Die Zeiten ändern sich – überall

Ich war am Wochenende mit dem Dorf-Volleyballverein meiner Tochter in Danzig beim Plantan-Cup – ein großartig besetztes Tunier mit Mannschaften aus Polen, Russland und ein fünf versprengten deutschen Teams. Eine wunderbare Erfahrung, nicht nur für die Mädchen.

Denn nach Stadtrundgang und erstem Treffen am Freitag, begann das eigentliche Tunier am Samstag mit dem Einmarsch aller Mannschaften zum Klassiker „Eye of the Tiger“. Jede Mannschaft hintereinander, das Schild mit dem Vereinsnamen vorneweg. Sehr ergreifend für die Kinder und Betreuer – doch halt…alle Mannschaften? Nein. Die Russen fehlten. Weil, so unsere Übersetzerin

„Die sind noch nicht da, die kommen erst noch. Ihr Visum ist nur für heute und morgen gültig. Die kommen gleich.“

Um mich rum nickte alles. Ich war die Einzige, die krampfhaft einen leicht hysterischen Lachanfall unterdrückte und es sehr seltsam fand, dass wir Deutschen mal eben ohne jegliche Kontrolle über die Grenze hopsen (wie weiland meine Freunde und ich zum Pommes-Essen nach Holland), während der ehemalige Bruderstaat ein Visum braucht, das strenger gehandhabt wird als eins von Deutschland nach China. Ich glaub, ich kann meine Westsozialisation auch nach 15 Jahren noch nicht so ganz leugnen.

Wie dem auch sei, die Kinder untereinander kannten da ja gar nichts – Gegnerinnen auf dem Feld, faire Sportlerinnen (jedenfalls zum allergrößten Teil) am Spielfeldrand. Es sind die kleinen Dinge, die Hoffnung in die Zukunft geben.

 

 

Published in: on 22. März 2016 at 08:04  Schreibe einen Kommentar  

Wenn man mal nicht dagegen ist – Teil 1

Ok, es ist gekommen, wie befürchtet, die AfD hat in den drei Bundesländern, in denen gewählt wurde ziemlich rasante Erfolge eingefahren. Das ist nicht schön, aber in einer Demokratie ist das eben so, auch wenn es uns Gutmenschen nicht immer gefällt.

Leider bringt es bei der Verhinderung weiterer Wahlerfolge meiner Erfahrung nach nichts, potentiellen AfD-Wählern mit Flüchtlingspolitik zu kommen. Been there, done that – und das Ergebnis auf mein „Du weißt schon, was für eine gequirlte Scheisse Du da redest.“ war geschocktes, ungläubiges Schweigen und der abrupte Aufbruch des Gegenübers. Ich denke nicht, dass ich ihn mit diesem zugegebenermaßen nicht sehr hieb- und stichfesten Argument in irgendeiner Form überzeugt habe.

Genauso sehe ich es gerade als vergebene Liebesmüh an, Überzeugungsarbeit zu leisten, indem man auflistet gegen was die AfD alles ist, denn genau das scheint ja der Kern des Übels zu sein. Erstmal dagegen sein. Das reicht erst mal. Denen da oben zu zeigen, dass es soooooo nicht geht. Nicht mit uns. So. Das habt ihr jetzt davon. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das in der jetzigen Politiklandschaft sogar verstehen. Nur – was kommt danach?  Nur dagegen sein hilft bei er Veränderung der Mehrheitsverhältnisse, aber es muss ja irgendwie weiter gehen und zwar so, dass die Republik weiter bestehen bleibt.

Also drehe  ich den Spieß mal um und überlege nicht „gegen“ was man ist, wenn man die AfD wählt sondern „wofür“. Denn dann wird vielleicht klarer, dass diese Partei tatsächlich kein moralisch legitimer Protest ist, wie es einst die Grünen waren, sondern sich am extrem rechten Aussenrand befindet und ja, Vergleiche zu den Ideen der Nationalsozialisten nicht nur naheliegen sind sondern sich quasi aufdrängen.

Das Ganze wird eine lockere Serie, die immer dann fortgeführt wird, wenn mir was auffällt, denn sonst käme da niemand mehr durch.

