: on 19. April 2015 at 09:40  Comments (3)  

12 von 12 im April 2015

Mehr zum Thema 12 von 12 bei Caro.

Published in: on 12. April 2015 at 17:56  Hinterlasse einen Kommentar  

Jemand noch eine Portion Wahrheit?

Seit Wochen trage ich nun schon einen Artikel über Ernährung mit mir rum. Verwerfe alles, entwerfe neu. Schmeiß wieder alles weg, schreibe was anderes.

Warum zum Teufel ist das so schwer? Weil ich Angst habe, mich mit veganen Freunden anzulegen? Dass mich fleischessende Freunde als “Eine von denen” abschreiben? Nein, wer mich kennt, der weiß, dass ich bisher noch jeden Fettnapf mitgenommen habe.

Aber vorhin beim Vorbereiten und Marinieren unseres Essens sind mir zwei mögliche Gründe (und da steht mögliche…das bedeutet so ungefähr das Gegenteil von in Stein gemeißelt), warum es mir so schwer fällt.

1. Die “richtige” Ernährungsform hat jegliche vernünftige Grundlage verlassen und sich in Richtung Religion entwickelt. Es gibt mehr “Atheisten” und “Nicht-Gläubige” als je zuvor in der neueren Geschichte der Menschheit. Nun aber zu denken, dass alle diese Menschen plötzlich total rational ihr Leben leben ist natürlich ein Irrtum, das kann nicht gehen. Somit ist ein Vakuum entstanden und dieses trachtet der Mensch als solches zu füllen. Was natürlich nicht bedeutet, dass ein gläubiger Mensch nicht auch die Ernährung als etwas bewertet, was es nicht hergibt. Man kann auch Flöhe und Läuse haben.

Das macht es aber nicht automatisch richtig. Denn obwohl es soviele unterschiedliche Ernährungsformen und -richtungen gibt (und alle irgendwie überleben) sind wir alle der Meinung, wir würden uns richtig und gesund ernähren. Beweisen können wir das leider nicht – ausser, dass es einem selbst so viel besser geht, seitdem man Weizen/Vollkorn/Fleisch/Tofu weglässt. Dieses Jahr hat durch alle Ernährungsformen hinweg ein Großteil meiner Freunde und Bekannten (uns eingeschlossen) diesen widerlichen Virus erwischt, der uns von den Füßen geholt hat. Der hat weder vor Veganern, Vegetariern, Steinzeitdietisten, Normalessern, Fastfoodlern oder irgendjemand anderem aufgrund einer bestimmten Ernährung halt gemacht. Von Erkrankungen wie Krebs rede ich da erst gar nicht. Das ist unter anderem so, weil Grund Zwei zum Tragen kommt, nämlich, dass

2. kein Mensch weiß, was denn richtig ist. Denn wenn irgendeine Theorie sich als richtig erwiesen hat, dann dauert es nicht so lange, bis sie wieder vom Tisch ist.

Ich bin beispielsweise mit dem Satz aufgewachsen, bloß nicht zuviel Eier zu essen, weil ich sonst den plötzlichen Herztod sterben werde. Meine Großeltern haben Butter, Butter sein gelassen und panisch zur guten cholesterinarmen Margarine gegriffen, weil Cholesterin das personifizierte Böse war und der Grund, warum wir alle an Herzinfarkt sterben werden.
Mittlerweile wissen wir nicht nur, dass es gutes und böses Cholesterin gibt, sondern dass der Cholesterinspiegel nicht signifikant was mit Herzinfarkten zu tun hat. Ups.

Dann hieß es, die Menschen im Mittelmeerraum sterben weniger häufig einen Herz-Kreislauf-Krankeitsbedingten Tod als wir Mitteleuropäer. Ok. Warum uns dann erklärt wird, wir sollten Vollkornprodukte essen, die in diesen Ländern so gar nicht vorkommen, konnte mir bisher leider niemand erläutern. Und warum es in der ach so leichten spanischen und italienschen Küche ordentlich deftige Gerichte mit sehr viel zerkochtem Gemüse, rotem Fleisch und noch mehr Fett gibt auch nicht.

Als ich älter wurde, gab es dann die BMI-Werte, an denen sklavisch festgemacht wurde, ab wann jemand zu dick oder zu dünn und damit im Mittel an sich gesund ist. Dumm nur, dass man jetzt herausgefunden hat, dass die Menschen mit der höchsten Lebenserwartung einen leicht erhöhten BMI-Wert haben. Hmpf.

