Kameras auch im Wandel der Zeit

Kind Nummer Eins hatte irgendwann mal eine Einmal-Unterwasserkamera geschenkt bekommen und damit irgendwelche Photos gemacht. Kind Nummer Zwei spielte gerade damit rum.

“Mama, kannst Du mal die Photos runterholen und speichern, damit ich sie löschen und neue Photos machen kann?”

Eh, nein.

“Nein, das geht nicht, das ist keine digitale Kamera, da ist ein Film drin, die müssen wir zum entwickeln bringen.” Kind dreht und wendet das Gehäuse.

“Wie? Entwickeln? Versteh ich nicht?” Ohje.

“Naja, da ist so eine schwarze Rolle drin, die ist jetzt mit Photos belichtet und die muss in einem sehr dunklen Raum ausgepackt und behandelt werden. Und dann bekommt man Photos auf Papier.” Stirnrunzeln.

“Mama, das hat aber keine Zukunft. Das ist sehr unpraktisch.”

Womit das Kind eindeutig recht hat.

Published in: on 30. Juni 2015 at 14:51  Comments (4)  

Kochbücher im Wandel der Zeit

Ich liebe ja alte Kochbücher. Nicht nur die ganz alten, sondern auch die unserer Mütter und Großmütter, auch wenn ich da nicht mehr so oft reinschaue. Aber wenn man sich anschauen möchte, wie sich unserer Geschmack und unsere Ernährung in den letzten Jahren verändert hat, dann sind diese Relikte vergangener Tage hoch interresant.

Frau Serienjunkie suchte heute zum Beispiel nach netten Tofu-Rezepten und so habe ich mal “Das grosse Gemüse Kochbuch” von essen&trinken rausgekramt. Das Buch stammt noch von meiner Mutter und war wohl irgendwie eine Sonderausgabe, die ISBN-Suche hat das Erscheinungsdatum auf 1998 datiert. Ich dachte, da könnte man vielleicht nette Gemüsebeilagen finden.

Erstaunlicherweise nicht. Denn zwar geht das Buch davon aus, dass man immer irgendwie ein Gemüse verwendet und es ist auch nach den verschiedenen Obst- und Gemüsesorten gegliedert aber geschätzte 70% aller Gerichte sind – mit Fleisch in irgendeiner Form oder Fisch. Und die restlichen 30% sind Desserts. Zumindest so in etwa. Der Großteil aller Rezepte kommt nicht ohne aus.

Man stelle ich das heute vor – keine 20 Jahre später  würde niemand mehr auf die Idee kommen, ein Kochbuch, in dem auch nur ansatzweise Fleisch drin vorkommt als Gemüsekochbuch zu betiteln. Damals schon, es galt als ultimativ gesund, wenn drei Stücke Paprika zu identifizieren waren und die besagten drei Stücke waren für ein Drittel der Essenden Grund genug, das Gericht zu verweigern. Mindestens.

Nun bin ich weit davon entfernt, die Sichtweisen von damals zu kritisieren, das steht mir weder zu noch habe ich dazu Lust. Nur lässt es mich sehr in Gedanken zurück ob dessen, wie die die Kochbücher wohl in weiteren 20 Jahren aussehen werden. Und was meine Kinder zu den heutigen sagen werden.

Ich hoffe, ich bekomm das noch mit.

Published in: on 21. Juni 2015 at 16:17  Hinterlasse einen Kommentar  

12 von 12 im Juni 2015

Hier also die Fotos von meinem Juni-Tag. Mehr bei der wunderbaren Caro.

Published in: on 12. Juni 2015 at 19:21  Comments (2)  

Freiwillige Selbstkontrolle eines Kindes

Der Moment, in dem Dir Dein Achtjähriger auf Nachfrage, was er denn da auf Youtube sieht, mit toternstem Gesichtsausdruck erklärt

“Mama, das ist totally appropriate for my age. Wirklich, das hab ich schon durchgetestet. Nichts mit Blut und so. Das kann ich ruhig gucken.”

Und er war hoch empört, als ich es mir dann doch noch mal angeschaut habe. Das Lego-Movie-Spiele-Dingens.

Published in: on 9. Juni 2015 at 18:07  Hinterlasse einen Kommentar  

Das kleine Glück möchte bitte noch im Dorfe bleiben

Ich liebe mein Leben.