Vorweg: Interessant übrigens, wie sich die Parteiprogramme von Sachsen-Anhalt und Baden- Württemberg schon in Aufmachung und Länge unterscheiden. Osten kurz und knackig mit Schlagworten, Westen elaboriert und doppelt so lang…wer will, kann sich da schon mal so seine Gedanken zu machen, wes Geistes Kind eine solche sicherlich nicht zufällige Differenzierung ist.

Fangen wir bei der Bildungspolitik an. Im Wahlprogramm Baden-Württemberg steht unter Punkt 7 folgendes:

(…)“Die Autorität der Lehrer stärken

Lehrer müssen wieder in die Lage versetzt werden, durch effiziente pädagogische Maßnahmen den Unterricht zum Wohle der lernwilligen Schüler zu gestalten.

Sowohl während des Unterrichtes als auch gegenüber Schulverweigerern ist Unterrichtsdisziplin einzufordern und konsequent durchzusetzen. Die Rektoren und Lehrer aller Schularten erhalten Rückendeckung der Schulbehörden, um überall die geforderte Disziplin durchzusetzen und die Konzentration auf Lernen und Lehren zu unterstützen.“(…)

 

Abgesehen davon, dass es zeigt, dass die Schreiber dieses Punktes genau gar keine Ahnung von Schulpolitik haben, denn es gibt bereits heute sehr klar definierte Mittel und Wege, das durchzusetzen, zeigt es doch, was die AfD wirklich will. Ist es heute so, dass im Falle eines Schulverweigerers geprüft wird, der Weg über verschiedene Instanzen eingehalten werden muss und alle Beteiligten angehört werden, will die AfD eine schnelle Lösung. Ein Kind, das nicht spurt? Soll aufgrund der Einschätzung eines einzigen Lehrers durch die pädagogische Erziehungshölle gehen, ohne dass die Eltern etwas dagegen tun können.

Denn was „geforderte Disziplin“ bedeutet ist nicht näher definiert und ein sehr schwammiger Begriff. Das kann natürlich bedeuten, dass eine angenehme Lernatmosphäre gemeint ist. Es kann aber auch genauso sein, dass man damit den Kadavergehorsam meint, der jedwedes eigenständiges Denken unterdrückt und jede unliebsame Diskussion, jedes Aufbegehren gegen eine Ungerechtigkeit des Lehrers als Disziplinlosigkeit gewertet wird. Was das mit einer Generation macht, dass haben wir in den Jahren gelernt, die die AfD als „Unglücksjahre“ betitelt und die bitte im Lehrplan relativieren (lies: zensieren) möchte, damit keiner auf die Idee kommt, Parallelen ziehen zu können.

Aber mal abgesehen davon: Die meisten Eltern sind ja der Meinung, dass *ihr* Kind in der Schule brav ist und die Störer sind die anderen. Die mögen bitte gerne endlich mal diszipliniert werden. So. Nämlich. Dumm nur, wenn der Lehrer das anders sieht und beim eigenen Kind disziplinarische Maßnahmen, deren Ausmaße ja in diesem Programm völlig offen sind, ergreift.

Ich gebe zu, es ist nervig, wenn das Kind in einer Klasse ist, in der es schwierige Kinder gibt (mache ich seit knapp drei Jahren mit, danke dafür). Aber es gibt Mittel und Wege, wie daran gearbeitet werden kann, es müssen nur Eltern, Lehrer und Schulamt an einem Strang ziehen. Dann braucht es auch keine Verschärfung sondern nur eine konsequente Durchsetzung der bereits existierenden Mittel.

Wer aber die AfD wählt, der ist dafür, dass sein Kind komplett dem Gutdünken und den daraus resultieren Disziplinarmaßnahmen eines Lehrers ausgeliefert ist, der völlig autark darüber entscheiden kann und das je nach Personlichkeitsstruktur im Zweifel auch tut.

Und dann habe ich diesen Typen wieder vor Augen, der auf der einen Seite für die AfD auf die Strasse geht und auf der anderen Seite sagt, dass er jeden persönlich aufhängt, der seinem Kind auch nur einmal dumm von der Seite ankommt. Hmmm. Das ist ein Szenario, dass es fast wert wäre zu sehen. Wenn es nicht auf Kosten eines unschuldigen Kindes ginge.