Man kann sich noch nicht mal mehr auf irgendwelche Studien verlassen, die besagen, dass Salz das personifizierte Böse ist. Auch das ist widerlegt. Das ist ja mal blöde.

Also, nicht blöde für die Menschen und auch nicht blöde als solches, sondern es zeigt ganz deutlich, dass das, was heute richtig ist, morgen erwiesenermaßen falsch sein kann. Ob der Anstieg von Darmkrebs jetzt dem zunehmenden Veganismus oder dem steigenden Konsum von rotem Fleisch zuzuordnen ist – wir werden es in 10 Jahren bestimmt wissen.

Nur leider hilft das jetzt nicht. Jetzt können wir nur dass tun, was wir für uns als richtig erachten. Für mich ist das eine gesunde Mischkost, die sich an der Ernährungspyramide orientiert mit möglichst frischen, möglichst natürlich produzierten, das bedeutet nicht industriell verarbeiteten Produkten, egal konventionell oder bio-bearbeitet, zusammensetzt. Ich hoffe, dass das Vermeiden von Glutamaten, Konservierungs-, Verdickungs- und ähnlichen Stoffen mich und meine Familie vor den über eine Grippe hinausgehenden Krankheiten schützt.

Aber das ist nur meine Entscheidung, die ich maximal noch mit meiner Familie so diskutiere, wenn wir etwas daran ändern wollen. Ich möchte weder von Veganern belehrt noch von JunkFood-Essern belächelt werden. Ich bin des Lesens mächtig und kann Euch zu jeder Studie die jeweilige Gegenstudie zeigen. Ich verlasse mich auf das, was ich durch permanentes Weiterbilden glaube. Ob es richtig ist – dass weiß ich so wenig wie irgendein anderer. Aber selbst wenn ich es wüßte, ich würde es niemandem ungefragt aufzwingen.

Jeder ist seines eigenen Glückes und seiner eigenen Gesundheit Schmied – wenn mir wieder irgendjemand  irgendwelche von radikalen Tierschutzorganisationen aufgenommenen, totaaaaaaal authentischen Gruselbilder von kleinen Kücken schickt, werd ich ihm genauso die Freundschaft kündigen wie demjenigen, der mir mein Postfach irgendwelche Studien zumüllt, die angeblic belegen, dass alle Vegetarierer dieser Welt den Tod der zivilisierten Mangelernährung sterben werden.

So, nachdem ich das jetzt endlich aus dem Kopf und im Blog habe, gehe ich zu Frau Lostinabadbook frühstücken. Mit Weizenbrötchen und Schinken und Obst und selbstgemachter Marmelade und einem Glas Prosecco. Weil letzteres nämlich erwiesenermassen gut für den Kreislauf ist. Haben ganz viele Studien belegt.

Published in: on 8. April 2015 at 07:55  Comments (13)  

Zitat des Tages

Kind Nummer Zwei kommt von einem Freund nach Hause und hat Hunger. Als gute Mutter fragt man, natürlich, was er essen möchte. Antwort:

“Ich will Fischstäbchen essen – so, wie es in der Bibel steht.”

Das Kind scheint irgendwie eine andere Übersetzung der Heiligen Schrift zu haben als ich.

Published in: on 3. April 2015 at 18:07  Comments (2)  

Monatsrückblick März 2015

Gelesen: Mich hat noch mal wieder das alte FanFiction-Laster erwischt. Hmpf.

Gesungen: “Kommt schon Mädels, kämpfen und siegen….” und andere Schlachtgesänge. Bald darf ich nicht mehr mit.

Gehört: Sehr oft “Claire de la lune” in sehr verschiedenen Stadien der Perfektion.

Gesehen: “Kingsman” – so richtig im Kino. Sehr toller Film.

Getrunken: Viele Smoothies und ab und an einen leckeren Abendwein

Gegessen: Nichts so wirklich Spektakuläres. Mehr so das übliche

Gekocht: Polenta das erste Mal. Doch ja, wird es hier jetzt öfter geben. Allerdings eher in der cremigen Form.

Gebacken: Osternester und Cookies

Gefreut: Über die Fortschritte der Brut im Sport sowie deren relative Begeisterung, mir zu helfen. Und den ersten Wein im Strandkorb der Nachbarin.