Auch wenn arbeitsmäßig alles drunter und drüber geht, auch wenn ich gerade nicht weiß, wo mir der Kopf steht und auch, oder gerade weil, nichts wirklich nach Plan verläuft.

Denn eigentlich wollte ich gestern um kurz nach halb sechs nur schnell zum örtlichen Griechen, um etwas zu besorgen und dann nach Hause eilen. Erstens hatte ich noch Abendessen für die Brut zu kochen und zweitens wartete ein Schreibtisch voller Arbeit auf mich.  Leider wurde ich von der Besitzerin gleich auf ein Glas Wein eingeladen. Gut, die Zeit mal wieder zu quasseln muss sein. Ich wollte gerade gehen, da radelte eine gute Forumsbekannte mit ihrem Freund quasi ins Lokal und ich setzte mich kurz dazu. Nach 15 Minuten, es war knapp halb sieben, rief ich die Kinder an und fragte, ob sie ihr Abendessen ins Restaurant respektive im Falle von Kind Nummer Zwei ins Wohnzimmer des Lokalbesitzersohnes verlegen wollen würden. Erstaunlich, wie schnell Kinder von A nach B kommen können, selbtsständig, wenn sie nur wollen.

So. Zwei Gläser Artos und drei Ouzo später, ich wollte gerade meinen Sohn holen, kam eine Schulfreundin meiner Tochter nebst Eltern rein, wir schrieben irgendwas um halb acht. Da kann man ja auch nicht einfach so gehen. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Um neun Uhr, weitere zwei Gläser Wein und Ouzo intus, waren wir wieder zuhause.

Gearbeitet habe ich an dem Abend genau Null, die Kinder waren gesättigt und sehr müde und wir drei hatten einen wundervollen Abend. Einen, den man nicht planen kann, weil er sich aus Zufällen zusammensetzt. Aber einen, an den ich mich noch sehr lange und gerne zurückerinnern werde.

Merke: Glück besteht nicht nur aus den großen Dingen sondern eben auch aus einem warmen Frühsommerabend, leichter Stimmung, netten Menschen und einem Glas Wein. Oder zwei.

Published in: on 5. Juni 2015 at 07:29  Comments (2)  

Rückblick Mai 2015

Dieses Mal sogar pünktlich!

Gelesen: “Seduced by Sunday” von Cathrine Bybee und immer mal wieder auffrischungsweise Outlander von Diana Gabaldon

Gesungen: “Akropolis – Adiiiiiiiieeeeeeeuuuuuu” geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Dann noch “Happy Birthday” in der Forengruppe. Und natürlich “So sehn Sieger aus….schalalalalala”

Gehört: Vögel. Viele Vögel. Meistens morgens gegen halb fünf.

Gesehen: “Outlander” und “iZombie”. Zu mehr fehlte die Zeit – ich bin froh, dass ich damit hinter her komme.

Getrunken: Prosecco mit Erdbeeren sowie relativ viel Weißwein.

Gegessen: Ziemlich viel Tapas, Grillgut und extrem gute Spanferkel.

Gekocht: Sehr viel Kartoffelsalate für die unterschiedlichsten Parties. Und den ersten diejährigen Spinat aus dem eigenen Garten.

Gebacken: Den Klassiker CCC.

Gefreut: Über die Vizemeisterschaft von Kind Nummer Eins.

Gelacht: An diversen Lagerfeuern und Feiern.

Geärgert: Über den blöden S-Bahnstreik.

Gegärtnert: Leider zuwenig, steht aber auf meiner Agenda für die nächste Woche. Zwangsweise. Sonst komme ich nicht mehr durch die Beete.

Gekauft: Viele Geschenke, es gab viel zu feiern diesen Monat.

Gespielt: Seit drei Tagen hat mich CandyCrush wieder *räusper*

Gefeiert: Zuallererst natürlich besagte Landesvizemeisterschaft, dann ein 50ter der sich als Hochzeitsparty entpuppte. Eine prima Forumsparty. Und ein schöner Geburtstag.

Gesportelt: Gelaufen und Klettergarten. Aber ich könnte doch wieder etwas disziplinierter werden.

Gefühlt: Rundrum zufrieden.

Geknipst: Mal hier mal da, das übliche.