Das nächste Mal schreibe ich dann darüber, wie unglaublich entwertet ich mich als Ehefrau fühle, wenn die Institution der Ehe für gleichgeschlechtliche Ehepaare geöffnet wird. Not.

Published in: on 15. März 2016 at 08:53  Comments (11)  

12 von 12 im März

Schlüssellochtag. Mehr bei der guten Caro.

 

Published in: on 12. März 2016 at 21:08  Schreibe einen Kommentar  

Dialog des Tages

Wir gucken Fernsehen, es kommt eine Sequenz aus Indiana Jones, Teil4.

„Mama, das ist ja Han Solo!“ Eh, jaja?!

„Eh, Schaaaatz, das ist der gleiche Schauspieler.“

„Eeecht, aber doch nicht im ersten Film, der ist doch viel zu alt?“ Wo haben wir versagt?

„Da war er noch jung. Wie Deine Mutter“

„Oh,“

Genau. Oh.

Published in: on 5. März 2016 at 20:33  Comments (1)  

Sportzeug am Morgen

Es gibt ja immer einen feinen Unterschied zwischen einer Meinung haben, wenn man nicht betroffen ist und einer Meinung haben und danach handeln, wenn man dann betroffen ist.

Das gilt für die großen Dinge im Leben wie auch für die kleinen. Beispielsweise finde ich ja, dass Kinder frühzeitig Verantwortung für sich selbst zeigen sollten und es auf lange Sicht niemandem hilft, wenn Mami oder Papi dem Kindi alles abnehmen. So ein Kind muss auch mal die Konsequenzen seine Tuns oder aber Nichttuns spüren. Doch ja, das denke ich ganz bestimmt.

Gestern abend war ich mit der wunderbaren Frau Lostinabadbook mehr oder minder spontan auf der Berlinale in „Sense und Sensibility“, der schnell noch zu Ehren des leider viel zu früh verstorbenen Alan Rickman an des Tages Ende gepackt wurde und ich kam erst um 2 Uhr früh heim, so dass sich der Autor erbarmte und die Kinder heute morgen zur Schule fertig machte.

Und ich denk noch so im Halbschlaf dran, dass Kind Nummer Zwei heute Sport hat, aber wie gesagt, Halbschlaf halt. Um 8:31 Uhr geht das Telefon. Eine Mutter, die in der Schule regelmäßig ehrenamtlich hilft, sagte, dass mein Sohn sie fragte, ob sie mich anrufen könne, er habe sein Sportzeug zuhause liegen lassen und ob ich es ihm bringen könnte.

Ehm.

Einerseits finde ich ja, dass es nicht mein Problem ist, wenn er abends (oder wegen meiner auch morgens) seine Sachen nicht zusammen bekommt. Da muss er dann einfach mal durch. Er ist immerhin mittlerweile neun. Andererseits hat das Kind Initiative gezeigt und nach einem Lösungsweg gesucht und ausserdem ist die Sportlehrerin noch sehr vom alten Schlag und eine Respektsperson. Von daher hätte er es ja schon verdient, dass…

Letztendlich gab den Ausschlag, dass ich schlicht noch nicht wach war, keinen Kaffee hatte und Sport quasi in den nächsten 20 Minuten angefangen hätte. Ohne meinen Sohn dann eben.

Ja, ich weiß, ich habe soeben in die selbstständige Zukunft meines Sohnes investiert und kann mich der Konsequenz rühmen. Aber ein schönes Gefühl war das nicht. Hrmpf.

 

 

Published in: on 17. Februar 2016 at 10:47  Comments (3)  

12 von 12 im Februar 2016

Mehr Fotos wie immer bei Caro.

Published in: on 12. Februar 2016 at 20:01  Schreibe einen Kommentar  

Sieben Wochen ohne

Nein, keine Angst, nur ich gerade wenig poste, ereilt Possums Welt nicht das gleiche Schicksal wie USAerklärt. Ich bin gerade nur etwas uninspiriert. Außerdem finde ich, dass 2016 mit all seinen prominenten und nicht prominenten Todesfällen, Nachrichten und was da sonst noch alles auf einen einstürmt,  doch sehr dimmt.