Gelacht: Ja, auch, doch.

Geärgert: Über den dämlichen Creep aus dem letzten Post.

Geweint Aus Fassungslosigkeit über die Sinnlosigkeit des Germanwingsabsturz.

Gekauft: Die Bademode für dieses Jahr. Sieht gut aus. Sogar angezogen.

Gespielt: Tabu

Gefeiert: Die Geburtstage von Kind Nummer Eins und dem Autor.

Gesportelt: Ja, doch…es wird, es wird.

Gefühlt: Alles gut, diesen Monat.

Geknipst: Zu wenig, muss wieder mehr werden.

Mehr Einblicke gibt es beim Schäfchen.

Published in: on 1. April 2015 at 19:21  Hinterlasse einen Kommentar  

Creeps auf Tour

Kind Nummer Eins und ich waren am Samstag beim Halbfinale der Championsleague der Volleyballer – zwei tolle Spiele, gigantische Stimmung und ein wunderbares Erlebnis.

Mit einem Wermutstropfen. Wir hatten, weil ich leider spät, aber nicht spät genug für die Zusatztribüne dran war, nur Stehplätze ergattert. An sich nicht schlimm, wir waren früh genug da, sicherten uns einen guten Platz und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Kurz vor dem ersten Anpfiff stellte sich genau hinter uns ein Mann auf, der – nun, nicht so sehr vertrauenswürdig aussah. Er hatte diesen Habitus, der darauf hindeutete, dass er mit Sicherheit in einer psychischen Verfassung war, die Hilfe benötigte. Oder anders ausgedrückt: He gave us the creeps.

Es war genug Platz, dass man nicht in zweiter Reihe stehen mußte, er aber blieb wie festgewurzelt genau hinter uns. Nicht nah genug uns zu berühren, aber doch so nah um in dem zu stehen, was die Amerikaner “personal space” nennen. Stand da die ganze Zeit und starrte uns an. Er hat kaum auf das Spiel geachtet, kam noch ein Stück näher, auf meinen Blick nach hinten, wich er wieder ein paar Zentimeter nach hinten und starrte uns weiter unter seiner Mütze intensiv an.

Frage: Was macht man da? Ich konnte ja schlecht einen Ordner holen und sagen “Der Mann da starrt uns an.” Ansprechen, da bin ich ehrlich, konnte ich ihn auch nicht, da war was in diesem Blick, vor dem ich wirklich Angst hatte. Weg konnten wir auch nicht, da irgendwann alle Plätze besetzt waren und wir nichts mehr gesehen hätten. Letztendlich hat meine Tochter trotz meiner Versicherung, dass der Typ bestimmt ganz harmlos ist, es nicht mehr ausgehalten. Sie ist dann im dritten Satz zu einem Bekannten mit Sitzplatz gegangen und hat ihm vergegauckelt, sie können nicht mehr stehen. Der hat dann mit ihr getauscht für den Rest des Spiels, was den Creep zumindest dazu veranlasste zwei Meter zurück zu treten und von da aus nur noch mich anstarrte. Für das zweite Spiel konnten wir dann den Platz wechseln.

Ich weiss ja, ich sollte mehr Verständnis für Menschem mit offensichtlich psychischen Problemen aufbringen. Natürlich weiss meine Ratio auch, dass mir (und vor allem meinem Kind) bei so einer Veranstaltung nichts passieren kann. Aber wenn man solchen Blicken konstant ausgesetzt ist, das im Normalfall nicht zur Panik neigende Kind neben einem immer unruhiger wird und man so gar nicht mehr das Ereignis genießen kann, dann ist das mehr als nur nerven. Und nein, ich finde nicht, dass wir uns damit abfinden müssen, dass uns jemand regelrecht Angst macht. Nur – was tut man in einem solchen Moment anderes, als selbst zu gehen?

Es sagt einiges, dass wir uns im Block der Spielgegner im Endeffekt wesentlich sicherer gefühlt haben als in unserem eigenen. Sehr schade.

Published in: on 30. März 2015 at 06:48  Hinterlasse einen Kommentar  

Erschüttert.

Meine Gedanken sind bei den Opfer des Fluges 4U – 9525 und deren Angehörigen. Es tut mir so unendlich leid.

Published in: on 24. März 2015 at 21:15  Comments (1)  
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 269 Followern an