Mehr wie immer beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 31. Mai 2015 at 07:41  Comments (1)  

Brandenburgs morgendliche Fauna

Wir kennen ja die seltsamsten Leute und einer davon ist Ornithologe. Der Mann reist durch die Weltgeschichte, um mit seinem Fotoabpperat die wundersamsten Vögel abzulichten und hat nun wirklich Ahnung von der gefiederten Fauna dieser Welt.

Daher fragte der Autor ihn letztens auch, welche Vogelart es denn sein könnte, die morgens um circa 4:45 aus dem Schlafe erwacht, in den Randgebieten Berlins, Richtung Brandenburg beheimatet ist und sehr, sehr laut ist. Der Vogelkundler machte ein wichtiges Gesicht, wiegte bedeutungsvoll den Kopf und antwortete sinngemäß, dass er den sehr wohl kenne, er habe ihn auch im Garten und das possierliche Tier würde auf den schönen Namen “Scheiß-Vogel” hören.

Einen besseren Namen hätte man dem kleinen Zwitscherer wirklich nicht geben können.

Published in: on 26. Mai 2015 at 07:17  Comments (4)  

Dialog des Morgens

Das Brot im Hause S. in Z. ist gestern ausgegangen und die Mutter hat vergessen Neues zu kaufen. Leider war auch die Milch für das laktoseintoleranzgeplakte Kind alle, so dass ich noch nicht mal eine irgenwie geartete Milchspeise mitgeben konnte.

So zückte ich das Portemonnaie, gab Münzgeld und die Anweisung sich ein Brezel und ein Käsebrötchen in der Caféteria zu kaufen. Da für mich Ernährungsfetischistin das eine Premiere war, murmelte ich vor mich hin

“Wie kommt man sich denn da vor? Hier habt ihr Geld holt Euch was? Sterotyp…!”

Antwort Tochter

“Ach, die Mutter von N. sagt, man gewöhnt sich dran!”

Ich kauf gleich eine Monatsration Brot und friere sein…

Published in: on 22. Mai 2015 at 06:02  Comments (3)  

Zitat des Tages

Hier stehen auf der Fensterbank ganz hinten noch zwei im Winter zu Recht vergessene Glühweinflaschen rum, die Kind Nummer Zwei gerade entdeckt hat.

“Mama, wann trinkst Du denn Deinen Glückswein?”

Dann mein Kind, wenn ich so verzweifelt bin, dass mir der Geschmack des Glücksweins nicht mehr stört.

Published in: on 14. Mai 2015 at 06:20  Hinterlasse einen Kommentar  

Über die Korrelation von Jugendsprache und Höflichkeit

Die Diskussion ist so alt wie die Menschheit – die Jugend hat keinen Respekt mehr vor dem Alter, sie verroht und benehmen kann sich die Brut auch nicht. Man muss sich ja nur mal anhören, wie die reden. Das ist vulgär, widerlich und überhaupt hätten wir uns das nienienie getraut früher. Wieder einmal Zeugin dessen wurde ich, als ich die Tage mit dem Bus fahren mußte, weil Herr Weselsky ganz uneigennützig mit seinen Mannen für unsere Grundrechte eintrat (und die Mehrung seiner eigenen Macht, aber wer wird denn so kleinlich sein, zuviel Alturismus schadet ja auch der Glaubwürdigkeit).

Ich stand also mit vielen anderen Menschen eingequetscht in der Nähe der Tür, die gerade im Begriff war, sich zu schließen, als neben mir ein vielleicht 15jähriger fröhlich seinem Kumpel zurief

“Eh, Luca, Du alte, geile Sau”! Der Angesprochene hob die Hand zum Gruße während der Teenager neben mir ein liebevolles

“Fick Dich, Alter!” zum Abschied hinterherschob. Nicht die Sprache, die ich als freundschaftlich bezeichnen würde. Oder gar respektvoll.

Und so war ich auch nicht gerade erwartungsfroh, als ich den Halbwüchsigen bei der nächsten Station mit einem

“Darf ich mal?” sanft darauf hinwies, dass ich an ihm vorbei muss. Da sagt der Kerl doch glatt zu mir

“Oh ja, aber natürlich, Entschuldigung!” stieg aus, damit ich bequem rauskam und ging dann zurück in den Bus.

Hat man sowas schon erlebt? Meine schönen Vorurteile! Eine Unverschämtheit sowas!

Published in: on 8. Mai 2015 at 06:56  Comments (1)  
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