Was mich unglaublich nervt, denn eigentlich mag ich kein Leben auf Sparflamme führen. Also ist es Zeit, genau das zu ändern. Zwar gefällt mir dieses Jahr das Motto „Großes Herz, Sieben Wochen ohne Enge“ sehr gut, aber ich möchte weiter gehen. Ich will dieses Gedämpfte, dass sich gefühlt über die Republik gelegt hat, für mich wegreissen. Ich will mich nicht mehr von all den schlechten, noch schlechteren und ganz schlechten Nachrichten runter ziehen lassen.

Ich habe nur dieses eine Leben mit mir, meiner Familie und meinen Freunden. Und ich gedenke es nicht noch länger von außen lähmen zu lassen durch all das, was gerade so auf uns einprasselt.

Von jetzt an also „Seize the moment“. „Carpe Diem“. „Lebe jetzt.“

Das wird, so wie die Umstände sind, ein hartes Stück Arbeit. Ich bin es dann mal anpacken.

Published in: on 10. Februar 2016 at 07:39  Comments (1)  

Monatsrückblick Januar 2016

Gelesen: Shifter Geschichten…

Gesungen: Bowie-Songs, viele Bowie-Songs

Gesehen: „Les Liaisons dangareus“ vom Donmarwarehouse – sehr genial
Getrunken: zu wenig *seufz*

Gegessen: Nichts wirklich besonderes dieses Wochenende.

Gekocht: Zu wenig, leider

Gebacken: Wenn ich ein Waffelneisen gehabt hätte, dann hätte ich welche gebacken

Gefreut: über die Zeugnisse der Kinder

Gelacht: über mich selbst

Geärgert: über unfähige Call-Center-Mitarbeiter

Gekauft: Noch nichts, aber ich bin auch noch im Auswahlprozess unseres neuen Bades-

Gespielt: Go-Bang

Gefeiert: Einen nochmaligen Jahresbeginn

Gesportelt: Sagen wir, wir haben das Jahr langsam anfangen lassen.

Gefühlt: Freude, Hilflosigkeit, Wut, Spaß – einmal die Palette rauf und runter.

Geknipst: Bisseken Instragramm, mehr nicht….

Mehr beim wunderbaren, wenn auch gerade zahnlosen Schäfchen

Published in: on 31. Januar 2016 at 13:46  Schreibe einen Kommentar  

Was wäre, wenn….

wir uns alle mal um uns nur selbst kümmern würden?

Der Gedanke kommt mir immer häufiger, wenn ich die News lese, die mir aufgedrängelt werden und denen ich immer weniger entkommen kann. Das von einer Frau mit einem Kümmerer-Gen und einem verkappten Helfersyndrom gesegnet ist,  die es körperlich kaum ertragen kann, den Arm unten zu lassen, wenn irgendwelche Freiwilligen gesucht werden.

Was also wäre, wenn wir nicht nach außen schauen würden, sondern in uns rein. Was, wenn wir uns nicht aufhetzen und aufheizen lassen würden? Was, wenn wir uns ernsthaft fragen würden, was die Welt da draussen mit uns macht? Ohoh, gefährliche Gedanken, denn schließlich wissen wir, dass es Privates immer Politik und damit öffentlich ist und sich nicht kümmern in asozial. Aber spielen wir es doch mal durch.

Wie genau geht es mir und meiner Familie jetzt und heute ? Geht es mir besser oder schlechter  als vor einem Jahr bezogen auf die Nachrichten, die auf uns einstürmen (persönliche Tragdödien wie Tod und Krankheiten spielen jetzt hier also nicht rein)? Und bitte ganz ehrlich sein. Nun? Naaaaaa? Irgendwelche bösartigen Einschränkungen? Dinge, auf die wir verzichten müssen? Etwas, was ich so gerne haben will und was ich nicht haben kann (wohlgemerkt, immer in Relation zum letzten Jahr um diese Zeit gesehen – ich würde auch sehr gerne eine Weltreise machen, aber darum geht es hier gerade nicht).

Natürlich kann ich nicht für irgendjemand anderen reden, aber für uns ist da genau eine Sache, die gaaaaaanz eventuell was mit der derzeitigen politischen Lage zu tun hat: Kind Nummer Eins konnte in der U14 ihren ersten Spieltag nicht spielen, weil nicht genug Hallenkapazität zur Verfügung stand – wobei allerdings nicht klar ist, ob ebenjene Hallen von Flüchtlingen belegt sind oder ob es einfach Anfang des Jahres ist und andere Sportarten ihre Tuniere austragen (wie es hier im Dorf der Fall war). Das hat nun die schwerwiegenden Auswirkung, dass mein Kind einen Spieltag weniger hat, einen Sonntag quasi frei hatte und der Staffelleiter sich eine Ausnahmeregelung für die Staffel A und D einfallen lassen muß.

Ohweh.

Sonst geht es uns genauso wie letztes Jahr – wir haben genug zu essen, genug anzuziehen und genug freie Jammerkapazität, um uns über das Wetter auszulassen. Ich bin sogar letztens abends im Dunkeln als Frau alleine nach Hause gegangen, ohne von nord- oder südländisch aussenden Gestalten belästigt worden zu sein. Bin ich jetzt ein Mecker-Minderleister?

Nein, ich schaue auf mein Leben und darauf, was ich alles habe. Jaaaahaaaa, so schreit es mir von allen Seiten entgegen, noch. Noch geht es Dir gut, aber warte ab, wenn das so weiter geht, dann werden wir bald alle am Bettelstab gehen und unterdrückt werden. Weil die Menschen, die da in Lesbos an Land gespült werden nichts anderes zu tun haben, als uns das weg zu nehmen, was wir haben. Du Gutmensch, Du!

So wie damals die Ostpreußen nach dem Krieg und die Gastarbeiter in den 60er und 70ern – die haben ja auch alles getan, um uns das letzte Hemd zu raub…ok, schlechtes Beispiel, aber dieses Mal, dieses Mal wird es so sein!

Genau wegen dieses kruden Gedankenganges möchte ich, dass jeder auf sich schaut. Macht einen Faktencheck. Was ist heute objektiv schlechter als vor einem Jahr in Eurem Leben, was ihr nicht selbst verschuldet habt (upsi, vergaß ich vorhin etwa, die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu erwähnen?). Macht einen Ist-Status ohne „Ja, aber das geht nicht mehr lange so, ich sage es Dir!“ Dann, danach, schaut Euch um, wieviel Elend es hier in diesem Land gibt. Ohne Schere im Kopf, wer woher warum kommt oder ob derjenige hier schon sein Leben lang hier lebt.

Und dann sei verflucht noch mal dankbar. Dankbar, dass Du zu essen hast und gekleidet bist. Dass Du eine Heimat hast. Dass Du Deine Familie hast. Eine Wohnung, in der Du mit den Menschen leben kannst, die Du dafür erwählt oder in der Du Dein eigener Herr bist. Im besten Falle eine Arbeit. Alles das ist soviel mehr als andere Menschen in diesem Land haben. Egal, ob sie neu hier ankommen oder schon immer hier leben.

Jetzt – jetzt darfst Du Dich umschauen und Dir das Elend angucken. Anschauen, wieviele Menschen genau das alles nicht haben. Jetzt darfst Du schauen, was Du tun willst und zuzusehen, dass diese Menschen das bekommen, was Du für Dich absolut normal ansiehst. Denn dann brauchen wir keine Angst vor dem zu haben, was kommt.

Natürlich, Du kannst auch schauen, was Du alles nicht hast und denken, dass wenn wir nur alle hier rauskicken, die noch weniger haben als Du, du dann mehr bekommst. Hat ja all die Jahre so unglaublich gut geklappt, nicht wahr? Dann bist Du allerdings nicht nur ein herzlos und naiv, sondern du bist auch noch dumm.

Was für eine Erkenntnis! Das alles nur, weil Du einmal an nur Dich selbst gedacht hast. Verrückt.

 

 

Published in: on 27. Januar 2016 at 07:54  Comments (9)  

Dialog des Tages

Ich sitze mit einem Nachhilfeschüler über einem Diagnostic Paper, weniger um sein Wissen zu testen als vielmehr ein wenig die Stunde aufzulockern. Die Frage:

„Where does the Pope live?“ Antworten „In Rome“ „In Birmingham“ „In Nashville“

Antwort Schüler mit konzentriert gekräuselter Stirn

„Ehm – zuhause?“

Falsch ist das auch nicht…

Published in: on 19. Januar 2016 at 17:41  Comments (2)  
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